26. Januar 2014

Streichkonzert II

 
830 Lehrerstellen sollen im nächsten Schuljahr gestrichen werden, vor allem im Grund- und Mittelschulbereich. Der demographische Wandel ist wieder einmal der Hintergrund, die Sparschrauben enorm anzuziehen.
Wie kann gespart werden? Weniger Förder- und Differenzierungsstunden, höhere Teilungsgrenzen, Anhebung der Teilungsgrenzen bei hohem Migrationsanteil.
Das alles geht zu Lasten der Stärkung von Schülerpersönlichkeiten und auf Kosten der Lehrergesundheit.
Vergangene Woche kam eine Meldung im Radio: Die Bayerische Landesbank hat erst eine der vor Jahren zugeschossenen Milliarden zurück gezahlt.
Wie hieß es doch vordem so vielversprechend? 
"Wir garantieren vielmehr den bayerischen Schulen, dass auch bei sinkenden Schülerzahlen die frei werdenden Lehrerstellen vollständig im Bildungssystem belassen werden."
Auch die "individuelle Förderung jedes Schülers" sei das höchste Ziel bayerischer Bildungspolitik, hieß es vor der Wahl im Regierungsprogramm.
Selber schuld, wer je was glaubt.

23. Januar 2014

Rolle rückwärts

"Den Schulen wurde in einem Schreiben nun auch mitgeteilt, dass die Schülerinnen und Schüler einzeln entscheiden, ob sie die Übungsklausur in Deutsch, Englisch und Mathematik als großen Leistungsnachweis, als kleinen Leistungsnachweis oder gar nicht werten wollen."
So der Pressesprecher des KM Bayern.
Darf das wahr sein?
Partizipation von Schülern ist prinzipiell erstrebenswert.
Bei den Übungsklausuren war Partizipation jedoch nicht eingeplant. Erst als die Mathematikergebnisse offensichtlich zu schlecht waren (wie schlecht eigentlich?), entschied man an höchster Stelle, es den SchülerInnen zu überlassen, ob und wie die Übungsklausuren gewertet werden sollen. Den Lehrkräften wurde damit teilweise der Boden unter den Füßen weggezogen. Sie hatten die Übungsklausuren in ihre Bewertungen einbezogen oder es zumindest geplant und dürfen das nun nicht mehr (oder doch, wenn der /die SchülerIn es will?).

21. Januar 2014

SchlaU-Schule für den Deutschen Schulpreis nominiert!

Die SchlaU-Schule in München ist unter den besten 20 Schulen des Jahres 2014.
Sie ist eine staatlich anerkannte Schule für junge Flüchtlinge in München. Rund 220 Jugendliche mit Gestattung, Duldung und Aufenthaltserlaubnis werden hier unterrichtet und zu einem Schulabschluss geführt. "Die Unterstützung der SchülerInnen umfasst neben dem Schulunterricht eine gezielte, intensive individuelle Förderung, die es den Jugendlichen bereits nach kurzer Zeit ermöglicht, in das deutsche Regelschul- und Ausbildungssystem einzusteigen, um sich dort zu entfalten," so die Schule.
Ich finde das großartig. Bleibt nur zu hoffen, dass die Jury des Deutschen Schulpreises erkennt, unter welchen Zwängen und Widrigkeiten und Anfeindungen diese Schule arbeiten muss. Nicht dass wie z. B. 2010 eine Schule gewinnt, die zu einer Klinik gehört und nur eine Handvoll Schüler unterrichten muss oder Schulen mit exotischen Fächern wie einem Leistungskurs Orchideen ausgezeichnet werden. 100.000 Euro würden der SchlaU-Schule Flügel verleihen!
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