12. Dezember 2016

Gute Schule? Gibt es die?

In den Medien geistert wieder die Frage herum, was eine "gute" Schule ausmacht. Je mehr man/frau fragt, desto mehr verschiedene Antworten gibt es:

Gute Schulen müssen aufregend sein.
Gute Schulen müssen den Willen zur Veränderung haben.
Gute Schulen müssen Leistung ermöglichen und honorieren.
Gute Schulen müssen ihre Arbeit reflektieren.

Die Hertie-Stiftung hat die Preisträgerschulen seit 1999 von "Starke Schule" evaluiert und heraus kam folgendes:

Eine gute Schule

… ist ein Lern- und Lebensort für alle Schülerinnen und Schüler.
… ist eine inklusive Schule, die die Heterogenität ihrer Schülerschaft als Chance sieht und

     für Schulentwicklung nutzt.
… schafft und erhält eine Atmosphäre gegenseitigen Respekts und Wertschätzung.
… hat Lehrkräfte, die sich an den Stärken ihrer Schüler orientieren.
... hat Lehrkräfte, die die Lernstände der Schüler systematisch erfassen.
…hat Lehrkräfte, die die Schüler individuell fördern.  
... hat Lehrkräfte, die die Schüler beim Erwerb fachlicher und überfachlicher Kompetenzen

    unterstützen.
... hat ein starkes Konzept zur Qualitätsentwicklung.
… nutzt interne und externe Evaluationsverfahren sowie vielfältige Fortbildungsangebote zur

    Weiterentwicklung.
hat Steuergruppen für die Planung von Schulentwicklungsprozessen.
… hat Lehrkräfte, die klassenübergreifend in Teams arbeiten und nach Maßgabe der Umstände auch

    Teamteaching und gegenseitige Hospitationen durchführen.
... hat ein ausformuliertes Leitbild oder Schulprogramm.
… diese sollten über klischeehafte Schlagworte hinausgehen und aussagekräftig das Ziel der Schule

     beschreiben.
… das Schulprogramm darf keine Ansammlung gerade zufällig angebotener Projekte sein, sondern 

     Projekte, Aktivitäten oder Schwerpunkte sollen sich vielmehr am Leitbild orientieren.
… das Leitbild soll nicht unverrückbar sein, es kann wegen äußerer und innerer Gegebenheiten 

     modifiziert werden.
… bindet Eltern in Bildungs- und Entscheidungsprozesse ein.
... informiert Eltern regelmäßig über die schulische und soziale Entwicklung ihres Kindes.
… erarbeitet gemeinsam mit den Eltern Perspektiven für die Lernentwicklung ihres Kindes.
… bietet Eltern die Möglichkeit, das Schulleben aktiv mit zu gestalten.
… macht Angebote zur Elternbildung.
… ist mit ihrem lokalen und regionalen Umfeld eng vernetzt.
… hat vielfältige Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung und

     dem Bildungsbereich.
… knüpft Kontakte zur direkten Nachbarschaft, wenn sie zum Leitbild passen.
… bietet Schülern praktische Erfahrungsmöglichkeiten und Lernorte außerhalb der Schule.
… stellt ihren Schülern Betreuungsangebote über den Unterricht hinaus zur Verfügung.
… dies muss nicht zwangsläufig der rhythmisierte Ganztag sein, es gibt hier vielfältige 

     Möglichkeiten über den offenen Ganztag, Schülerclubs und Lerngruppen bis hin zu anderen  
     kreativen Formen, die zum Schulprofil passen.
… gestaltet ab der Sekundarstufe I die Berufsorientierung als mehrjährigen,

     kontinuierlichen, fächerübergreifenden und stufenförmig aufgebauten Prozess.
… begleitet ihre Schüler da, wo es nötig ist, auch individuell, um einen gelingenden Übergang in das

    Berufsleben zu ermöglichen.
… dazu nutzt sie Kontakte mit der Berufsberatung, Kammern und Betrieben.
… arbeitet auch auf Anschlüsse und nicht nur auf Abschlüsse hin.

7. Dezember 2016

Marokkos neue Schulbücher

Dieser Tage ging eine kleine Meldung durch einen Teil der Presse: Marokko ließ von einer Kommission 390 Schulbücher überarbeiten bzw. von bestimmten Inhalten entrümpeln.
Korantexte, die in die Nähe von Gewalt weisen, wurden entfernt.
Bildergebnis für Marokkos neue Schulbücher
Bild: Deutschlandfunk











Treibende Kraft ist König  Mohammed VI.
Kinderehe, die in Marokko ohnehin verboten ist, kommt in Schulbüchern nicht mehr vor.
Frauendarstellungen mit Kopftüchern entfallen.
Traditionelle Rollen fallen weg: Mama mit Tochter in der Küche, Papa mit Sohn fernsehend.
Das ist in Marokko natürlich umstritten: Die konservativen Kräfte wehren sich.

