31. Dezember 2013

Hassan Ali Djan

... stammt aus Afghanistan. Mit 17 Jahren gelang ihm die Flucht nach München. Zum Glück konnte er bleiben. In der Schule musste er als Analphabet Lesen und Schreiben lernen. Er wusste, dass er Deutsch lernen muss, um sich in der Gesellschaft zurecht zu finden und übte sehr fleißig. Den qualifizierenden Hauptschulabschluss bestand er mit der Note 2,2. Eine Ehrenamtliche der Caritas gab ihm in der Flüchtlingsunterkunft Nachhilfe, ging mit ihm ins Museum und zeigte ihm die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er bestand seine Lehre als Gebäude-Elektrotechniker und ist nun Geselle. Den Kindern der 7. Klassen gab Hassan den Rat, die Möglichkeiten, die sich an Schulen in Deutschland bieten, zu nutzen und einen guten Abschluss zu machen. Das sei der Schlüssel zum Beruf.
 k1-31_hassan
In der SZ vom 31.12.2013 wurde er auf Seite 3 portraitiert.

28. Dezember 2013

Frau Catrin Kurtz

... schreibt seit diesem Schuljahr einen Blog auf SZ-online.
Ohne Schimpfen und Jammern, einmal die Woche - außer in Ferien - kurzweilig und vergnüglich.
Und sprachlich erfrischend.
Lesenswert.

24. Dezember 2013

"Ohne Worte"

... betitelt die Süddeutsche Zeitung am 24.12.2013 einen Artikel im Wirtschaftsteil: 7,5 Millionen Analphabeten soll es in Deutschland geben.
Menschen, die kulturell, bildungs- oder psychisch bedingte individuelle Defizite im Lesen oder Schreiben haben, bis hin zu völligem Unvermögen darin.
25000 Analphabeten besuchen zur Zeit Alphabetisierungskurse, ein Tropfen unter den 7,5 Millionen.
Mit kleinen Klassen, Förderlehrkräften, Förderunterricht, Lesepaten, Leseclubs oder Schülerbüchereien und  -zeitungen erreichte man natürlich viel früher viel mehr junge Menschen aus bildungarmen Schichten.

14. Dezember 2013

GroKoDeal

Jetzt ist es heraus - die GroKo steht.
Schön.
Für viele.
Aber die meisten wurden vergessen.
So z. B. die Schüler. Für die hätte es kostenloses Frühstück und Mittagessen geben müssen.
Und Anbauten für Mensen für die Schulen.
Die Mensen brauchen natürlich auch Personal.
Es ist so wie immer: Die Schwächsten haben keine Lobby.
Jetzt schon wird auf den Meriten ausgeruht.
Du bist mein Sofa.

4. Dezember 2013

Pisa hin - Pisa her

Schluss mit dem Euphoriegedöns.
Ich kann nur sagen, das bei uns trotz aller Bemühungen die Zahl der Risikoschüler nicht geringer wird, im Gegenteil.
Kind ungelernter, oft analfabetischer Eltern kann halt erst in der 6. Klasse einigermaßen lesen, vom Rechnen ganz zu schweigen.
Und das alles wissen wir auch ohne PISA.


30. November 2013

Schulentwicklung? Call any vegetable!

Die vorgesetzten Behörden können mit diesem Begriff offensichtlich wenig anfangen, woher auch. Sie müssen aber so tun, als wüssten sie, worum es geht. Schließlich reden ja Universitäten und Institute seit beinahe Jahrzehnten davon.
Immerhin haben sie Schulentwicklungshelferteams eingesetzt, die man sich zur Unterstützung an die eigene Schule holen kann. Bei näherem Hinschauen ist aber nicht ganz klar, was diese Teams für diese Aufgabe qualifiziert.
Böse Zungen könnten es auch als "Verheizen" der Teams bezeichnen, da am Ende des Prozesses ja nie das erreicht ist, was Ziel hätte sein sollen.

...übrigens: Das Filmchen kann man/frau sich ruhig anschauen. Heute vor 20 Jahren starb Frank Zappa.
Aynsley Dunbar an den Trommeln, Flo und Eddie (The Turtles) singen.

24. November 2013

„Masterplan Ganztagsschulen“

Um Hochschulen und Ganztagssschulen geht es u.a. im Moment bei den Koalitionsverhandlungen.
Und so wie es aussieht, bleibt wieder vieles auf der Strecke.
Die Bildungshoheit der Länder ist historisch überholt. Ändert das Grundgesetz! Welcher Staat kann es sich denn leisten, 16 zum Teil grundverschiedene Ansätze von Bildung zu haben? Offensichtlich Deutschland.

6. November 2013

Ganztagsschulen verfehlen Zielgruppe

So titelt Spiegel online und zitiert eine in München veröffentlichte Studie des "Aktionsrats Bildung".
Dieser beklagt, dass sich "bislang keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Schülerleistungen in den Domänen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften an Halb- oder Ganztagsgrundschulen nachweisen" lassen.
Dazu muss ich bemerken, dass die Verfasser der Studie den falschen Ausgangspunkt gewählt haben. Zielgruppe sind berufstätige Eltern und nicht "leistungsschwache" Kinder: Die Ganztagesbetreuung ist für berufstätige Eltern gedacht und soll keine Nachhilfeveranstaltung am Nachmittag sein. Wenn die Autoren allerdings kritisieren, dass "nach der Mittagspause ... dann externe Kooperationspartner in die Schulen ... kommen", haben sie recht. Bei uns jedenfalls ist der Ganztag rhythmisiert, d.h. die Kooperationspartner kommen auch am Vormittag bzw. unsere Schüler gehen zu den Kooperationspartnern. Am Nachmittag findet meist selbstorganisiertes Lernen oder differenzierter Sportunterricht statt.
Dann monieren die Verfasser, "dass es nur teilweise gelinge, 'diejenigen Schülerinnen und Schüler zu erreichen, die unter benachteiligenden und/oder belastenden Bedingungen aufwachsen'": Wir als HauptMittelschule haben nur benachteiligte oder belastete Schüler.
Dem Aktionsrat Bildung geht es um die Qualität von Ganztagsschulen, die mehr sein sollen als bloße Verwahranstalten. Hier haben sie nochmal recht, die Verfasser.

