30. April 2015

"Stressfaktoren bei Eltern und Schülern am Übergang zur Sekundarstufe"

So heißt eine Studie der Universität Würzburg, die zu einem bedenklichen Ergebnis kommt.
16% der bayerischen SchülerInnen der 4. Jahrgangsstufe zählen zu einer Risikogruppe, die dem Übertrittsdruck nicht gewachsen ist.
SchülerInnen und Eltern aus Hessen und Bayern sind Grundlage der Studie. In Bayern gilt nach wie vor die notengebundene Übertrittsregelung, in Hessen die "leistungsorientierte Übergangsempfehlung", die den Eltern mehr Einfluss ermöglicht. Die Eltern in Bayern erhöhen den Übertrittsdruck, weil sie von ihren Kindern mehr erwarten, als sie zu leisten in der Lage sind.
Dreigliedrigkeit des Schulsystems?
Übertritt nach der vierten Klasse?
Es sollte sich was tun, auch in Bayern.

26. April 2015

Deutsche Schulakademie gegründet

Nun ist sie gegründet, die Deutsche Schulakademie, von der Robert-Bosch- und Heidehofstiftung, den Ausrichterinnen des Deutschen Schulpreises.
Zum Leiter wurde berufen Hans Anand Pant, ein renommierter Bildungsforscher. Seit 2009 stand er dem IQB vor, das unter anderem die Vera-Tests für die Kultusministerkonferenz ausrichtet: Eine zumindest bei den bayerischen Mittelschulen umstrittene Institution. Es wurden beispielsweise bei den verschiedenen Items Inhalte abgefragt, die nicht mehr im Lehrplan verlangt waren, so zuletzt bei den Vera-Tests Deutsch 8 für die Mittelschulen.
(Am Rande: als sich Mittelschulen weigerten, den Test zu schreiben, standen mitunter Schulräte im Büro und sorgten für die Durchführung)
Sinn und Zweck der Deutschen Schulakademie soll es sein, über sog. Transferzirkel Beispiele guten Gelingens von Schule zu verbreiten. Das heißt, wenn eine Schule ein Problem hat, kann sie sich ein erfolgreiches Beispiel aussuchen, dies für die eigene Schule modifizieren und dann wieder weiter geben.
Gespannt bin ich, wer in diese Akademie eingeladen wird. Eigentlich müsste auch meine alte Schule dabei sein, immerhin war sie 2010 für den Deutschen Schulpreis nominiert.
Sie ist jedoch lebenslang (was immer das für eine Schule heißen mag), in die Fortbildungsreihen des anderen (größeren) Schulpreises aufgenommen, bei den "Starken Schulen".

14. April 2015

Percy Sledge ist tot

Er war einer der letzten großen Soulsänger der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts.
When A Man Loves A Woman.
Take Time To Know Her.
Warm And Tender Love.
My Special Prayer.
Hört es euch an.


Ein Großschriftsteller ist tot

Günter Grass ist tot.
Er war nicht nur großartiger Romancier und bildender Künstler, er war auch - nach Musil - ein Großschriftsteller: Einer, der nicht nur gut schreibt und Erfolg hat, sondern sich auch als Person politisch positioniert und mahnt.
Das hat er.

13. April 2015

Mittelschüler weiterhin außen vor

Der DGB lieferte diese Studie: Es wurden die Onlineportale der Industrie- und Handelskammern untersucht, und siehe da, bei 2/3 der angebotenen Stellen waren Hauptschüler von vorneherein ausgeschlossen.


Wie passt das zum Jammern über fehlende Nachwuchskräfte?

7. April 2015

Erst Sachsen-Anhalt, dann Bayern

Sachsen Anhalt und Bayern besitzen die meisten Weltkulturerbe-Stätten innerhalb Deutschlands.
Die geplante Nord-Süd-Stromtrasse betrifft auch beide Bundesländer.
In der Ausländerfeindlichkeit kommen sich beide Staaten recht nah, bundesweite Spitzenreiter sind sie, eine weitere Gemeinsamkeit.

Alle zwei Jahre, seit 2001, untersucht ein Forscherteam der Uni Leizig in der sog. Mitte-Studie Einstellungen zum Rechtsextremismus.
Die Items, die abgefragt werden, sind (nur eine Auswahl)

*Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur
"Im nationalen Interesse ist unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform"

*Chauvinismus
"Wir sollten endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben"

*Ausländerfeindlichkeit
"Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen"

*Antisemitismus
"Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß"

*Sozialdarwinismus
"Wie in der Natur sollte sich in der Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzen"

*Verharmlosung des Nationalsozialismus
"Ohne Judenvernichtung würde man Hitler heute als großen Staatsmann ansehen"

"Mitte-Studie".
In der Mitte angekommen.

3. April 2015

Handschrift? Handschrift!

Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat gemeinsam mit dem Schreibmotorik Institut, Heroldsberg, eine Untersuchung zur Handschrift durchgeführt. Nur 38 Prozent der Schüler (der befragten Lehrerkräfte), könnten 30 Minuten oder länger beschwerdefrei schreiben. Fast alle Befragten sahen zudem einen Zusammenhang zwischen der Handschrift eines Schülers und seinen schulischen Leistungen.
83 Prozent der Grundschullehrer gaben an, ihre Schüler brächten schlechtere Voraussetzungen als früher mit, ihre Handschrift gut zu entwickeln. Die häufigsten Probleme seien: verkrampfte Hand, falsche Stifthaltung und das Schreiben in Lineatur.
Die Lehrkräfte von weiterführenden Schulen sehen als Problempunkte eine unleserliche Schrift, zu langsames Schreiben und zu wenig Routine, Jungen dabei mehr als Mädchen.
Woher kommt`s?
Ankreuzen statt Schreiben,
Lücken- statt ganze Texte,
Computerschreiben anstatt in das Heft,
fertige Kopien anstatt Tafelbilder und Merktexte übertragen
usw.

Und warum bringen Grundschulkinder schlechte Voraussetzungen mit?
Weil sie nicht mehr zu Sorgfalt und Ausdauer angehalten werden. Weil jedes Gekritzel als einzigartig gepriesen wird.
Finnland will als erstes EU-Land die Schreibschrift abschaffen. So reagiert die Politik auf diesen Notstand.
Irmeli Halinen, die für die Ausarbeitung des neuen finnischen Lehrplans verantwortlich ist, sagte: "Wir wollen mehr Wert auf IT-Fertigkeiten und die Fähigkeit, auf iPad und Computer zu schreiben, legen."
Es gibt schon lange Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen Schreiben und besserer Lernleistung belegen.
Gute Nacht.