5. März 2014

Inklusion III

Bildungsforscher Preuss-Lausitz fordert in seiner im Februar 2014 veröffentlichten Untersuchung zur Inklusion, die Länder sollten jetzt mal daran gehen, die Kosten für die Inklusion, die in der BRD ja seit 2009 verwirklicht werden soll, auszurechnen. Das dürfte nicht so einfach sein, da es in diesem kleinen Land wieder einmal mindestens 16 verschiedene Modelle von Inklusion geben dürfte. Es ist wie im gebundenen Ganztag: Auch hier darf sich alles "rhythmisiert" schimpfen, egal, ob mit Ein-Euro-Kräften oder mit Kulturpädagogen gearbeitet wird.
Inklusion reicht von der Integration von Kindern mit Lernbehinderung in Regelklassen bis hin zur Aufnahme schwerst körperlich oder geistig behinderter Kinder, abgesehen von Kindern, die aufgrund ihrer Behinderung sehr aggressiv auf ihre Umgebung reagieren.

Und hier gerade lassen sich die Kosten im Gegensatz zu den notwendigen baulichen Maßnahmen schlecht berechnen. Ein Kind mit Lernbegleiter kostet nicht soviel wie ein Kind im Rollstuhl mit Schulbegleitung. Am "billgsten" sind noch die SchülerInnen mit Lernbehinderung, denen in Bayern zwei Jahre lang bei der Integration in die Regelklasse durch Förderschullehrkräfte geholfen wird.
Es wäre an der Zeit, dass Bund und Länder gemeinsam Rahmenrichtlinien erarbeiten, die dann von den Länderparlamenten als gesetzliche Grundlage für Inklusion verabschiedet werden. Dann können auch die Kosten erfasst werden.
Solange kein gesetzlicher Rahmen existiert, lehnen wir die Inklusion auf breiter Ebene ab. Die wird nämlich dann auf dem Rücken der LehrerInnen ausgetragen.

1 Kommentar:

  1. Das sind wir als Lehrer ja schon gewohnt. Alle wissen alles besser.
    Egal welches der 16 Modelle oder die Essenz daraus, es soll möglichst wenig kosten. Da greift man gern auf den "Lehrer" zurück. Er soll tun, was er aufgrund seiner pädagogischen Ader eh schon tut, aber jetzt halt noch besser. Während die pädagogische Verantwortung der Eltern sinkt, wächst die der Lehrer.

    Der Lehrer muss zur Behebung aller möglichen gesellschaftlichen und privaten Missstände herhalten. Während man den Eltern behinderter Kinder die Vorzüge gemeinsamen Unterrichtens in rosa Farben ausmalt, lässt man natürlich überall die Schattenseiten unter den Tisch fallen. In grotesker Weise wird der Unterricht durch sehr gut ausgebildetes Fachpersonal ins Licht der Diskriminierung gerückt.

    Weisen Pädagogen auf diesen Umstand hin, gelten sie nicht selten als Nestbeschmutzer oder sind sie sogar herzlos und unmenschlich? Besonders Politiker aller Richtungen springen gern auf den "Inklusionszug" auf. Sie tun gerade so, als seien behinderte Kinder bislang schulisch ausgegrenzt und extrem schlecht beschult worden.

    Und so wird die Entwicklung ihren Lauf nehmen: Lehrer in maroden Schulhäusern ohne Unterstützung vor Riesenklassen mit zu inkludierenden Schülern. Enden könnte es wie in Italien, wo ja die 100%ige Inklusion voll gelungen sein soll.

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