11. Dezember 2012

Timms und Iglu 2011 - ein Grund zum Jubeln?

Deutsche GrundschülerInnen schneiden im internationalen Vergleich gut ab, sie befinden sich im Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften im oberen Drittel.
Prima.
Die Leseleistungen 2011 jedoch sind nicht besser als 2001.
Sachtexte fallen den SchülerInnen schwer. Jedes 6. Kind erreicht nicht ausreichende Kompetenzstufen im Lesen.
Bei uns in der 5. Klasse schließen wir bei einem Drittel der Kinder erst allmählich den Leselernprozess ab.
Jedes 5. Kind kommt mit ungenügenden Mathe-Kenntnissen in die 5. Klasse.
Kein Wunder, dass wir bei den Grundrechenarten wieder anfangen.
Die Bildungschancen sollen laut Bundesbildungsbericht steigen, 15-20% der Kinder und Jugendlichen bleiben aber von der Teilhabe an Bildungschancen ausgeschlossen. Zitat SPIEGEL Online 11.12.2012: "Sie können nicht richtig lesen oder Texte verstehen, brechen die Schule oder die Lehre ab und nehmen auch nicht an Weiterbildungskursen teil."
Der SPIEGEL weiter: "Die wirklich ernsten Probleme der deutschen Schüler beginnen nämlich in der Regel erst mit der 5. Klasse."
Sagen wir doch schon immer.

1 Kommentar:

  1. In einem Schulsystem, das nicht an allererster Stelle das Bildungswohl des einzelnen Schülers verfolgt, sondern auf Selektion hin ausgelegt ist, braucht es, soll das System funktionieren, auch Bildungsverlierer. Ohne Verlierer keine Gewinner - und somit auch keine Selektion. Folglich hält sich das Bemühen der staatlichen Institutionen in engen Grenzen, die oben geschilderten Verhältnisse zu beseitigen.

    Zumindest für Bayern wäre an dem Punkt die Frage zu stellen, ob der Selektionsauftrag (anstelle eines Bildungsauftrags im eigentlichen Wortsinne) so auch in der Verfassung steht und vom Volke gewollt ist.

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