1. Juni 2014

Herzlichen Glückwunsch, KJR!

Am 27. Mai 2014 gab der Kreisjugendring München bekannt, dass er sich aus dem gebundenen Ganztagesangebot an einer Grundschule zurückziehen wird (siehe SZ vom 27.5.2014).

Die Hauptkritikpunkte sind "zu wenig Geld, ständig wechselndes Personal, schlechtes Essen und den ganzen Tag im Klassenzimmer".
Bis auf "ständig wechselndes Personal" und "schlechtes Essen" können wir dem nur zustimmen.
Wie sollen mit lausigen 6.100.-€ im Schuljahr (1000.-€ vom Staat und 5.100.-€ von der Kommune) wöchentlich 6 qualitätsvolle Kooperationsstunden gestaltet werden? Das geht bei uns nur, weil zwei Kooperationspartner im Ganztag mit höchstem finanziellen und personellen Einsatz arbeiten. Ein Projekt in einer 8. bzw. 9. Klasse kostet beispielsweise 30.000.-€ über das Jahr. In der 5. und 6. Klasse läuft der gebundene Ganztag nur deswegen auf hohem Niveau, weil der Partner über enorme Raum- und Materialressourcen verfügt und mit PraktikantInnen und FSJlern arbeiten kann.
Ansonsten sind die Schüler kaserniert bis 15.30 Uhr, haben keine Rückzugs- und Ausruhräume.
Da ist es nur konsequent, wenn der KJR aussteigt und für Schlagzeilen sorgt. Das hat mehr Wirkung als wenn eine kleine Schule dauernd den Mund aufmacht.

1 Kommentar:

  1. Auch ich habe Hochachtung vor der Entscheidung des KJR. Es wurden riesige Luftschlösser öffentlich gebaut, die aber mit diesen lächerlichen Beträgen nicht zu finanzieren sind. Auch das Stemmen des Ganztagesangebots unter diesen absurden Bedingungen fällt natürlich ganz unter die Aufgaben der einzelnen Schulen (diese schreien ja immer nach mehr Eigenverantwortung und jetzt...). Man wollte sich bewusst von Angeboten wie der Verwahrung und Überwachung von Hausaufgaben absetzen. Bravo!

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