27. Dezember 2015

Curtis Jones

Er war ein texanischer Bluesmusiker, der mit dem American Folk & Blues Revival in Europa gestrandet war.
Obwohl er ein renommierter Musiker war, sah er kaum Tantiemen. Ich traf ihn 1970 auf der Leopoldstraße, damals noch ein Ort, an dem es Clubs für Musik gab (PN Club, Big Apple), wo aber auch Straßenmusiker auftraten.
Curtis saß einfach auf einer Bank, mit seiner Gitarre - er war eigentlich Pianist - und sah hungrig und krank aus.
Wenn ich zu meinem Institut ging, steckte ich ihm jedes Mal einen 5-Mark-Schein zu, mehr hatte ich damals auch nicht.
Und er sagte mir immer, wenn er auftrat. Meist im "Danny`s Pan", später "MUH", eine Kleinkunstbühne im heutigen Unionsbräu.
Er war prima.
Seine Platten können nur nur einen Teil dessen vermitteln, was er live darbot.
Curtis Jones: In London, CDCurtis Jones: The Complete Blue Horizon Sessions, CDCurtis Jones: Lonesome Bedroom Blues, CD
Dann war er eines Tages nicht mehr zu sehen.
Mit 65 Jahren starb er an Herzversagen und wurde im Ostfriedhof begraben.

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