24. November 2016

Münchner Schulpreis 2017


Folgende Schulen wurden im Juli 2016 für den Münchner Schulpreis 2017 nominiert:


Münchner Schulpreis

Grundschule an der Eduard-Spranger-Straße
Grundschule an der Helmholtzstraße
Jan-Amos-Comenius Grundschule - Münchner Schulstiftung Ernst v. Borries
SchlaU-Schule - Trägerkreis Junge Flüchtlinge
Städtisches Heinrich-Heine-Gymnasium
Städtische Wilhelm-Busch-Realschule




Es wird ein spannendes Rennen um die drei ersten Platzierungen geben.
Am 17. Januar 2017 im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum 5. Münchner Ganztagsbildungskongress werden die drei Sieger bekannt gegeben.

17. November 2016

Flüchtlinge und Arbeit - in Bayern


Die bayerische Staatsregierung verhält sich anders, als die Arbeitgeber sich das wünschen.
Bildergebnis für Für Flüchtlinge in Bayern ist eine Ausbildung nicht garantiert
Bild: BR
Diese setzen große Hoffnungen auf Flüchtlinge, um damit langfristig den Fachkräftemangel zu lindern.
Die Industrie- und Handelskammern wollen die Drei-plus-zwei-Regelung für Flüchtlinge, das heißt, dass diese während der dreijährigen Lehre geduldet werden und sodann ein zweijähriges Aufenthaltsrecht für die Arbeit im erlernten Beruf erhalten.
Die bayerische Politik will jedoch durchsetzen, dass bei rechtskräftiger Ablehnung des Asylverfahrens unter Umständen die Beschäftigung, d.h. die Ausbildung, untersagt werden kann.
Das bedeutet, dass Betriebe, die Flüchtlnge ausbilden wollen, keine Rechtssicherheit haben.
Die Bundespolitik will das anders.

14. November 2016

Flüchtlinge - gut ausgebildet und positiv gegenüber westlichen Werten


Spiegel Online berichtet von einer Veranstaltung der CSU Erlangen, auf der Frank-Jürgen Weise, der Leiter des Bundesamts für Migration, sprach. Dort sagte er, dass die seit September 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge sind besser ausgebildet seien als man bisher vermutet hatte. Positiv sei auch die Einstellung der Flüchtlinge zu Demokratie und Frauen, meinte Weise.
Bildergebnis für Flüchtlinge - gut ausgebildet und positiv gegenüber westlichen Werten
Bild: faz.net
Von den Flüchtlingskindern und -jugendlichen und deren Eltern, mit denen ich zu tun hatte bzw. habe, kann ich das nur bestätigen.

29. Oktober 2016

Biennale Architettura 2016

25.- € Eintritt - für Rentner, Studenten und Arbeitslose 20.- €. Ja, Venedig ist teuer, aber die Documenta ist auch nicht billiger.
"Reporting from the Front” war das heurige Motto der Ausstellung.
Gleich am Anfang steht der Schweizer Pavillion. Ein amorphes, begehbares Gebilde füllt den Raum und soll neue Raumerfahrungen vermitteln.
Bild: Hauptschulblues
Mir erzeugte es Kopfschütteln, genauso wie der Russische Pavillon. Darauf hinweisend, dass eine Tradition der Architektur fehlt, werden Figuren und Schmuckwerk von bestehenden Prunk- und Heilsbauten gezeigt, für Herrn Hauptschulblues der Schmied und die Kolchosbäuerin als Höhepunkt.
Das Konzept des Britischen Pavillons war hingegen einleuchtend: Wohnen für 24 Stunden, einen Monat, ein Jahr, eine Dekade, a Lifetime. Ausgeführt wurde diese Idee aber eher schwach.
Der Pavillon Norwegens, Schwedens und Finnlands präsentierte "gelungene" Architektur auf Abreißblöcken, die auf einer besteigbaren vierseitigen Pyramide abgelegt waren. Hauptschulblues stieg auf und ab und riß ab und lieferte ab, Frau Hauptschulblues sortierte und zählte. So kam ein ganzes dickes Buch zusammen, das in Ruhe zu Hause studiert werden kann. Wir werden es einem skandinavophilen Architekten schenken.
Der Französische Pavillon war wieder, wie schon bei der Kunstbiennale vor zwei Jahren, sehr interessant: Es wurden aktuelle, bereits realisierte Projekte dokumentiert, die, teilweise mit Bürgerbeteiligung, beeindruckten. In einem Raum wurde auch am Modell sehr anschaulich gezeigt, wie man wärmedammend mit Holz und Stein bauen kann.
Sehr gut gefallen hat der Deutsche Pavillon: Making Heimat.
An vier Seiten wurde ein  Durchgang in die Außenmauer heraus gebrochen, um Durchlässigkeit zu symbolisieren (die armen Menschen am Tresen, die in ständigem Luftzug arbeiten mussten).
In der Ausstellung beschäftigte man sich mit verschiedensten Modellen von dauerhaften Flüchtlingunterkünften quer durch Deutschland: "Vier große Öffnungen, für die mehr als 48 Tonnen Ziegelsteine aus den denkmalgeschützten Wänden gebrochen wurden, verwandeln den Deutschen Pavillon in ein offenes Haus. Der Pavillon ist offen. Deutschland ist offen. Im vergangenen Jahr wurden die deutschen Grenzen für über eine Million Flüchtlinge offengehalten. Obwohl die Außengrenzen der EU aktuell für Flüchtlinge weitgehend geschlossen wurden, fordert die Geste des offenen Hauses dazu auf, über Deutschland als offenes Einwanderungsland nachzudenken" (offzieller Text des deutschen Pavillons).
Dann wurde Offenbach als alte Einwanderungsstadt gezeigt.
Es wäre wünschenswert gewesen, mehr Staaten noch außer Griechenland hätten sich dem Thema Flucht nach Europa gewidmet.

