24. August 2012

Schule im Aufbruch?

Die gleichnamige Initiative (nicht mit Frage-, sondern eher mit Ausrufezeichen) präsentierte sich dieser Tage der Öffentlichkeit.
Klingt prima.
Schulen sollen umgebaut werden, von unten, mit Unterstützung von Eltern, Bürgern, Unternehmen. Von unten, denn der Staat "sei den heutigen Herausforderungen im Bildungsbereich nicht mehr gewachsen. Nun sollen Zivilgesellschaft und Wirtschaft die Bildung lieber gleich selbst in die Hand nehmen." (Zitat aus der taz vom 24.8.2012)
Dieser Umbau ist bei den staatlichen und städtischen Schulen allerding nur mit voller Unterstützung der Träger und Verwaltungen möglich.
Unsere Schule machte sich auch beizeiten auf den Weg. Die Anstrengungen und Mühen wurden auch von Seiten verschiedener Stiftungen und -organisationen gewürdigt, die klar sahen, dass Kollegium und Unterstützerkreis das alles aus eigener Kraft geschaffen hatten. Jetzt, wo es weitergehen sollte, wo wir als Schule in Entwicklung unsere Visionen weiter entwickeln und diese gern zusammenführen würden, fehlen schlicht die Grundvoraussetzungen für Schule im "Aufbruch". Dieses Wort kommt ja von "brechen", was bedeutet: Etwas Stabiles oder Hartes mit Anstrengung in zwei oder mehrere Stücke teilen.


Das heißt, das Schulsystem, dessen Verwaltungsstrukturen immer noch dem 19. Jahrhundert verhaftet sind, muss abaufgebrochen werden, und zwar von den Schulen, die in ihrer Entwicklung den Verwaltungen meilenweit voraus sind. Man kann sich vorstellen, dass es an den Schnittstellen knistert und kracht.
Zur Zeit sind wir vom AbAufbruch Jahre entfernt. Der erfordert nämlich zusätzliche Ressourcen: Mehr Räume, entsprechende Ausstattung, vor allem genügend Lehrerstunden, um den Grundbedarf an Unterricht sicherstellen zu können (und nicht schnell mal eine Aufbesserung von 300 zusätzlichen Lehrkräften für 1000 Schulen, zur Beruhigung).

1 Kommentar:

  1. Das ist es ja gerade. Der Staat kann und will diesen Luxus nicht leisten. Schon längst sind es nicht mehr Zusatzleistungen, die Ehrenamtliche erbringen. Man könnte es als kulturelles Angebot bezeichnen. Jetzt geht es ans Eingemachte. Jetzt fallen Pflichtstunden weg. Das lässt sich am Einfachsten bei der Mittelschule (von besorgten Eltern und Grundschullehrern oft schon als Tabzuzone bezeichnet) bewerkstelligen: Hier gibt es keine Lobby. Übrigens bekommen die bejubelten 300 neuen Lehrer keinen Vollvertrag sondern nur einen Dreiviertelvertrag. Ein Tropfen auf dem heißen Stein!

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