31. Dezember 2013

Hassan Ali Djan

... stammt aus Afghanistan. Mit 17 Jahren gelang ihm die Flucht nach München. Zum Glück konnte er bleiben. In der Schule musste er als Analphabet Lesen und Schreiben lernen. Er wusste, dass er Deutsch lernen muss, um sich in der Gesellschaft zurecht zu finden und übte sehr fleißig. Den qualifizierenden Hauptschulabschluss bestand er mit der Note 2,2. Eine Ehrenamtliche der Caritas gab ihm in der Flüchtlingsunterkunft Nachhilfe, ging mit ihm ins Museum und zeigte ihm die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er bestand seine Lehre als Gebäude-Elektrotechniker und ist nun Geselle. Den Kindern der 7. Klassen gab Hassan den Rat, die Möglichkeiten, die sich an Schulen in Deutschland bieten, zu nutzen und einen guten Abschluss zu machen. Das sei der Schlüssel zum Beruf.
 k1-31_hassan
In der SZ vom 31.12.2013 wurde er auf Seite 3 portraitiert.

13. Oktober 2013

Mittelschichtskinder werden ärmer

... als ihre Eltern, sagt eine Studie der britischen Regierung.
Was Wunder.
Alles wird teurer, vor allem die Mieten in den Ballungszentren. Die Lebenshaltungskosten explodieren. Die Löhne? Steigen nicht wirklich.

Und was in England passiert, schwappt wenig später auf den Kontinent über. So war es schon bei  den Privatisierungen der Thatcher(Gott hab sie selig)- Regierung Anfang der 80er Jahre. Bahn, Gesundheitswesen, Post, Telekommunikation: Verluste werden vom Staat übernommen, Gewinne privatisiert.
Auswirkungen dieser Entwicklung spüren wir heute schon: Manche Familien verdienen gerade so viel, dass sie keine staatliche Förderung mehr bekommen, obwohl das Geld hinten und vorne nicht reicht.

31. Juli 2013

Let`s work together!

Das Schuljahr ist vorüber.
Wir haben die Aufgaben bewältigt, weil wir fast keine Einzelkämpfer haben, sondern Schule als gemeinsame Aufgabe gesehen wird.
Was für ein Glück!

9. Juli 2013

Kulturelle Bildung in die Schulen!

Wenn Bernhard Heinzlmaier sich beklagt, dass Schulen nur "gut ausgebildete Ungebildete" produzieren, wenn man ihm darin folgt, dann muss es heißen: Mehr kulturelle Bildung in die Schulen! Wie das geht, weiss jede Schule selbst. Es gibt mehr als 1000 Projekte, um Schüler zu "bespaßen". Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich ein Kollegium einig ist, kultureller Bildung den entsprechenden Stellenwert zuzuweisen. Und es muss das auswählen, was nachhaltig zu Leitbild und Schulprofil passt.



 


20. Juni 2013

Konkurrrenz

Sich einigen fällt schwer.
Unter KollegInnen.
Zwischen Schulen.
Zwischen Behörden, Fachabteilungen.
Für die jeweils andere Seite irrational wirkende Argumente werden vorgeschoben.
Es geht nicht mehr um die Sache.
Es geht um "meines" und "deines".

17. Juni 2013

Schulleiter im Dauerstress

Dem Interview von Anja Nehls im Deutschlandradio ist an sich nichts hinzu zu fügen. Ich bin zwar an einer kleinen Schule (max. 270 Schüler), aber die Schule arbeitet in einem Riesennetzwerk von Unterstützern, die in die Schule kommen.
Das ist manchmal der Wahnsinn.

2. Juni 2013

Informatik für alle?

Ja!
Bei uns ist es nur Wahlfach, aber es wählen mehr SchülerInnen dieses Fach als wir Stunden dafür haben. Und die Jungs und Mädels sind wirklich gut. Sie lernen zwar nur mit Anwenderprogrammen umzugehen, Programmierung ist in der Mittelschule sehr am Rande gefragt. Aber immerhin.
Es wäre eine Chance. Die KMK könnte sich auf gemeinsame Lehrpläne einigen statt 16fach herum zu stopseln.
Bis dahin:


29. Mai 2013

GEMEINT SIND WIR ALLE!


