9. Mai 2013

Inklusion, zum xten Mal

Seit 2008 hören die BildungsKultusbürokratien nicht auf, Inklusion zu predigen und zu verordnen. Damals trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft und Vernor Munoz aus Costa Rica, der damalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, besuchte Deutschland und monierte prompt die hohe Zahl der Förderschüler. Inklusion wurde angemahnt, auf allen Ebenen. Dagegen würde ja auch wenig sprechen, bis auf besondere Fälle von Behinderung. Das Manko ist lediglich, dass es keinen verbindlichen Rahmen gibt, wie die Unterstützung der Inklusionsschulen bei den verschiedenen Arten von Inklusionsschülern aussieht.
Die Schulen sollen halt schon mal anfangen zu inkludieren und dann werde man schon Unterstützung gewähren.
Aber das kennen wir ja. Immer mehr auf unseren Schultern austragen.

Kommentare:

  1. Wieder sehr treffend beschrieben!

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  2. Wie die Praxis der Inklusion aussieht, wenn sich die angekündigte Unterstützung selbst an einer sog. Modellschule auf 5 Stunden Abordnung eines Sonderpädagogen pro Inklusionsklasse beschränkt, kann man sich denken, aber auch nachlesen in einem Artikel der Süddeutschen, die Einblicke in die Arbeit an einer Inklusionsschule in Bremerhaven gibt (http://sz.de/1.1665113). Prima, wie dort alle so toll gemeinsam lernen und voneinander profitieren...

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  3. Unglaublich, was man betroffenen Kindern und Eltern antut!
    Eltern, deren Kinder früher eine Förderschule besuchten, empfanden dies oft als Diskriminierung. Endlich haben sie die freie Wahl. Sie bestehen oft auf dem Besuch einer Regelschule, auch wenn ihr Kind dort die Hölle erlebt. Trotz der vielgelobten sozialen, mitmenschlichen Erfahrungen, die es durchaus gibt.
    Das Kind sieht, dass die meisten Schüler an ihm vorbei ziehen, dass sie einen Abschluss machen und direkt in die Ausbildung wechseln.
    Zwischen 3 und 5 Stunden in der Woche wird das Kind zwar durch einen Förderschullehrer betreut, ansonsten bekommt es von einem gehetzten und überforderten Regelschullehrer schnell ein paar Extraaufgaben zugeschoben. Dieser muss sich der restlichen Klasse schließlich auch widmen: bis zu 32 Schülern! Die größte Errungenschaft: die Benotung wird ausgesetzt.
    Wo soll der Sinn dieser schulischen Entwicklung liegen? Spart man tatsächlich Geld? Werden wir alle bessere Menschen? Zählt der gute Wille mehr und ist obendrein wirksamer als gut ausgebildetes Fachpersonal?
    Hat schon einmal jemand die gelungene, vollkommene Inklusion im dafür vielgelobten Italien näher betrachtet?

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