12. Juli 2011

Voll der Kitsch

Das verrückte Wetter der letzten Wochen spielte mit: Blauer Himmel, strahlende Sonne, nur die weißen Wolken der Bayernreklame fehlten. Ich durfte als Begleitperson mit der -b nach Schloss Nymphenburg gehen.
8.45 Uhr: Am Treffpunkt waren alle da bis auf zwei Mädchenschlafhauben, die zu langsam waren und deswegen in der Schule in einer anderen Klasse am Unterricht teilnehmen mussten.
Die Kids gut gelaunt, Schreibzeug und Brotzeit dabei. Am Laimer Tor wurden Schreibunterlagen und Arbeitsbögen ausgeteilt und erste Brotzeiten verzehrt. Die Arbeitsgruppen waren eingeteilt, die Amalienburg wurde als erstes erkundet.
"Soo viel Kitsch, aber endsgeil" meinte L.
Geduldig wurde ihm erklärt, dass das alles Rokoko sei. Eindruck machten auch die Toilette, ein erhöhter Thron, und die Waffenschränke und Hundekojen im Saal 1.
Weiter zum Schlosspark.
 
"Sind hier schon die Adligen gegangen?"
"Ja und wann war das?"
Von hinten dann Annäherung an das Schloss.
 
Großen Eindruck machten drinnen die Möbel und die Schönheitengalerie.
N: "Wem gehört das alles?" "Könnte Bill Gates sich das kaufen?" Fast kam Mitleid auf, dass das Haus Wittelsbach nach dem erstenWeltkrieg enteignet worden war. "Sie würden sowas Schönes auch nicht hergeben wollen, oder?"
Auffallend das Interesse, die Disziplin (wenn andere Schulen sich schlecht benehmen, verhalten sich unsere Schüler immer mustergültig und machen uns mit ihrem moralischen Zeigefinger auf die anderen aufmerksam), auffallend die Zeit, die sie sich zum Schauen ließen.
Zum Schluss, nach zwei Stunden, sollten sie noch in Gruppen die Badenburg erkunden.

F und S kamen nicht so weit, blieben an einer Bank hängen und massierten sich die Knöchel. Der Rest aber hielt bei 30° im Schatten tapfer durch und war dann auch relativ pünktlich am Treffpunkt, wieder dem Laimer Tor, nicht ohne jedoch vorher ein paar Mal die Handynummer von Frau P, ihrer Klassenlehrerin, ausprobiert zu haben.
In der S-Bahn waren sie immer noch gut drauf und verwickelten Fahrgäste in Unterhaltungen. Ja, das können sie gut und das tun sie immer wieder gern.
Ein schöner Tag.
Besser als immer nur den Mangel zu verwalten.

Kommentare:

  1. Schöner Beitrag, stellt er doch ein wohltuender Kontrast zu den ewig über die "heutige Jugend" dar.
    Sicherlich gibt es immer wieder "Ausreisser", die gab es jedoch auch in "grauer Vorzeit" (vielleicht nicht so massiert, aber es gab sie).
    Herzliche Grüsse aus dem ach so verschrieenen Hessen ;-)
    Hajo

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  2. Ist das Ihr Traum? Wie kann es so friedliche, interessierte und ausdauernde Hauptschüler geben? Stellen Sie sich die Szene einmal in ein paar Jahren vor: 35 (+?) aufgekratzte Realschüler mit genervtem Lehrer hetzen durch den Nymphenburger Park, vielleicht ist auch ein ehemaliger Hauptschullehrer als Aufseher dabei...

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  3. Liebe/r Anonym/a/us,
    ich verstehe den Kommentar nicht.
    Hat es mit einer eventuellen Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zu tun? Siehe "Time has come..."

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  4. Was heißt hier "wie kann es so friedliche .... Hauptschüler geben.....
    Es gibt diese friedlichen, interessierten und ausdauernden Hauptschüler!! Denken Sie doch einmal 35 Jahre zurück, auch da waren genau diese Schüler friedlich, interessiert und ausdauernd.

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