26. Juni 2011

Montags

Schläfrig, langsam, beinahe zufällig trullern sie in der Schule ein. Wochenende war, Fernsehen bis zum Anschlag und bis drei Uhr nachts sind sie vor dem PC gesessen und jetzt sollen sie wieder eine Woche in die Schule gehen... Montag, Ausruhtag


Ich stehe im Hauptschulgang und schaue nach, ob die -b noch später als sonst sich einfindet. Nicht die ganze -b, aber Teile davon. Wenn sie mich erspähen, sofern ihre halb geöffneten Augen das zulassen, beschleunigen sie den Schritt, aber nicht zuviel, denn es muss noch eine plausible Erklärung gefunden werden. Es ist ja nicht jede Woche Zeitumstellung. Die Garderobe ist auch schon zugesperrt, wie kommen wir jetzt an die Hausschuhe ran? Wie kriegen wir das am besten hin? Im Klassenraum bei Frau Z - da muss die Entschuldigung wieder vorgetragen werden. Manche/r kann sich gleich Mittwoch oder Donnerstag frei halten. Dann geht es auf die Farm: Hühner striegeln, Wollschweine am Bauch kraulen oder ein Beet umgraben. Und die Hühner picken doch tatsächlich auf die Schuhe!
 
Die Heimat des Wollschweines ist das alte Österreich-Ungarn, wo diese Rasse als Mangalitza bekannt ist. Neben den in der Schweiz heute verbreiteten schwalbenbauchigen (Rücken schwarz, Bauch weiss) sind in Ungarn bis heute auch blonde und rote Wollschweine vorhanden. Im vorigen Jahrhundert wurde das Wollschwein dort aus verschiedenen jugoslawischen und ungarischen Landschweinrassen gezüchtet. In einer extensiven Herdenhaltung bevölkerte es die Steppen und Wälder Ungarns. Wegen seiner hervorragenden Speckqualität und einem guten Fettansatz verbreitete es sich rasch in ganz Europa und wurde gar an der Wiener Börse gehandelt. Hunderttausende von Wollschweinen wurden jährlich von Ungarn gen Westen gefahren. Auch in die Schweiz wurde das Wollschwein importiert, hatte aber später gegen die bis heute dominierenden englischen Edelschweinrassen keine Chance, da es für die lntensivhaltung nicht geeignet ist. Es kann also als Leistungstier vergangener Zeiten bezeichnet werden.

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