31. Oktober 2013

26 Jahre und schon Schulleiterin

... heißt es von Kollegin Christin Tellisch aus Riesa.
Sie arbeitet an einer freien Schule, in christlicher Trägerschaft, einem Gymnasium mit 3 Klassen und 40 Schülern.
Prima. Eine Chance. Die Medien sind begeistert.
Endlich einmal ein junge Schulleiterin, keine alten Zöpfe.
Ich finde es auch sehr gut.
Sie wird aber mit zunehmender Größe der Schule mitwachsen müssen.

13. Oktober 2013

Mittelschichtskinder werden ärmer

... als ihre Eltern, sagt eine Studie der britischen Regierung.
Was Wunder.
Alles wird teurer, vor allem die Mieten in den Ballungszentren. Die Lebenshaltungskosten explodieren. Die Löhne? Steigen nicht wirklich.

Und was in England passiert, schwappt wenig später auf den Kontinent über. So war es schon bei  den Privatisierungen der Thatcher(Gott hab sie selig)- Regierung Anfang der 80er Jahre. Bahn, Gesundheitswesen, Post, Telekommunikation: Verluste werden vom Staat übernommen, Gewinne privatisiert.
Auswirkungen dieser Entwicklung spüren wir heute schon: Manche Familien verdienen gerade so viel, dass sie keine staatliche Förderung mehr bekommen, obwohl das Geld hinten und vorne nicht reicht.

18. September 2013

Big Brothers Big Sisters oder: Fallengelassen

Seit zwei Jahren fand das erfolgreiche Mentorenprogramm mit SchülerInnen der Schule statt.
An Elternsprechtagen oder ähnlichen Veranstaltungen baute BBBS München einen Infostand auf. Sie betrieben erfolgreiche Arbeit mit einzelnen Schülern. Es fiel allerdings auf, dass zu den beiden letzten Einladungen niemand kam: personeller Engpass oder anderer wichtiger Termin waren jeweils der Grund.
Jetzt wollte zu Beginn des neuen Schuljahrs eine Schülerin ihre Mentorin wieder treffen und machte sich auf den Weg zum regionalen Stadtbüro. Es war alles verrammelt, kein Hinweis, nichts. Auch keine Benachrichtigung der Mutter.
Wikipedia wusste allerdings schon:
"Zu den anerkannten Organisationen gehört auch die gemeinnützige GmbH Big Brothers Big Sisters Deutschland (BBBSD) mit Sitz in Ludwigshafen. Sie eröffnete 2007 ein erstes Regionalbüro in Mannheim, das seither Tandems in der Rhein-Neckar-Region zusammenstellt und betreut. Ab 2008 wurde das Programm ausgeweitet. Neue Büros entstanden im Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt), im Ruhrgebiet (Essen), sowie in Hamburg, Stuttgart und München. Im Januar 2011 gab es in Deutschland im Rahmen von BBBSD 372 Tandems aus Mentor und Kind. 2013 entschieden Geschäftsführung und Stiftung (= Benckiser Stiftung) überraschend, das Projekt Ende 2014 in Deutschland einzustellen."
Dieses Verhalten von Stiftung und Geschäftsleitung macht es in Zukunft schwierig, sich auf ähnliche Projekte einzulassen. Schulen und noch mehr Kinder und Jugendliche brauchen Nachhaltigkeit.

12. September 2013

Eine runde Sache

Zufriedenheit.
Ruhige Kinder, freundliche Eltern, lachende LehrerInnen.
Zufrieden mit dem Stundenplan. Das zuständige Team hat fast alle Wünsche einarbeiten können.
Die Jungen sind schon wieder in festen, erfahrenen Händen und werden in die Besonderheiten der Schule eingeführt. Keine Konkurrenz. Die Schule ist das gemeinsame Projekt.


Es gibt ausreichend Stunden für AGs, Differenzierungen, Doppelbelegungen am Vor- und Nachmittag. Es ist genügend Geld vorhanden. Die Anfangskonferenzen verlaufen laid back.
Starke Schule.

9. September 2013

Money money must be funny

Eine Schlagzeile jagt vor der Wahl die andere.
Aber welchen Wähler juckt es denn?

"Bundesregierung zahlte eine Milliarde an Berater"

Der größte Teil, 464.612.010.- € wurde vom Bildungsministerium ausgegeben.
Was hätte man mit dieser Summe anstellen können!

 

7. September 2013

Schön färben!

Es ist Wahlkampf und da lobt man/frau sich selbst.
Da spricht jemand davon, dass es an 83% der bayerischen Schulen ein "Ganztagsangebot" (???) gebe.
Die Wahrheit ist, dass die meisten Angebote davon Elterninitiativen sind, die in den Schulen für ein Mittagessen sorgen und eine minimale (Hausaufgaben)Betreuung auf die Beine stellen.
Tatsache ist, dass im gebundenen Ganztag 12 zusätzliche Stunden und 6000.-€ pro Klasse viel zu wenig sind, um den Schülern ein rhythmisiertes Angebot zu bieten, das auch noch Spaß macht, um die, die von Kultur und Bildung weit entfernt leben, wenigstens in der Schule daran teilhaben zu lassen.
Es geht nur mit tatkräftiger Unterstützung von Ehrenamtlichen, mit Kooperationspartnern, die nichts daran verdienen, im Ganztag zu arbeiten; es geht nur mit ununterbrochener Aquise von Geldern.

