25. Juli 2012

Streichkonzert I

11600 Lehrerstellen will die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg bis 2020 streichen.
Bremen wird nächstes Schuljahr nur 110 statt 170 Lehrer einstellen.
Andere Bundesländer werden folgen.
Begründet wird das wie immer mit demographischen Zahlen oder Haushaltssanierungen.
Bitte jetzt aber nicht aufschreien oder moralisch empört sein.
Warum in aller Welt sollen grüne oder blassrote Parteien, wenn sie staatstragend sind, anders reagieren als ihre andersfarbigen Konkurrenten?

22. Juli 2012

Und weg sind sie!

Am Freitag, 20.7.2012, entließen wir sie nach einer feierlichen Veranstaltung, auf der viel geschmunzelt und gelacht wurde: Unsere ehemaligen SchülerInnen der 9. Klassen. Frau M, eine Klassleiterin, war als fröhliches Blumenmädchen gekommen, Herr F, ihr Kollege ernsthaft und gemessen im Auftreten.
Bis auf eine Handvoll SchülerInnen sind alle untergebracht, und zwei von der Handvoll machen die 9. Klasse noch einmal.
Alle haben ihren erfolgreichen Hauptschulabschluss, dreiviertel ihren qualifizierenden Abschluss.
Danke Ehrenamtliche, danke Jugendsozialarbeit, danke an all die LehrerInnen.
Und danke Euch SchülerInnen, dass Ihr Euch fünf Jahre lang auf uns eingelassen habt.

11. Juli 2012

Das Quartier

Neuaubing rückt allmählich in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Nachdem 40 Jahre weggeschaut wurde, interessieren sich jetzt viele für Neuaubing: Mandatsträger, Verwaltungsleute, selbsternannte Fürsprecher der Bevölkerung.
Und sie machen Vorschläge, was man besser machen könnte. Für Institutionen oder Wohnungsbaugesellschaften, die Jahrzehnte lang im Viertel Positives geschaffen haben. Und die Verwaltung der Gemeinde hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht: Raumnot in den Schulen, dahin vegetierende öffentliche Plätze, kein Quartierszentrum, verkommendes Ladenzentrum, kaum Einkaufsmöglichkeiten für alte Menschen.
Der Grund für das neu erwachte Interesse? Nebenan wird ein neuer Stadtteil gebaut. Freiham.

7. Juli 2012

Einwanderer sind besser qualifiziert als Einheimische

Das fand das Institut der Deutschen Wirtschaft heraus.
Die früher allgemein verbreitete Meinung, dass Zuwanderer schlechter ausgebildet sind als die in der BRD schon lange Ansässigen, ist falsch.
Der Anteil der Zuwanderer mit Hochschulabschluss, auch und vor allem in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichen, steigt und liegt relativ gesehen über dem Bundesdurchschnitt. Da soll eine/r noch was sagen.
Wir merken momentan zwar in unserer Arbeit noch nichts davon, aber es wird schon werden.


2. Juli 2012

Rasende Wurstpellen

Sie lassen im Sommer ihren Audi oder BMW zu Hause stehen.
Sie rasen heran: Helm, Sonnenbrille, Rucksack, Handschuhe, enges Trikot und wurstpellenartige kurze Hose - die aber auch bei 4°C - und die Fahrradschuhe mit den Pedalen verklickt.
Teilweise sind sie schon eine größere Gefahr für Radler als Autos, zumindest was meinen Schulweg betrifft.
Der geht über den Fluß, an Feldern vorbei, durch Blumenwiesen, am Morgen und am Spätnachmittag die Sonne im Rücken. An gemütliches Fahrradfahen, an Schauen und Genießen, an Nach- oder Vordenken eines Gesprächs ist nicht zu denken.
Es gibt eine neue Spezies von Radlern, die verbissen keuchend, im Frühling und Herbst Dampfwolken ausstoßend, im Sommer schweißtriefend trotz Funktionswäsche, in die Arbeit radeln. Aber so, als müsste jeden Tag der Rekord vom Vortag unterboten werden. Kommt es zu einer Radwegkreuzung, so halten sie unvermindert darauf zu; alle anderen Radler stieben auseinander. Der Alte, der langsam daher gondelt, ist schließlich selbst schuld, wenn er nicht merkt, dass da ein aggressiver Mitradler daher kommt. Selbst schuld, wenn er erschrickt und vom Rad springt und beinahe umfällt. Mittlerweile ist der Biker schon 50 m weiter. Schlechtes Wetter hält nicht ab. Zähnefletschend wird durchgehalten.
Die Radwegkurve, in beiden Richtungen befahrbar, ein wenig zugewachsen von hohen Büschen, wird geschnitten. Der langsame Gegenradler fährt 10 km/h, verrenkt sich den Hals nach vorne schauend, damit er sich rechtzeitig in den Zaun neben ihm fallen lassen kann.
Das sind die Dauerblinker auf der Autobahn. Das sind die, die innerhalb der Stadt einen ruhig fahrenden Twingo mit 90 km/h überholen, nach eindringlichem Hupen.
Sind das liebevolle, verständige Väter? Einfühlsame Ehemänner?
Manchmal habe ich den Eindruck, es sind Maschinen. Kampfmaschinen. Die sich auf die Konkurrenzsituation im Büro oder im Geschäft schon einstimmen, auf Kosten der anderen Radfahrer.