Rechte und rassistische Aktivitäten nehmen zu – Angriffe auf eine offene Gesellschaft!

In den letzten Wochen und Monaten nehmen rassistische und faschistische Angriffe in Bayern zu. Die organisierte Neonazi-Szene agiert zunehmend offen und aggressiv. In München kommt es im April und Mai zu mehreren Attacken von Neonazis. So wurden die Fenster des Wohnprojekts „Ligsalz 8“ eingeworfen, Nazi-Parolen in die Fenster eingeritzt und die gesamte Fassade mit Farbbeuteln beworfen. Die Geschäftsstelle des Bayerischen Flüchtlingsrats wurde Ziel ähnlicher Angriffe. Ebenso wurden vier Fensterscheiben des Büros des Kurt-Eisner-Vereins eingeworfen. Am EineWeltHaus konnten zweimal Vermummte vertrieben werden.
Auch bayernweit nehmen rechte Angriffe zu. Unter anderem wurde im Mai in Nürnberg die Gedenktafel für die Opfer des NSU mit rechten Aufklebern beklebt und in Bamberg eine türkische Familie angegriffen und verletzt.
Solche Angriffe treffen wenige, Einzelne. Sie sind aber Angriffe auf uns alle und auf eine offene, antirassistische Gesellschaft!

Für weitere Informationen:

http://www.nsuprozess.blogsport.de/
http://www.nsuprozess.info/
http://kafemarat.blogsport.de/
http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/muenchen-demonstration-gegen-nazi-attacken-2929452.html

27. Mai 2013

Sprachkompetenz

Beinahe täglich ärgere ich mich über Rechtschreib-, Grammatik- und Bedeutungsfehler bei SZ und taz. Bei der ZEIT ist das noch erträglich.


Jura-Professorin Jantina Nord merkte jetzt an, dass ihre StudentInnen an keinen Fachwortschatz mehr beherrschten, auch keine Grammatikregeln. Der Konjunktiv sei ihnen nicht geläufig, was natürlich bei RechtsstudentInnen besonders prekär ist.
Ich beobachte die Entwicklung jetzt über Jahrzehnte. Warum soll die Senkung des Bildungsniveaus sich nicht gesellschaftlich auswirken?
Bei den Printmedien wurden die Korrektoren schon längst eingespart.
Auf weiterführende Schulen müssen aus politischen Gründen auch die wechseln, deren Sprachkompetenz nicht genügend ist.
Nun ja. Beim Sprachtest von Bastian Sick tat ich mir auch schwer. Vorsicht bei der Frage nach der "First Lady". Die Frage ist nicht mehr zeitgemäß.

24. Mai 2013

Schulmahlzeiten

Das World Food Programme beschreibt in einer Studie die Schulverpflegung von Schülern und deckt große Mängel auf (einseitiges, teilweise ungesundes, dick machendes Angebot).

 Guten Appetit!

Wie halten wir es?
Wir bieten ab 7.15 Uhr ein kostenloses Frühstück an, auch für die Grundschüler im Haus. Im Winter gibt es Tee, das ganze Jahr über Orangensaft und Milch, Müsli, Käse, Wurst und Obst, Brötchen, Butter und Marmelade und Joghurt. Die Nutella wurde vom Hausmeister abgeschafft, sehr zum Leidwesen der verschleckten Schulleitung!
Das Mittagessen im Ganztag liefert zum einen Teil ein Kooperationspartner, der frisch kocht, 50 Meter von der Schule entfernt. Dort werden täglich für arme Familien preisgünstige und ernährungsphysiologisch ausgewogene Mittagessen angeboten.
Den anderen Teil bringt ein Caterer heiß, frisch zubereitet. Einer, der sich in die Töpfe schauen läßt.
Die Kommune möchte jedoch alles vereinheitlichen, scheitert aber bisher schon an der termingerechten Ausschreibung: Einen Caterer für alle Schulen, der am besten tiefgefroren anliefert.
Wir wollen das nicht und werden dagegen kämpfen. Aber bis zum nächsten Schuljahr wird noch nichts passieren.
Herr Lafer wäre uns allerdings schon recht, wenn auch nicht so hoch technologisiert (Essensbestellung via Smartphone).
Dass es auch mal nicht so schmeckt - mein Gott, wer kennt das nicht?