 

3. September 2013

Sturheit

Da möchte eine Lehrerin aus BW nach BY und zwar direkt nach München. So ein Glück für die Behörde, kommt doch jemand freiwillig in die Single-Stadt mit den höchsten Mieten.
Jetzt will aber diese Dame an eine bestimmte Schule, bekommt von ihrer Chefin frei, um sich diese Wunschschule anzuschauen. Es würde von allen Seiten passen.
Das war`s dann aber auch. Trotz vieler Telefonate und Bitten wird sie halt irgendwo eingesetzt, an zwei Mittelschulen jeweils hälftig.
So kann man Personalpolitik modern gestalten.
Ian Dury & The Blockheads:


 

17. August 2013

Drohnen für Kids

Herr Füller, unser "Pisaversteher", schreibt und schreibt ( http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/helikopter-eltern-ja-ich-bin-ein-rettungshubschraubervater-a-916330.html ) und schreibt über Schulkinder und Eltern und dass Klassenzimmer noch wie um a. D. 1900 aussehen und Eltern gezwungen sind tatenlos zuzuschauen bei den Schandtaten der Schulen und Lehrer sich stur um den staatlichen Plan kümmern und dass er ein "Helikopter-Papa" ist und verantwortungsbewusste Eltern ihre Kinder der staatlichen Schule wegnehmen notfalls mit dem Rettungshubschrauber.
Wie wäre es mit der Entwicklung von Drohnen für Schulkinder, Herr Füller? Jedem Papa, jeder Mama, jedem Kind seine eigene Drohne?

 
siehe auch:

9. August 2013

31. Juli 2013

Let`s work together!

Das Schuljahr ist vorüber.
Wir haben die Aufgaben bewältigt, weil wir fast keine Einzelkämpfer haben, sondern Schule als gemeinsame Aufgabe gesehen wird.
Was für ein Glück!

25. Juli 2013

Jung und Alt

Die Jungen haben großen Respekt vor den Altgedienten Erfahrenen und deren immensem Erfahrungsschatz. Sie lassen/ließen sich mindestens ein Schuljahr an der Hand nehmen und in die komplizierten Gepflogenheiten einer der ... Schulen weit und breit einführen.
Die Altgedienten schon lange an der Schule Arbeitenden neigen sich vor der guten Arbeit und dem hohen Niveau, auf dem die Jungen nachrückende LehrerInnengeneration arbeitet.
Beide Generationen lachen, reden sehr viel miteinander und haben eines im Fokus: Die SchülerInnen.
Was will eine Schule mehr?


16. Juli 2013

Wieder ein Jahr vorbei...immer kleine Tode?

Am Freitag gehen drei Klassen.
Kantstraße schreibt: Immer kleine Tode
So schlimm ist es nicht. SchülerInnen gehen, bei manchen ist man froh, bei vielen bleiben Erinnerungen.
Es ist doch auch schön, sie ins Leben zu  entlassen! Ausbildungsreife, weiterführende Schulen, freiwilliges soziales Jahr ...




9. Juli 2013

Kulturelle Bildung in die Schulen!

Wenn Bernhard Heinzlmaier sich beklagt, dass Schulen nur "gut ausgebildete Ungebildete" produzieren, wenn man ihm darin folgt, dann muss es heißen: Mehr kulturelle Bildung in die Schulen! Wie das geht, weiss jede Schule selbst. Es gibt mehr als 1000 Projekte, um Schüler zu "bespaßen". Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich ein Kollegium einig ist, kultureller Bildung den entsprechenden Stellenwert zuzuweisen. Und es muss das auswählen, was nachhaltig zu Leitbild und Schulprofil passt.



 


24. Juni 2013

Das versteh einer!

sie von klein an in
graue konkurrenz







hauptschulblues
blöd macht gut








menschenmasse
stadt staat mehr macht








you`re playing in the park
what`s up right now









hauptschulblues.blogspot.com
gut ist blöd
idiot













bastard
menschenmassen stadt
gänse im park








frontalunterricht macht klug
hatti nein fnatte








ungarisches wollschwein
kraulen im sommer







"ulrich schäfer" erdkunde -bernd









bilder ungarisches wollschwein
wollschweine halten


baff kultusministerium schulaufsicht

einwanderungsländer 2013

inklusion un costa rica
jül verweiler berlin

















20. Juni 2013

Konkurrrenz

Sich einigen fällt schwer.
Unter KollegInnen.
Zwischen Schulen.
Zwischen Behörden, Fachabteilungen.
Für die jeweils andere Seite irrational wirkende Argumente werden vorgeschoben.
Es geht nicht mehr um die Sache.
Es geht um "meines" und "deines".

17. Juni 2013

Schulleiter im Dauerstress

Dem Interview von Anja Nehls im Deutschlandradio ist an sich nichts hinzu zu fügen. Ich bin zwar an einer kleinen Schule (max. 270 Schüler), aber die Schule arbeitet in einem Riesennetzwerk von Unterstützern, die in die Schule kommen.
Das ist manchmal der Wahnsinn.

2. Juni 2013

Informatik für alle?

Ja!
Bei uns ist es nur Wahlfach, aber es wählen mehr SchülerInnen dieses Fach als wir Stunden dafür haben. Und die Jungs und Mädels sind wirklich gut. Sie lernen zwar nur mit Anwenderprogrammen umzugehen, Programmierung ist in der Mittelschule sehr am Rande gefragt. Aber immerhin.
Es wäre eine Chance. Die KMK könnte sich auf gemeinsame Lehrpläne einigen statt 16fach herum zu stopseln.
Bis dahin:


29. Mai 2013

GEMEINT SIND WIR ALLE!


