6. August 2014

Inklusion aus Sicht der taz

www.taz.de

Heute (6.8.2014) startete die taz ihre Serie zum Thema Inklusion. Lena Müssigmann eröffnete mit dem Artikel: "Inklusion ist so etwas wie Kommunismus". Abgesehen von dieser schwachsinnigen Schlagzeile - selbst wenn sie ein Zitat ist - bin ich gespannt auf den zweiten Beitrag nächste Woche. Hier die Links:
taz-Serie-Inklusion 1
taz-Serie-Inklusion 2
taz-Serie Inklusion 3
taz-Serie Inklusion 4 
taz-Serie Inklusion 5
taz-Serie Inklusion 6
taz-Serie Inklusion 7

Kommentare:

  1. Zuerst stellt sich mir die Frage, was die taz mit "Kommunismus" meint. Vielleicht könnten Sie einen Link zum Artikel geben. Meint die taz damit Gleichmacherei? Somit dürfte und könnte derjenige, der eigentlich mehr leisten könnte, sich nicht entfalten. Damit wäre ja derjenige, der bestimmte Leistungen nicht erbringen kann, bevorzugt. Natürlich könnte dies aber auch einen Bezug zur Ausgangslage darstellen. Das klingt gut: Alle sollen die Chance erhalten sich den persönlichen Möglichkeiten entsprechend zu entwickeln.
    Leider ist die 2. Möglichkeit ziemlich utopisch. Lange angestrebt und niemals verwirklicht. Bildungschancen sind natürlich nicht nur von guten Pädagogen mit Berufung zu meistern, wenn die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung gestellt werden.
    Also vermutet offensichtlich die taz die erste Möglichkeit, ich übrigens auch. Man wird sich Schülern, die eigentlich mehr leisten können nicht mehr so widmen können um sie optimal zu fördern. Während der Lehrer sich den drei hyperaktiiven, dem autistischen Schüler und dem Kind mit Trisomie im Sinne der Individualisierung widmet, bleibt der Rest der 25 Schüler oft sich selbst überlassen. Das kann auch die Freiarbeit nicht richten.
    Natürlich lernen diese Kinder sozial und menschlich viel dazu, das sollte jedoch kein Trost sein. Wirtschaftlich und gesellschaftlich wird das nicht honoriert werden.
    Das klingt jetzt sehr brutal und in manchen Ohren auch diskriminierend. Darf man heute solche Wahrheiten denn überhaupt noch sagen?
    Welche Funktion haben die so gut ausgebildeten Förderschullehrer in der Zukunft? Meiner Meinung nach versucht man mit plumpen Methoden die Wahrheit zu verschleiern. Mich wundert nur wie dämlich dies geschieht und wie kritiklos und gefühlsduselig die Öffentlichkeit darauf abfährt.

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    1. Liebe Frau/Lieber Herr Anonym!
      Hier die Links:
      http://taz.de/taz-Serie-Inklusion-1/!143707/
      http://taz.de/taz-Serie-Inklusion-2/!143674/
      Ansonsten lohnt sich ein taz-Abo!

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  2. Lieber Kollege,
    mittlerweile habe ich die Artikel gelesen. Leider kann ich noch immer nicht erkennen, warum unbedingt an allen Schulen Inklusion betrieben werden muss. Ich kann auch nicht erkennen, warum es weniger günstig sein soll ausgebildetes Fachpersonal einzusetzen und wer mit "Fachwelt" gemeint ist. Nach einigen schwammigen, halbscharigen, unzureichenden Erklärungsversuchen und Allgemeinplätzen erfolgt stets eine Flut von Forderungen an die Lehrer (Er sollte, sollte...). Alles Schlimme kommt vom Frontalunterricht - aha. Pfui, wer macht denn noch so was?
    Scheinheilig wird dann noch argumentiert, dass wichtige Bildungsentscheidungen an die Lehrer delegiert werden und die Realschule selbst entscheiden muss, ob sie das Kind mit Trisomie aufnehmen will. Die Armen, das ist doch Sache des Kultusministers!
    So lange es ein dreigliedriges Schulsystem in Deutschland gibt und so lange es ehrgeizige Eltern (wer kann`s verdenken) gibt, wird Inklusion eine Schattendasein führen. Daran wird keine Partei rütteln, denn für Bildung wird eh nur ein Alibibeitrag geleistet. Kann sich das wirklich real jemand vorstellen? Förderschullehrer, Mittelschullehrer, Realschullehrer und Gymnasialschullehrer teilen sich eine bunt zusammengesetzte Klasse, tauschen sich aus und wechseln sich ab. Der Unterricht sowohl im Plenum als auch in Kleinstgruppen... Ich könnte meinen Traum noch ausbauen, aber da er eben ein solcher bleibt, kann ich mir das schenken.

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  3. Lieber Kollege,
    je mehr man Artikel dieser Serie liest, umso klarer wird, welch vortrefflichen Spielball behinderte Kinder doch abgeben. Betroffene, Politiker und vermeintliche Spezialisten (Aktion Sorgenkind) tun ihre Befindlichkeiten kund.
    Am Montag, den 18.8.2014 erschien ein Spiegelgespräch mit dem Erziehungswissenschaftler und Inklusionskritkier Bernd Ahrbeck. Er beschreibt darin die Scheu, behinderte Kinder behindert zu nennen. Beispiel: "verhaltensoriginell" anstatt ADHS. Vielfach befürchte man eine Stigmatisierung.
    Grundsätzlich befürwortet er die Inklusion in der Grundschule. Da an allen weiterführenden Schule das Leistungsprinzip herrscht, besteht die Gefahr, dass das Kind emotional und sozial verkümmert. Dabei kommt es natürlich auf die Art der Behinderung an.
    Die zentrale Funktion von Schule sieht er auch nicht im Erhalt von Freundschaften (Fall Henri aus Walldorf). Natürlich sollte sich der Lehrer didaktisch auf den einzelnen Schüler einstellen. Aber das funktioniert nur, wenn die Schüler einen ähnlichen Leistungsstand haben. Die Einheitsschule wird keinen Erfolg haben! Er schlägt vor, dass die Probleme benannt werden und hält Förderschulen für ein ausgezeichnetes Instrument um behinderten Kindern einen möglichst guten Start ins Leben zu ermöglichen, da dort Spezialisten fördern. Einem behinderten Kind wird nicht geholfen, indem man die Behinderung verharmlost oder gar nicht mehr benennt. Eine Banalisierung von Behinderung könnte das Gegenteil bewirken, nämlich, dass eine Behinderung zu einer besonderen Belastung für den Betroffenen wird, weil keine echte Unterstützung erfolgt. Die persönlichen Kontakte könne und dürfe man nicht an schulische Orte und Aufgaben koppeln.
    Der Artikel spricht mir aus dem Herzen, weil er klar und deutlich die Problematik benennt.

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