8. August 2011

Eins, zwei, drei, aus alt mach neu


1. Stark im Wissen sollen sie also werden, unsere Schüler. Wie das geht? Nichts einfacher als das! Das können wir machen, wir bringen ihnen alles bei, was sie brauchen, das haben wir gelernt!
Wir bekommen einfach genügend Lehrerstunden, um vor allem in den 5. Klassen Teilungen durchführen zu können. Dadurch können die Lücken, die unsere frustrierten Fünftklässler angesammelt haben, vor allem in Deutsch und Mathe, geschlossen werden. Den Grundwortschatz beherrschen, lesen und vor allem verstehen können, die Grundrechenarten schriftlich lösen können, in der Lage sein, in der Gruppe projektorientiert arbeiten zu können, sich sozial verträglich benehmen, das alles sollen sie lernen.


2. Stark für den Beruf ist Jugendliche/r eigentlich mit 15 noch nicht. Sie geben allerdings ihr Bestes, unsere Schüler, unterstützt von der Jugendsozialarbeit, den Lehrkräften, von den Ehrenamtlichen und den Wirtschaftsjunioren. Es wäre schon noch mehr drin, wir haben durchaus Vorstellungen, wie z. B. die Kontakte zu Betrieben intensiviert werden könnten. Wer macht`s denn? Bei keiner halben Anrechnungsstunde für diese zeitintensive Zusatzarbeit? Schülerfirmen wären hier auch nicht schlecht, in diesen könnten die Kids zusätzliche Qualifikationen für das Leben nach der Schule erwerben. Ein Jahr länger? Wie wäre es denn damit? Warum müssen in Bayern Hauptschüler mit 15 raus ins Leben?


3. Stark als Person - was heißt denn das?
Unsere Schüler sollen wohl dazu befähigt werden, alle Krisen und Widrigkeiten des Lebens zu meistern. Wie man das schafft? Sekundärtugenden stärken, Sekundärtugenden stärken.
Am besten die Krise akzeptieren, sich helfen lassen, in der Krise sollen sie noch einen Sinn suchen die Gebeuteltsten unserer Gesellschaft.
Was wir bisher gemacht haben? Wir haben sie positive Erfahrungen machen lassen, ihnen nicht die Defizite aufgezeigt, die sie haben, bei ihren Stärken angesetzt.
Wie?
Jetzt geht schon wieder das Gejammer los: In AGs, Schülerfirmen, im Umgang mit externen Ehrenamtlichen, in Projekten mit außerschulischen Partnern. Mit all den Angeboten, die wir selbst nicht bereitstellen können, weil die Stunden dazu fehlen.

Ich glaube allerdings, auch wir Lehrkräfte müssen endlich stärker als Personen werden, egal, ob es Maulkörbe oder Disziplinarverfahren gibt (siehe dazu Bayernteil der SZ vom 09.08.2011, Tina Baier).


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Kommentare:

  1. Auch am 10. August 2011 Titelseite tz
    "Wirbel um Lehrer-Maulkorb"

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