Rechte und rassistische Aktivitäten nehmen zu – Angriffe auf eine offene Gesellschaft!

In den letzten Wochen und Monaten nehmen rassistische und faschistische Angriffe in Bayern zu. Die organisierte Neonazi-Szene agiert zunehmend offen und aggressiv. In München kommt es im April und Mai zu mehreren Attacken von Neonazis. So wurden die Fenster des Wohnprojekts „Ligsalz 8“ eingeworfen, Nazi-Parolen in die Fenster eingeritzt und die gesamte Fassade mit Farbbeuteln beworfen. Die Geschäftsstelle des Bayerischen Flüchtlingsrats wurde Ziel ähnlicher Angriffe. Ebenso wurden vier Fensterscheiben des Büros des Kurt-Eisner-Vereins eingeworfen. Am EineWeltHaus konnten zweimal Vermummte vertrieben werden.
Auch bayernweit nehmen rechte Angriffe zu. Unter anderem wurde im Mai in Nürnberg die Gedenktafel für die Opfer des NSU mit rechten Aufklebern beklebt und in Bamberg eine türkische Familie angegriffen und verletzt.
Solche Angriffe treffen wenige, Einzelne. Sie sind aber Angriffe auf uns alle und auf eine offene, antirassistische Gesellschaft!

Für weitere Informationen:

http://www.nsuprozess.blogsport.de/
http://www.nsuprozess.info/
http://kafemarat.blogsport.de/
http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/muenchen-demonstration-gegen-nazi-attacken-2929452.html

27. Mai 2013

Sprachkompetenz

Beinahe täglich ärgere ich mich über Rechtschreib-, Grammatik- und Bedeutungsfehler bei SZ und taz. Bei der ZEIT ist das noch erträglich.


Jura-Professorin Jantina Nord merkte jetzt an, dass ihre StudentInnen an keinen Fachwortschatz mehr beherrschten, auch keine Grammatikregeln. Der Konjunktiv sei ihnen nicht geläufig, was natürlich bei RechtsstudentInnen besonders prekär ist.
Ich beobachte die Entwicklung jetzt über Jahrzehnte. Warum soll die Senkung des Bildungsniveaus sich nicht gesellschaftlich auswirken?
Bei den Printmedien wurden die Korrektoren schon längst eingespart.
Auf weiterführende Schulen müssen aus politischen Gründen auch die wechseln, deren Sprachkompetenz nicht genügend ist.
Nun ja. Beim Sprachtest von Bastian Sick tat ich mir auch schwer. Vorsicht bei der Frage nach der "First Lady". Die Frage ist nicht mehr zeitgemäß.

24. Mai 2013

Schulmahlzeiten

Das World Food Programme beschreibt in einer Studie die Schulverpflegung von Schülern und deckt große Mängel auf (einseitiges, teilweise ungesundes, dick machendes Angebot).

 Guten Appetit!

Wie halten wir es?
Wir bieten ab 7.15 Uhr ein kostenloses Frühstück an, auch für die Grundschüler im Haus. Im Winter gibt es Tee, das ganze Jahr über Orangensaft und Milch, Müsli, Käse, Wurst und Obst, Brötchen, Butter und Marmelade und Joghurt. Die Nutella wurde vom Hausmeister abgeschafft, sehr zum Leidwesen der verschleckten Schulleitung!
Das Mittagessen im Ganztag liefert zum einen Teil ein Kooperationspartner, der frisch kocht, 50 Meter von der Schule entfernt. Dort werden täglich für arme Familien preisgünstige und ernährungsphysiologisch ausgewogene Mittagessen angeboten.
Den anderen Teil bringt ein Caterer heiß, frisch zubereitet. Einer, der sich in die Töpfe schauen läßt.
Die Kommune möchte jedoch alles vereinheitlichen, scheitert aber bisher schon an der termingerechten Ausschreibung: Einen Caterer für alle Schulen, der am besten tiefgefroren anliefert.
Wir wollen das nicht und werden dagegen kämpfen. Aber bis zum nächsten Schuljahr wird noch nichts passieren.
Herr Lafer wäre uns allerdings schon recht, wenn auch nicht so hoch technologisiert (Essensbestellung via Smartphone).
Dass es auch mal nicht so schmeckt - mein Gott, wer kennt das nicht?

Deutschland als Einwanderungsland Hochqualifizierter - ja, aber ...


Im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ermittelte ein Forscherteam, dass die meisten Zuwanderer qualifizierter ausgebildet als die durchschnittliche eingesessene Bevölkerung seien und fordert, dass die BRD als Einwanderungsland neu aufgestellt wird. Zudem wird gewarnt, dass der Zuzug endlich sei und irgendwann versiege.
Das ist richtig.
Aber: Es gibt nach wie vor so viele junge Menschen in Deutschland, die nicht entsprechend gefördert werden.
Mehr Geld in die Ausstattung der Schulen. Bessere Ausbildung der Lehrkräfte. Einbeziehung anderer Berufsgruppen, z. B. von Erziehern, in die Schulen. Schulzeit eher verlängern als verkürzen. Das Niveau in den diversen Schularten nicht ständig senken; das ist verkehrte Förderung.

