9. Juli 2014

"Vom Problemfall zur Vorzeigeschule"

So übertitelt die taz von heute einen Artikel.
Kein Zweifel, dass 2006 die Rütli-Schule äußerst schwierige Bedingungen hatte.
Hoher Migrationshintergund, schwierigste Schüler, Perspektivlosigkeit.
Nach dem Brandbrief eines Teils des Kollegiums wurde die ganze Republik auf das Problem aufmerksam. Und es änderte sich etwas. 32 Millionen Euro sollten über die Jahre in den Rütli-Campus gesteckt werden. Mittlerweile gilt der Campus als Vorzeigeprojekt. Die Forderung: 32 Millionen € für alle!
Aber, es geht auch anders. 2002/03 betrieb unser Kollegium Schulentwicklung an der Uni, an den Wochenenden. Eine große Belastung. Warum? Es ging nicht mehr anders.
In den Folgejahren entwickelten wir langsam, Schritt für Schritt, unsere Schule und wurden 2005 zum ersten Mal bepreist, waren 2010 unter den 15 besten deutschen Schulen (aller Schularten) und wurden 2013 Bundessieger beim wichtigsten deutschen Schulpreis, was Abschlüsse, Ausbildungsreife und Schulstruktur betraf.
Burnout? Nicht vorhanden.
Fluktuation? Äußerst gering.
Unterstützer? Ein Riesennetzwerk, meist ideeller Art.
Schüler? Lieben die Schule, lassen sich darauf ein.
Deutsch als Muttersprache? Unter 20%.
Eltern? Geben die Kinder ab: "Macht mal". Schade, da hätten wir gern mehr Unterstützung.
Trotzdem möchten wir gern einen Bruchteil von 32 Millionen, wer nicht?
Und da fällt mir ein Artikel aus der ZEIT ein, vor einigen Jahren erschienen. Leider finde ich ihn nicht im Archiv. Der ging über die Nachbarschule von Rütli. Selbe Schülerschaft, ähnliche Probleme, anders angepackt.
Hat mich sehr an uns erinnert.

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