Deutschland als Einwanderungsland Hochqualifizierter - ja, aber ...


Im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ermittelte ein Forscherteam, dass die meisten Zuwanderer qualifizierter ausgebildet als die durchschnittliche eingesessene Bevölkerung seien und fordert, dass die BRD als Einwanderungsland neu aufgestellt wird. Zudem wird gewarnt, dass der Zuzug endlich sei und irgendwann versiege.
Das ist richtig.
Aber: Es gibt nach wie vor so viele junge Menschen in Deutschland, die nicht entsprechend gefördert werden.
Mehr Geld in die Ausstattung der Schulen. Bessere Ausbildung der Lehrkräfte. Einbeziehung anderer Berufsgruppen, z. B. von Erziehern, in die Schulen. Schulzeit eher verlängern als verkürzen. Das Niveau in den diversen Schularten nicht ständig senken; das ist verkehrte Förderung.

9. Mai 2013

Inklusion, zum xten Mal

Seit 2008 hören die BildungsKultusbürokratien nicht auf, Inklusion zu predigen und zu verordnen. Damals trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft und Vernor Munoz aus Costa Rica, der damalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, besuchte Deutschland und monierte prompt die hohe Zahl der Förderschüler. Inklusion wurde angemahnt, auf allen Ebenen. Dagegen würde ja auch wenig sprechen, bis auf besondere Fälle von Behinderung. Das Manko ist lediglich, dass es keinen verbindlichen Rahmen gibt, wie die Unterstützung der Inklusionsschulen bei den verschiedenen Arten von Inklusionsschülern aussieht.
Die Schulen sollen halt schon mal anfangen zu inkludieren und dann werde man schon Unterstützung gewähren.
Aber das kennen wir ja. Immer mehr auf unseren Schultern austragen.

7. April 2013

Stolpersteine in Friedenau

Die letzte Woche der Osterferien verbrachte ich bei Freunden in Berlin-Friedenau, einem städtebaulich sehr interessanten Stadtteil mit regem kulturellen Leben seit Anfang des 20. Jahrhunderts.
Ende März wurden dort Stolpersteine verlegt. Das macht der Kölner Künstler Gunter Demnig oder von ihm autorisierte Personen seit 1997.
Am Tag nach der Verlegung waren die Steine geschwärzt.


 Tags darauf hatten die Anwohner die beschmutzten Steine wieder gereinigt.


In München gibt es Stolpersteine nur auf Privatgrund.
Aus einem Brief von Herrn Ude:

"Der Münchner Stadtrat hat die Aktion Stolpersteine am 16. Juni 2004 mit einer überwältigen-den Mehrheit abgelehnt. Diese ablehnende Haltung wurde wie folgt begründet
- Der Stadtrat will der Holocaust-Opfer an herausgehobener Stelle gedenken und nicht im Straßenschmutz. Über die Stolpersteine geht der Alltagsverkehr im Wortsinn tagtäglich hinweg. Der Stadtrat will keine Form des Gedenkens, die im Alltag mit Füßen getreten
wird.

- Der Stadtrat will sämtlicher Opfer gedenken und nicht einiger weniger. Die Stolpersteine hingegen greifen von Tausenden Opfern in München nur einige Dutzend oder bestenfalls einige Hundert heraus.
- Der Stadtrat will grundsätzlich sicherstellen, dass Gedenkstätten im öffentlichen Raum niemanden von den Betroffenen in seinen Gefühlen verletzen. Bei den Stolpersteinen ist definitiv bekannt, dass viele jüdische Menschen sie als unangemessene Würdigung im
Straßenschmutz und herabsetzende Form des Gedenkens empfinden.

