28. Juni 2011

Time Has Come...



Time has come today
Young hearts can go their way
Can't put it off another day
I don't care what others say
They say we don't listen anyway
Time has come today
(Hey) 
Oh
The rules have changed today (Hey)
I have no place to stay (Hey)
I'm thinking about the subway (Hey)
My love has flown away (Hey)
My tears have come and gone (Hey)
Oh my Lord, I have to roam (Hey)
I have no home (Hey)
I have no home (Hey)
(Time)
Now the time has come (Time)
There are things to realize (Time)
Time has come today (Time)
Time has come today (Time)

Jetzt ist es bald soweit. Alle Bundesländer außer Bayern haben die Hauptschule abgeschafft bzw. wollen es tun. Nur die CSU und Staatsminister Spaenle halten nach wie vor an ihr fest.
Da müssen wir als Kollegium in einer bayerischen Hauptschule jetzt fest nachdenken, was das für uns und unseren Arbeitsplatz heißt.

Nach den Plänen der anderen Bundesländer sollen Haupt- und Realschulen zu irgendwie benamten Schulen zusammengelegt werden, sofern sie es noch nicht sind. Es heißt, die Schüler seien leistungsdifferenziert in verschiedenen Klassen untergebracht, was aber im Klartext nichts anderes bedeutet als die Beibehaltung des bisherigen dreigliedrigen Schulsystem, nur diesmal halt mit zwei Schultypen unter einem Dach.
Dann gibt es auch unterschiedlich bezahlte Lehrkräfte in einem Haus, nämlich die Real- und Volks- bzw.  HauptschullehrerInnen. In der bisherigen Volksschule, d.h. von Klasse 1-9 existieren ja jetzt schon verschieden bezahlte Lehrkräfte, Angestellte unbefristet, befristet, verbeamtete LehrerInnen und noch dazu Fachlehrkräfte vielerlei Couleur. Ein munteres Treiben wird das.
Und wo bleiben eigentlich die Hauptschüler? Sie sind jetzt mit den Schülern in einem Haus, zu denen sie es seit der vierten, fünften und sechsten Klasse nicht geschafft haben, und in Kunst, Musik und Sport dürfen sie mit denen zusammen unterrichtet werden? Und wir haben ja auch noch die Praxisklassenschüler, die Schüler des M-Zugs, Inklusionsschüler von der Förderschule...
Hmm, wir denken weiter nach...
Und da fällt uns ein, dass wir eigentlich nur zwei Dinge brauchen: Wir wollen in Ruhe gelassen werden, um unterrichten zu können, und genügend Lehrerstunden, um unsere Schüler entsprechend zu fördern.
Das wärs.

27. Juni 2011

Lesepatinnen I

Heute war ja der erste Schultag nach den Pfingstferien. Auf dem Weg zum Lehrerzimmer kommt mir Frau C entgegen, eine Lesepatin seit einem halben Jahr. Sie ist unterwegs zu N, holt sie vom Klassenzimmer ab und verzieht sich mit ihr eine Stunde lang in den Frühstücksraum. Eine Stunde Konversation einer jungen deutschsprachigen Mutter aus dem Viertel mit N, einem Mädchen, das einfach zu wenig redet. Mit Frau C spricht sie. Worüber, das wissen nur die beiden. Sieht man die beiden zusammen, spürt man sofort die Atmosphäre der Freude, in der sie ihre Stunde verbringen.
Kurz darauf erscheint Frau M, fröhlich lachend, im Büro und taucht nach dem Lehrerschlüssel, der hinter dem Tresen hängt. Sie kommt von weiter her, aus dem benachbarten Stadtteil, und holt sich ihre Kinder zum Lesen. Die Lehrerin übergibt sie ihr, sie ziehen sich in einen leeren Raum (gar nicht so einfach; dazu aber später) zurück und dann wird gelesen, werden Wörter erklärt, deutsche Vokabeln gelernt, und Gespräche auf Augenhöhe geführt. Mein Gott, welches Glück hat diese Schule!