9. Mai 2013

Inklusion, zum xten Mal

Seit 2008 hören die BildungsKultusbürokratien nicht auf, Inklusion zu predigen und zu verordnen. Damals trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft und Vernor Munoz aus Costa Rica, der damalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, besuchte Deutschland und monierte prompt die hohe Zahl der Förderschüler. Inklusion wurde angemahnt, auf allen Ebenen. Dagegen würde ja auch wenig sprechen, bis auf besondere Fälle von Behinderung. Das Manko ist lediglich, dass es keinen verbindlichen Rahmen gibt, wie die Unterstützung der Inklusionsschulen bei den verschiedenen Arten von Inklusionsschülern aussieht.
Die Schulen sollen halt schon mal anfangen zu inkludieren und dann werde man schon Unterstützung gewähren.
Aber das kennen wir ja. Immer mehr auf unseren Schultern austragen.

22. April 2013

Wofür Lehrer nicht bezahlt werden

In einem SPIEGEL-Interview verrät der von mir durchaus geschätzte Bildungsforscher John Hattie, wofür Lehrkräfte bezahlt werden:
"Dass er (i.e. der Lehrer) sich seiner eigenen Wirkung bewusst ist und sich fortlaufend überprüft. Dass er Stoff mit Leidenschaft vermittelt. Dass er sich dafür zuständig fühlt, dass alle Kinder in seiner Klasse etwas lernen, nicht nur einige wenige. Dass er eine Geisteshaltung mit ins Klassenzimmer bringt, die zum Lernen ermutigt und Fehler zulässt. Dass er anspruchsvolle Ziele vorgibt. Dafür werden Lehrer bezahlt." (SPIEGEL vom 22.4.2013)
Fragt sich, wofür werden LehrerInnen nicht bezahlt?
Dass sie Fortbildungen halten und an solchen teilnehmen. Dass sie Büroarbeit verrichten, weil es zu wenig Sekretärinnenstunden gibt. Dass sie Kindern zu einem Frühstück verhelfen. Dass sie mit Behörden und Ämtern verhandeln und sich mit schwerfälligen Apparaten herumschlagen. Dass sie Kinder unterbringen und in Obhut nehmen lassen. Dass sie - je nach Schulart und Fach - so viel korrigieren, dass die kleinen Ferien locker aufgefressen werden. Dass sie Schule entwickeln. Dass sie Förderpläne schreiben, auch wenn sie nicht dafür ausgebildet sind. Dass sie Vertretungsstunden über ein erträgliches Maß hinaus halten. Dass sie nicht in Ruhe gelassen werden, sondern alle drei Monate mit sich zum Teil widerrufenden Vorschriften belästigt werden. Dass sie in der Klasse mit einer Bildungsspanne konfrontiert sind, die beinahe nicht mehr zu überschauen ist. Dass sie inkludieren ohne dass genügend Mittel bereitgestellt werden. Dass sie den Ganztag mit unzureichenden Ressourcen stemmen. Dass sie junge KollegInnen an der Hand nehmen und in die Strukturen der Arbeitsplätze einführen. Dass ...


11. April 2013

Warum?

Eine Schule Kollegium schafft sich alles selbst, ohne Unterstützung von außen (=Stadt und Staat).
Geht an denWochenenden an die Uni, um Schulentwicklung zu lernen.
Ab 2005 wird die Schule regelmäßig bepreist.
Sie hebt das Ansehen der bayerischen Hauptschule in den Medien der Öffentlichkeit.
Sie ist bundesweit bekannt und wird von anderen Schulen um Rat gefragt.
Sie ist einmal unter den 15 besten Schulen Deutschlands aller Schularten.
Sie ist 2013 bayerischer Landessieger.
Es hagelt eine Flut von Lob und Gratulationen aus ganz Deutschland.
AuchSogar zwei Schulen von 59 HauptMittelschulen aus der Stadt haben gratuliert.
Ein befreundeter Schulrat schickte eine nette Mail.
Viele Kooperationspartner und Freunde, bis hin zur Arbeitsagentur Bayern, haben gratuliert.
Die Stadt sagt nichts.
Die Parteien, die sich Bildung auf ihr Banner geschrieben haben, schweigen.
Die unmittelbar vorgeordnete Stelle schweigt schickt ein Gratulationsschreiben mit der Aufforderung, in einem bestimmtem Format Fotos und Texte einzuschicken.

Wir werden unseren Weg weiter gehen, allein.

7. April 2013

Stolpersteine in Friedenau

Die letzte Woche der Osterferien verbrachte ich bei Freunden in Berlin-Friedenau, einem städtebaulich sehr interessanten Stadtteil mit regem kulturellen Leben seit Anfang des 20. Jahrhunderts.
Ende März wurden dort Stolpersteine verlegt. Das macht der Kölner Künstler Gunter Demnig oder von ihm autorisierte Personen seit 1997.
Am Tag nach der Verlegung waren die Steine geschwärzt.


 Tags darauf hatten die Anwohner die beschmutzten Steine wieder gereinigt.


In München gibt es Stolpersteine nur auf Privatgrund.
Aus einem Brief von Herrn Ude:

"Der Münchner Stadtrat hat die Aktion Stolpersteine am 16. Juni 2004 mit einer überwältigen-den Mehrheit abgelehnt. Diese ablehnende Haltung wurde wie folgt begründet
- Der Stadtrat will der Holocaust-Opfer an herausgehobener Stelle gedenken und nicht im Straßenschmutz. Über die Stolpersteine geht der Alltagsverkehr im Wortsinn tagtäglich hinweg. Der Stadtrat will keine Form des Gedenkens, die im Alltag mit Füßen getreten
wird.

- Der Stadtrat will sämtlicher Opfer gedenken und nicht einiger weniger. Die Stolpersteine hingegen greifen von Tausenden Opfern in München nur einige Dutzend oder bestenfalls einige Hundert heraus.
- Der Stadtrat will grundsätzlich sicherstellen, dass Gedenkstätten im öffentlichen Raum niemanden von den Betroffenen in seinen Gefühlen verletzen. Bei den Stolpersteinen ist definitiv bekannt, dass viele jüdische Menschen sie als unangemessene Würdigung im
Straßenschmutz und herabsetzende Form des Gedenkens empfinden.