- Der Stadtrat verfolgt seit Jahren das Ziel, gerade das Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Gewaltverbrechen im demokratischen Konsens zu gestalten, wie es bei verschiedenen hier in München verwirklichten Projekten auch bereits gelungen ist.
Im Übrigen teilen auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Frau Charlotte Knobloch, sowie die Israelitische Kultusgemeinde München die Haltung des Münchner Stadtrats.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Ihr Christian Ude"  (Link: http://direktzu.muenchen.de/ude/messages/stolpersteine-20816)

16. Februar 2013

Eine Lanze für die Lehrer und Lehrerinnen

Alex Rühle, Freund und Redakteur der Wochenendbeilage der SZ, hat eine Lanze für unseren Berufsstand gebrochen. Wie immer brilliant formuliert, witzig und feuilletonhaft geschrieben, im Kern aber sehr ernst gemeint.
Ach ja: Auf der ersten Seite der SZ am Wochenende vom 16./17.2.2013.


14. Februar 2013

Hauptschüler schaden Hauptschülern ...

... und Schüler der 5stufigen Realschule derselben.
Das hat das Ifo-Institut München herausgefunden.
Ziel der 6stufigen Realschule war ja, den Realschülern eine vertiefte und breitere Bildung zu ermöglichen. Nichts von dem ist eingetreten. Den Mittelschulen fehlen in der 5. und 6. Klasse leistungsstarke (Mittel)Schüler, an den Realschulen sinkt seitdem das Niveau (was immer das auch ist). Lehrkräfte und Schulleitungen haben seinerzeit, es war die Jahrtausendwende und in Bayern standen Wahlen am Horizont, lautstark davor gewarnt. Aber die bessere Lobby und das Bedürfnis, ein Wahlgeschenk machen zu müssen, obsiegten.
Jetzt ist die Situation die, dass in Gegenden mit hohem Migrationsanteil die Grundschulen hohem Druck ausgesetzt sind, bessere Übertrittsquoten zu erzielen. Das geht natürlich auf Kosten der schwächeren Schüler, die dann in der 5. Klasse der Mittelschule weder lesen können, geschweige denn die Texte verstehen, noch keine Grundrechenarten beherrschen (Wer das nicht glaubt, darf gerne bei uns hospitieren).
Aber irgendwie packen wir es in der Mittelschule, zusammen mit den Kindern. Und plötzlich treten welche in den sog. M-Zug an einer anderen Mittelschule über, und schon wieder fehlen die Zugpferde Leistungsträger.
Aber irgendwie packen wir es in der Mittelschule, zusammen mit den Kindern. Und plötzlich schaffen fast alle den Hauptschulabschluss und mehr als 2/3 den Quali. Wie ist dieser Riesenspagat von der 5. bis zur 9. Klasse möglich, bei minimaler staatlicher Unterstützung?
Und jetzt muss ich aufhören, sonst gibt es eine Dienstaufsichtsbeschwerde. Da habe ich keinen Bock drauf, weil zu wenig Energie für so was da ist.

20. Januar 2013

Motivation soll es richten?

Jede Woche fast wird eine neue Studie veröffentlicht, die mit Bildung und Schule zu tun hat. In der Zeitschrift "Child Development" schreiben vier Wissenschaftler, dass es nur bei kleinen Kindern einen Zusammenhang gebe zwischen Intelligenz und mathematischen Fähigkeiten. Mit dem Älterwerden werde der Lernfortschritt aber nur noch durch die "innere Motivation des Kindes und seiner Lernstrategie" beeinflusst. Intelligenz solle dann keine Rolle mehr spielen.
Daten von 3500 Schülern der 5. bis 10. Klassen aus Haupt-, Realschule und Gymnasien lagen zugrunde, darüber hinaus wurde in der 5. und 7. Klasse die Intelligenz erfasst.
Bin gespannt, wann die Gegenstudie hierzu veröffentlicht wird.

6. Januar 2013

Frontalunterricht macht klug?

Ich dachte, offener Unterricht macht klug!
Oder war es nicht doch Gruppenarbeit, die klüger macht?
Unter obigem Titel schreibt die FAZ, dass man in den USA (angeblich wegen guter aussagekräftiger Datenmengen) herausgefunden habe, dass es der Frontalunterricht sei, der selig mache.
Ursprünglich dachte ich ja mal, dass es der Inhalt sei, der die Unterrichtsform bestimme. So mag für physikalisch-chemische Versuche die Gruppenarbeit angemessen sein, Wörter lernen kann man prima allein oder mit Partner, wenn demonstriert oder gar doziert (ja, das gibt es auch) werden muss, ist eben Frontalunterricht angesagt. Hier ein schönes Beisipiel: