22. November 2012

Neue Schule Hamburg?

Wie kann sie funktionieren?
Hirnforscher sagen, dass Kinder lernen wollen.
Ja.
Aber nur begrenzt. Laufen, Sprechen, Rad fahren lernen sie gerne. Aber den Satz des Pythagoras? Oder Englischvokabeln und -grammatik? Kinder und Jugendliche sehen viele Lerninhalte nicht ein, wieso auch?
Man kann sie nicht über Curricula entscheiden lassen. Es fehlt der Überblick. Schließlich leben wir in einer kapitalistischen Gesellschaft, die auf Konkurrenz basiert. Und wie soll so ein Kind der Neuen Schule Hamburg konkurrenzfähig sein, sich bewähren im Wettbewerb mit den Schülern der staatlichen und anerkannten Privatschulen?

Kommentare:

  1. Die Meinung der Hirnforscher und mithin der Ansatz der 'Neuen Schule HH', dass der Mensch/Schüler prinzipiell neugierig ist und lernen will, liest sich natürlich gut und erscheint auch intuitiv richtig. Dennoch bin ich auch skeptisch, dass ein 'lernen wollen' immer kategorisch angenommen werden kann. Neugierde richtet sich zudem meist nur auf ausgewählte Bereiche/Interessen und hier liegt doch schon die crux: Der Schüler muss erstmal wieder lernen, echte Interessen eigenständig zu entwicken und sich nicht nur in 'Smartphonia' berießeln lassen. Zeit, wenn sie als nützliche Muße genutzt wird, und dabei ist Interesse eher notwendige Bedingung als Ziel (wie im Ansatz der Schule_HH), finde ich prizipiell gut! Ob dabei eine Konkurenzfähigkeit ermangelt wird, kann ich nicht klar bewerten. In Maßen aber sicherlich sinnvoll.

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  2. Lieber Hauptschulbluesspieler/sänger,

    vielen Dank für diesen Blogeintrag. Es tut gut in einer Zeit, in der das Internet mit all seinen Blogs und Twittereinträgen das Gefühl erweckt, jede Schulreform und jede spinnerte Idee einer Reformschule sei gut, einfach nur weil sie neu ist, zu sehen, dass es doch noch den ein oder anderen Blogger gibt, der sich dem Reformwahn widersetzt und mit Menschenverstand und, so vermute ich, gesetzter Lebens- und Berufserfahrung, auch kritische Anmerkungen veröffentlicht. Ich lese hier immer gerne, habe ich doch das Gefühl, einen Bruder ohne eine Schwester im Geiste gefunden zu haben.

    Wer glaubt, Kinder könnten über Curricula und Lehrpersonal an einer Schule entscheiden wird wahrscheinlich auch begeistert sein von einer Welt, in der Fahrgäste von Bus und Bahn entscheiden, wann und wo Züge und Busse entlangfahren und anhalten.

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  3. Diese Kinder werden dann viel Spass damit haben, wenn sie entdecken, das weder an der Uni noch bei einer Ausbildung darüber abgestimmt wird, was wann und wie gelernt wird.

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  4. mein Lateinlehrer und ich hatten es gestern auch davon. Und wir waren beide nicht sehr überzeugt.

    Lieben Gruß
    die Widerspenstige (oder auch Frl Wunder... )

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  5. Lieber Herr Hauptschulblues,

    es hat ein wenig gedauert mit dem Kommentieren bei Ihnen, nämlich ich habe das Prinzip des Kommentierens nicht so ganz verstanden und landete immer in einer Sackgasse. :/

    Mich macht an dieser Idee nicht nur das Argument, Schüler WOLLTEN lernen, sondern auch das "Danach" skeptisch. Im Prinzip ist dem Beitrag von S. Dorok auch nichts mehr hinzuzufügen.

    Viele Grüße
    die Frau Hilde

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