- Der Stadtrat verfolgt seit Jahren das Ziel, gerade das Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Gewaltverbrechen im demokratischen Konsens zu gestalten, wie es bei verschiedenen hier in München verwirklichten Projekten auch bereits gelungen ist.
Im Übrigen teilen auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Frau Charlotte Knobloch, sowie die Israelitische Kultusgemeinde München die Haltung des Münchner Stadtrats.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Ihr Christian Ude"  (Link: http://direktzu.muenchen.de/ude/messages/stolpersteine-20816)

26. März 2013

Lehrer haben es leicht, oder?

Drei Monate Ferien im Jahr.
Halbtagsjob.
Arbeit mit Kindern ist doch nicht so schlimm wie getan wird.
Bis 28 Wochenstunden Unterricht?
Differenzieren, individualisieren, inkludieren?
Leistungen von Schülern dokumentieren, Leitlinien entwerfen, Schule entwickeln, Förderpläne aufstellen?
Vorbereiten von Schulstunden, Korrigieren von Klassenarbeiten, Elterngespräche, AGs, Verwaltung, Telefonate mit Erziehungshilfen, Sozialbürgerhäusern=
mindestens 40 Prozent der Arbeitszeit?
In übervollen, engen, vor sich hin rottenden Schulhäusern?
Das Dumme ist nur:
34 % der LehramtsstudenInnen ergreifen den Lehrberuf, weil sie viel Freizeit haben wollen.
51 % wollen sich nicht vom Beruf  vereinnahmen lassen.


20. März 2013

Teamarbeit

Eine Kollegin funktioniert nicht ...
Drei KollegInnen waren diese Woche auf einer Fortbildung der Akademie des Deutschen Schulpreises.
Themen waren Schulentwicklung - Unterrichtsentwicklung - Teamentwicklung.
Teamentwicklung und -arbeit sind in aller Munde, werden propagiert und gefordert. Das, was sich bei uns von unten langsam entwickelt hat, was von der Schulleitung ge- und unterstützt wird, wird an manchen Schulen von oben angeordnet und, man lasse sich das gedanklich im Kopf zergehen, bei der Beurteilung verwendet. Schulleitungen sitzen bei den Teamtreffen dabei und beurteilen ...
Ja, und dann kam der Spruch: "Eine Kollegin 'funktioniert' nicht".
Woran das wohl liegt?

11. März 2013

Jahrgangsübergreifendes Lernen

An den Berliner Grundschulen wurde es 2005 flächendeckend eingeführt, jetzt ist es wieder den Schulen überlassen, ob sie jahrgangsübergreifend unterrichten wollen oder nicht. Und siehe da, ein Drittel will zum Schuljahr 2013/14 zu jahrgangshomogenen Klassen zurückkehren.
Die Zahl der Sitzenbleiber Verweiler stieg in den jahrgangsübergreifenden Klassen von 4,5% (2007), 6,7% (2010) auf 14% im Jahr 2011. Ein dramatischer Anstieg.
Was immer auch die Gründe sein mögen: Uns geht es darum, den Schulen zu überlassen, wie sie ihren Unterricht organisieren wollen. Aber nein, es wird diktiert. Schule ist ja auch von je her streng hierarchisch aufgebaut.
Wie sagte doch unser Freund Alex Rühle am Ende des Artikels, in dem er eine Lanze für unseren Berufsstand brach?
"Auf die Frage, was die Lehrer sich am dringendsten wünschten für einen besseren Unterricht, antworteten alle, egal, ob sie nun am Gymnasium, einer Haupt-, einer Grund- oder einer Realschule tätig waren: Zeit. Zeit für die Klasse. Zeit für den Stoff. Und Zeit für den einzelnen Schüler."
Und Ruhe.
Ruhe.
Und nochmal: Ruhe.

21. Februar 2013

Lebenszeichen

Weiß jemand, was mit Frau Falke los ist?

20. Februar 2013

Für Frau LA², i.e. Referendarin!

Und auch ihr Link für meine LeserInnen:

1) Wenn du Pergament färben würdest, welche Farbe würdest du wählen?
hellblau/gelb
2) Hast du die richtige Fingerstellung, wenn du mit der Tastatur schreibst?
Meine zwei Finger stehen immer richtig.
3) Was hast du unter deinem Bett?
Bügelwäsche 
4) Was würdest du mit deiner ersten Million machen?
Mir einen Porsche kaufen und den Rest meiner Schwester, meiner Nichte und meinen Neffen geben.
5) Hast du jemals bei einer Klassenarbeit geschummelt?
Klar doch!
6) Lieber Obst oder lieber Gemüse?
Kommt drauf an. Eigentlich Gemüse, aber frische Beeren oder Äpfel vom Baum ...
7) Was solltest du öfters machen?
Ins Theater/Konzert gehen.
8) Hast du Freizeit?
Ja.
9) Und was machst du mit der?
Chillen. Spontanen Bedürfnissen nachgehen.
10) Was ist dein Lieblingswitz?
Kann mir keine merken, erzähle auch keine. Lache trotzdem viel.
11) Was ist das Peinlichste, was dir je passiert ist?
Sag ich garantiert nicht. Würde ich etwas schreiben, stimmte es nicht.

Für Frl. Ratgeber!

