19. Juni 2014

Inklusion V

Wie sollen wir denn unter völlig vagen Bedingungen, mit keinen konkreten Zusagen, inkludieren?
Wir schaffen ja den alltäglichen Unterricht kaum mit unseren ADH-, ADHS-Kindern, unseren Autisten und Aspergerkindern, und ab und an noch ein traumatisiertes Kind aus einer Zufluchtstelle!


Wir sind doch auch Schule, die Wissen und Bildung vermitteln soll und nebenher auch noch Herz und Geist bilden und fördern soll.

13. Juni 2014

Schulversager, Ganztagsschulen, Inklusion ,,,

... das sind die Baustellen, die der Bildungsbericht 2014 benennt.
Schulversager, sogenannte: Da muss sich jede Schulart in Deutschland überlegen, wie sie mit diesen Kindern und Jugendlichen umgehen will. Es ist nicht gut, zu Schuljahresbeginn alle Übertrittskandidaten zu nehmen, nur um sie im Laufe der Jahre zu verlieren, möglicherweise ohne jeden Abschluss. In erster Linie ein Problem der KMK (Elternwille statt Übertrittsempfehlungen).
Ganztagsschulen, sogenannte: So nennt sich alles, was über 13.00 Uhr irgendeine Betreuung bietet, und sei es nur ein aufgewärmtes warmes Mittagessen. Für rhythmisierten Ganztagesunterricht gibt es zu wenig Lehrerstunden und viel zu wenig Geld für kompetente Kooperationspartner. Es gibt auch wenig Ganztagesschulen, sondern meist Schulen mit Ganztagesklassen oder -zügen. Da muss nun mal der Staat ran: Gesetzgebung, Qualitätskriterien, Ausstattung mit Stunden, Geld und entsprechenden Räumlichkeiten.

Inklusion: Endlich sagt mal jemand, dass Förderschulen bleiben müssen. Ansonsten fehlt den Schulen, die mit Liebe und erfolgreich inkludieren, ausgebildetes Lehr- und Hilfspersonal, Lehrerstunden und Räume zur Differenzierung und zu angemessenen Rückzugsmöglichkeiten. Zuständig? Siehe oben.

12. Juni 2014

Geld und Aufstieg?

Gestern, am 11.06.2014, stellte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft seinen neuesten Hochschulreport vor.
Die besten Abiturienten können sich nicht vorstellen, Lehrer zu werden, da der Beruf wenig Geld und wenig Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Diese Einstellung geht ja noch.
Mit viel Enthusiasmus haben deutsche Lehrkräfte dieses Land in den Pisastatistiken immerhin nach vorne geschubst.
Der ist nötig, um diesen Beruf auszuüben, genauso wie Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, genauso wie das Interesse, in einem funktionierendem Team Schule weiter zu entwickeln. Das wissen junge Leute, die diesen Beruf ergreifen wollen, aber noch nicht.

 
(für Ungeduldige ab 3.20 Min.)
Viel schwerer wiegt aber, dass nur 30 Prozent von denen, die am Lehrerberuf interessiert sind, sich für zielstrebig, noch weniger sich für selbstbewusst halten. Und solchen jungen Kollegen sollte vom Lehrberuf abgeraten werden. Ein Heer von Duckmäusern, von Unentschlossenen? Gruslige Vorstellung.

1. Juni 2014

Herzlichen Glückwunsch, KJR!

Am 27. Mai 2014 gab der Kreisjugendring München bekannt, dass er sich aus dem gebundenen Ganztagesangebot an einer Grundschule zurückziehen wird (siehe SZ vom 27.5.2014).

Die Hauptkritikpunkte sind "zu wenig Geld, ständig wechselndes Personal, schlechtes Essen und den ganzen Tag im Klassenzimmer".
Bis auf "ständig wechselndes Personal" und "schlechtes Essen" können wir dem nur zustimmen.
Wie sollen mit lausigen 6.100.-€ im Schuljahr (1000.-€ vom Staat und 5.100.-€ von der Kommune) wöchentlich 6 qualitätsvolle Kooperationsstunden gestaltet werden? Das geht bei uns nur, weil zwei Kooperationspartner im Ganztag mit höchstem finanziellen und personellen Einsatz arbeiten. Ein Projekt in einer 8. bzw. 9. Klasse kostet beispielsweise 30.000.-€ über das Jahr. In der 5. und 6. Klasse läuft der gebundene Ganztag nur deswegen auf hohem Niveau, weil der Partner über enorme Raum- und Materialressourcen verfügt und mit PraktikantInnen und FSJlern arbeiten kann.
Ansonsten sind die Schüler kaserniert bis 15.30 Uhr, haben keine Rückzugs- und Ausruhräume.
Da ist es nur konsequent, wenn der KJR aussteigt und für Schlagzeilen sorgt. Das hat mehr Wirkung als wenn eine kleine Schule dauernd den Mund aufmacht.