26. Juni 2011

Montags

Schläfrig, langsam, beinahe zufällig trullern sie in der Schule ein. Wochenende war, Fernsehen bis zum Anschlag und bis drei Uhr nachts sind sie vor dem PC gesessen und jetzt sollen sie wieder eine Woche in die Schule gehen... Montag, Ausruhtag


Ich stehe im Hauptschulgang und schaue nach, ob die -b noch später als sonst sich einfindet. Nicht die ganze -b, aber Teile davon. Wenn sie mich erspähen, sofern ihre halb geöffneten Augen das zulassen, beschleunigen sie den Schritt, aber nicht zuviel, denn es muss noch eine plausible Erklärung gefunden werden. Es ist ja nicht jede Woche Zeitumstellung. Die Garderobe ist auch schon zugesperrt, wie kommen wir jetzt an die Hausschuhe ran? Wie kriegen wir das am besten hin? Im Klassenraum bei Frau Z - da muss die Entschuldigung wieder vorgetragen werden. Manche/r kann sich gleich Mittwoch oder Donnerstag frei halten. Dann geht es auf die Farm: Hühner striegeln, Wollschweine am Bauch kraulen oder ein Beet umgraben. Und die Hühner picken doch tatsächlich auf die Schuhe!
 
Die Heimat des Wollschweines ist das alte Österreich-Ungarn, wo diese Rasse als Mangalitza bekannt ist. Neben den in der Schweiz heute verbreiteten schwalbenbauchigen (Rücken schwarz, Bauch weiss) sind in Ungarn bis heute auch blonde und rote Wollschweine vorhanden. Im vorigen Jahrhundert wurde das Wollschwein dort aus verschiedenen jugoslawischen und ungarischen Landschweinrassen gezüchtet. In einer extensiven Herdenhaltung bevölkerte es die Steppen und Wälder Ungarns. Wegen seiner hervorragenden Speckqualität und einem guten Fettansatz verbreitete es sich rasch in ganz Europa und wurde gar an der Wiener Börse gehandelt. Hunderttausende von Wollschweinen wurden jährlich von Ungarn gen Westen gefahren. Auch in die Schweiz wurde das Wollschwein importiert, hatte aber später gegen die bis heute dominierenden englischen Edelschweinrassen keine Chance, da es für die lntensivhaltung nicht geeignet ist. Es kann also als Leistungstier vergangener Zeiten bezeichnet werden.

25. Juni 2011

Pfingstferien vorbei

Übermorgen geht es wieder los. Mal schauen, wie die Kids drauf sind. Vor Pfingsten fingen ja die praktischen Prüfungen an, Technik, Wirtschaft, Buchführung, Soziales, Sport, Kunst, Musik und Informatik. Da sind sie ja erfahrungsgemäß sehr gut bis gut, mit den Händen, ihrem praktischen Geschick, ihrer Liebe zum Detail, egal ob im Kochen oder bei einer PC-Präsentation.
Am Montag ist Englisch mündlich dran, Dienstag und Mittwoch auch. Vorbereitet wären sie ja, durch das einwöchige Trainingslager, durch die Paukwoche in der Schule und, das letzte halbe Jahr, durch unsere beiden Englischladies, die muttersprachlichen Konversationspatinnen, die einmal pro Woche kamen und eine Stunde nur Englisch mit unseren SchülerInnen redeten.
Eigentlich sind unsere Jugendlichen noch recht jung. Hätte ich mit 15 gewusst, in welche berufliche Richtung es gehen sollte? Mich hat damals nur der Skikurs interessiert und dass Peter v. Szcz. das Band mit den Stones dabei hat für das abendliche Tanzen, was ja eher dem Stehblues nahe kam.
Aber unsere Kiddies schlagen sich bisher ganz wacker.
Mal schauen, wie es weiter geht.