... Und für meine LeserInnen der Link zu ihr:


1. Welche Musik magst du?
Musik aus Nordafrika, Grateful Dead, Frank Zappa, Miles Davis, Ginger Baker, Attwenger, Traffic, Kinks, Rolling Stones, Beatles, die ganzen Sixties halt, the Canterbury Bands, Maceo Parker, Wellküren und ihre Brüder, Tamikrest, Tinariwen... ich könnte die ganze Seite vollschreiben ...
2. Wie würdest du deine Familie beschreiben?
Familie ist eine Zwangsgemeinschaft. Freunde kann ich mir aussuchen. Allerdings habe ich eine, wenn auch eine reduzierte.
3. Wo machst du am liebsten Urlaub?
In Städten. Basel, Berlin, London, Wien, Triest und Venedig auf dem Lido, Venice, Venezia.
4. Was war das Peinlichste, was du je erlebt hast?
---- Sag ich nicht.
5. Wenn du eine Person aus der Vergangenheit treffen könntest, wer wäre das?
Karl Marx.
6. Samsung oder Iphone?
HTC (6 Jahre alt!)
7. Hörbuch, eBook-Reader oder waschechtes Buch?
Hörbuch im Auto. Sonst nur Buch.
8. Dein liebstes Backrezept?
Apple Crumble.
9. Ein Sonntagmorgen aus deiner Kindheit?
----
10. Stadt oder Land?
Beides. Lebe in der Stadt, fast landartig.
11. Deine beste Eigenschaft?
Vergessen können. Wenige, echte Freundschaften nachhaltig pflegen können.

16. Februar 2013

Eine Lanze für die Lehrer und Lehrerinnen

Alex Rühle, Freund und Redakteur der Wochenendbeilage der SZ, hat eine Lanze für unseren Berufsstand gebrochen. Wie immer brilliant formuliert, witzig und feuilletonhaft geschrieben, im Kern aber sehr ernst gemeint.
Ach ja: Auf der ersten Seite der SZ am Wochenende vom 16./17.2.2013.


14. Februar 2013

Hauptschüler schaden Hauptschülern ...

... und Schüler der 5stufigen Realschule derselben.
Das hat das Ifo-Institut München herausgefunden.
Ziel der 6stufigen Realschule war ja, den Realschülern eine vertiefte und breitere Bildung zu ermöglichen. Nichts von dem ist eingetreten. Den Mittelschulen fehlen in der 5. und 6. Klasse leistungsstarke (Mittel)Schüler, an den Realschulen sinkt seitdem das Niveau (was immer das auch ist). Lehrkräfte und Schulleitungen haben seinerzeit, es war die Jahrtausendwende und in Bayern standen Wahlen am Horizont, lautstark davor gewarnt. Aber die bessere Lobby und das Bedürfnis, ein Wahlgeschenk machen zu müssen, obsiegten.
Jetzt ist die Situation die, dass in Gegenden mit hohem Migrationsanteil die Grundschulen hohem Druck ausgesetzt sind, bessere Übertrittsquoten zu erzielen. Das geht natürlich auf Kosten der schwächeren Schüler, die dann in der 5. Klasse der Mittelschule weder lesen können, geschweige denn die Texte verstehen, noch keine Grundrechenarten beherrschen (Wer das nicht glaubt, darf gerne bei uns hospitieren).
Aber irgendwie packen wir es in der Mittelschule, zusammen mit den Kindern. Und plötzlich treten welche in den sog. M-Zug an einer anderen Mittelschule über, und schon wieder fehlen die Zugpferde Leistungsträger.
Aber irgendwie packen wir es in der Mittelschule, zusammen mit den Kindern. Und plötzlich schaffen fast alle den Hauptschulabschluss und mehr als 2/3 den Quali. Wie ist dieser Riesenspagat von der 5. bis zur 9. Klasse möglich, bei minimaler staatlicher Unterstützung?
Und jetzt muss ich aufhören, sonst gibt es eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Da habe ich keinen Bock drauf, weil zu wenig Energie für so was da ist.

12. Februar 2013

Mädchen sind besser als Jungen

Vorurteile über Jungen tragen dazu bei, dass diese in der Schule schlechter sind, undisziplinierter und disziplinloser.
So eine mehr als zwei Jahre alte Studie von Bonny Hartley und Robbie Sutton von der Universität Kent. Mädchen glauben, dass sie von klein an in der Schule klüger, wohlerzogener sind und sich mehr anstrengen als Jungen.
Wenn man vor einem Test den Jungen sagt, sie seien schlechter als Mädchen, dann waren sie das auch. Sagte man beiden Gruppen, Mädchen wie Jungen könnten gleich gute Leistungen erbringen, so verbesserten sich die Jungen: Die Macht der Suggestion.
Zwei Mädchen fanden jetzt aber den biologischen Grund heraus, warum Jungen schlechter sein müssen:

Genau dasselbe sagten die Mädchen der 9b im Unterricht. Die Machos in der Klasse waren stinkesauer.

7. Februar 2013

Befragung zur Mittelschule

File:Reflection in a soap bubble edit.jpg

Ernüchternde Umfrageergebnisse, aber was Wunder.
Die herbe Wirklichkeit weicht stark ab von den propagierten Wunschvorstellungen des KM. 200 Schulleiter- und 800 LehrerInnen befragte der BLLV zur Situation an den HauptMittelschulen.
  • Mittelschule - ein Erfolgsmodell? 12 % der Befragten stimmen zu, 78 % lehnen ab.
  • Unterrichtsausfall gesenkt? 73 % verneinen dies.
  • individuelle Förderung ausgebaut? Mehr als 90 % sind nicht dieser Meinung.
  • mangelhaftes Angebot an Förderkursen, keine Unterstützung durch zusätzliche Lehrkräfte, ungünstige Voraussetzungen bei  der Ausbildungsplatzsuche...
  • ...und 80 % der Befragten meinen, dass sich die Qualität von Schule durch die Umetikettierungwandlung in Mittelschulen nicht verbessert hat.
Irgendwo stimmt irgendetwas bei irgendeiner Wahrnehmung nicht.

