27. Juni 2011

Lesepatinnen I

Heute war ja der erste Schultag nach den Pfingstferien. Auf dem Weg zum Lehrerzimmer kommt mir Frau C entgegen, eine Lesepatin seit einem halben Jahr. Sie ist unterwegs zu N, holt sie vom Klassenzimmer ab und verzieht sich mit ihr eine Stunde lang in den Frühstücksraum. Eine Stunde Konversation einer jungen deutschsprachigen Mutter aus dem Viertel mit N, einem Mädchen, das einfach zu wenig redet. Mit Frau C spricht sie. Worüber, das wissen nur die beiden. Sieht man die beiden zusammen, spürt man sofort die Atmosphäre der Freude, in der sie ihre Stunde verbringen.
Kurz darauf erscheint Frau M, fröhlich lachend, im Büro und taucht nach dem Lehrerschlüssel, der hinter dem Tresen hängt. Sie kommt von weiter her, aus dem benachbarten Stadtteil, und holt sich ihre Kinder zum Lesen. Die Lehrerin übergibt sie ihr, sie ziehen sich in einen leeren Raum (gar nicht so einfach; dazu aber später) zurück und dann wird gelesen, werden Wörter erklärt, deutsche Vokabeln gelernt, und Gespräche auf Augenhöhe geführt. Mein Gott, welches Glück hat diese Schule!

1 Kommentar:

  1. Das ist eine sehr gute Idee. Wird bei uns so nur in der Grundschule angeboten.
    Das wäre auch noch meine Passion. Muss mal drüber nachdenken ...

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