4. Februar 2013

Korrekte Kinderbücher

Datei:Struwwelpeter Mohr ausschnitt.jpg

Sie hört nicht auf, die Debatte um das Streichen bzw. Ersetzen bestimmter, heute missliebiger oder nicht mehr so gebräuchlicher und damit allgemein verständlicher Wörter in Kinderbüchern. Der obige Mohr* hat kein Baströckchen an. Negerkusswurfmaschinen** werden z.B. zu "Schokokusswurfmaschinen" oder "dunklen Schaumkusswurfmaschinen". Das geht ja gerade noch. Was machen wir aber mit der "Muhme Rumpumpel" aus der "Kleinen Hexe" von Otfried Preußler? Fußnoten! Fußnoten! Muhme und Oheim sind nicht mehr gebräuchliche Ausdrücke für Onkel und Tante mütterlicherseits; väterlicherseits heißen sie Onkel und Tante.
Das wäre dann tatsächlich Bildung. Für Vorleser- und ZuhörerInnen.


*heute sagt man "Schwarzer" oder "Mensch mit dunkler Hautfarbe"
**"Neger" stammt von "niger" (lat.), "nègre" (franz.), meinetwegen auch "negro" (span.) ab,

1. Februar 2013

Mehr Freiheit und Verantwortung?

(zur Pressemitteilung 021 des KM Bayern vom 1.2.2013)
Erstmal vorweg: Den Ausdruck "Schulfamilie" kann ich ebensowenig leiden wie die "Ressourcensonne", die immer dann auf dem Tisch ausgebreitet wird, wenn es um Sparen geht. Wäre ich dann der Papa der Schulfamilie? Oder gar der beginnend demente Opa?



Tja.
Entscheidungs- und Handlungskompetenz sollen vor Ort gestärkt werden.
Wieso eigentlich? Sollen mit der mittleren Führungsebene die KollegInnen "vor Ort" abgespeist werden, weil sie im Voksschulbereich kaum Aufstiegschancen oder Anrechnungen haben? Leitungsspannen reduzieren? Das Wort werde ich für das Unwort des Jahres vorschlagen. Soll die mittlere Führungsebene Schulleitungen zum Nulltarif entlasten, Schulleitungen, die in  der Grund- und Mittelschule wesentlich mehr Zeit für Unterricht aufbringen müssen als sie Zeit für Leitung haben, verglichen mit den anderen beiden Schulformen unserer heiligen Dreifaltiggliedrigkeit?
Und überhaupt: Fängt Autonomie nicht damit an, dass die Leitung zumindest Mitsprache beim Personal, bei der Stellvertretung oder der Nachfolgerin hat? Solange das nicht garantiert ist, bleibt alles andere Gewäsch.
Wunderbar ist, dass wir jetzt "eigene Schulentwicklungsprogramme" entwickeln dürfen. Als wir vor 12 Jahren anfingen, unsere Schule selbständig, mit externen Partnern, zu entwickeln, bekamen wir keine Unterstützung. Bis heute eigentlich. Die Preise oder Nominierungen, die wir alle zwei Jahre bekommen, werden natürlich stolz ans Revers geheftet.
Und dass die Schulen "begleitet" werden, das spüren wir ja schon immer. "Die Eigenverantwortliche Schule ist keine autonome Schule. Unsere Schule ist in einen stabilen Rahmen der Qualitätsentwicklung und Begleitung eingebunden“, so der Minister.
Es wird sich wenig bis nichts tun.

31. Januar 2013

Berlin verweigert Auskunft über Schulabbrecher...

...meldet die SZ-Online heute.
Was sind Schulbabbrecher? SchülerInnen, die die Schule ohne Abschluss verlassen?
Oder SchülerInnen, die, bei beendeter Volksschulpflicht, die Schule vorzeitig verlassen?
Und warum weigert sich Berlin, die Zahlen herauszugeben?
Zu hohe Quoten? Politisch inkorrekt?
Bei uns jedenfalls ist es so:
Den erfolgreichen Hauptschulabschluss bekommen alle SchülerInnen, die abgehen, da sorgen wir schon dafür. Auch während des Schuljahres nehmen wir für Externe den HS-Abschluss ab, jetzt wieder im März für einen Volkshochschulkurs.
Den qualifizierenden HS-Abschluss erreichen beinahe 80 % aller SchülerInnen. Und von den restlichen 20 % versuchen es viele im nächsten Schuljahr nochmal durch freiwillige Wiederholung.
Wir als Schule geben jedenfalls unsere Zahlen jedem bekannt, der sie haben will.

20. Januar 2013

Motivation soll es richten?

Jede Woche fast wird eine neue Studie veröffentlicht, die mit Bildung und Schule zu tun hat. In der Zeitschrift "Child Development" schreiben vier Wissenschaftler, dass es nur bei kleinen Kindern einen Zusammenhang gebe zwischen Intelligenz und mathematischen Fähigkeiten. Mit dem Älterwerden werde der Lernfortschritt aber nur noch durch die "innere Motivation des Kindes und seiner Lernstrategie" beeinflusst. Intelligenz solle dann keine Rolle mehr spielen.
Daten von 3500 Schülern der 5. bis 10. Klassen aus Haupt-, Realschule und Gymnasien lagen zugrunde, darüber hinaus wurde in der 5. und 7. Klasse die Intelligenz erfasst.
Bin gespannt, wann die Gegenstudie hierzu veröffentlicht wird.