28. Oktober 2016

Pasticceria Dal Nono Colussi

Eigentlich sollte man es nicht verraten, aber der Blog ist kein Reiseführer.
Der erste Weg in Venedig führt Frau und Herrn Hauptschulblues zur Pasticceria Dal Nono Colussi.
Dort werden wunderbare süße Foccacce hergestellt, die einem auf der Zunge zergehen. Sehr teuer, aber in kleinen Portionen genossen ...
Es gibt auch viele andere Leckereien, jetzt im Herbst zum Beispiel Quittenbrot.
Signore Colussi stellt alles in Handarbeit her, nach Rezepten, die von einer Generation zur nächsten weiter gegeben werden.
Über den Sommer ist Herr Colussi auf der Terra Ferma, in den kühlen Bergen.

27. Oktober 2016

Lido Bar Maleti

An der Santa Maria Elisabetta gelegen, 200 Meter von unserer Wohnung.
Eine Bar, in der und um die das Leben tobt. Sie bietet nicht nur alle möglichen Getränke (Frau und Herr Hauptschulblues bevorzugen Whisky Laphroiag und Campari Spritz), sondern hat auch vielfältiges, gutes Essen. Und Eis!
Ab 7 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts ist die Bar geöffnet, Ruhetag ist der Mittwoch. Drei Schichten, die sich zeitlich ein wenig überschneiden, arbeiten dort. Flinke, kompetente, sehr nette Menschen.


Zur Zeit der Internationalen Filmfestspiele in Venedig, die Anfang September stattfinden, meidet man die Maleti-Bar am besten. Denn dann tummeln sich SchauspielerInnen, RegisseurInnen, JournalistInnen und der restliche Tross der Mostra nach den Filmpräsentationen bei Maleti. Die Einheimischen weichen für diese zwei Wochen auf andere Bars aus, von denen es genügend gibt.

26. Oktober 2016

Venedig Via Garibaldi

Um von den Touristen weg zu kommen (wir sind aber auch welche), gibt es in Venedig viele Möglichkeiten.
Der Stadtteil Castello zum Beispiel. Hier lebten die vielen Tausende Handwerker, welche die Schiffe Venedigs im Arsenal bauten. Das Arsenal war eines der am stengsten gesicherten Stadtviertel, genau so wie Murano. Auf die Preisgabe von Geheimnissen stand die Todesstrafe.
Die Schiffe sicherten die Ökonomie der Serenissima.
Auch heute leben in Castello viele Venezianer (es gibt ja nur noch ca. 50 000).
Ausstieg an der Haltestelle Arsenale, dann ein Spaziergang entlang der Via Garibaldi. Nicht vergessen, nach rechts und links in die Calle und Sottoporteggi zu schauen.
In den letzten 20 Jahren hat sich auch diese Straße, ein zugeschütteter Kanal, enorm verändert. Alle 50 Meter ein Café, ein Restaurant, selbst der Coop ist modernisiert worden.
 








 
Und dann, an den Giardini, neben dem Bereich der Biennale, eine Gärtnergenossenschaft mit Café.
Ein empfehlenswerter Ort der Ruhe.


Venedig Ende Oktober

Frau und Herr Hauptschulblues sind ungefähr das gefühlte dreißigste Mal hier, zu allen Jahreszeiten  und wie immer in den letzten 20 Jahren in einer Wohnung auf dem Lido residierend.
Wer glaubt, dass sich um diese Jahreszeit weniger Touristen hier aufhalten, irrt. Venedig ist immer voll, am wenigsten allerdings über die Weihnachtstage.
Schulklassen auf dem Campo S. Margherita


Auf dem Rialto ist es vor Menschen so eng, dass man kaum vorwärts kommt. Die wenigen Venezianer sind nicht wahrnehmbar, verschwinden in der Menge.
Rialtobrücke gegen 16.00 Uhr
Aber - und das ist das Schöne - es gibt wunderbar stille Ecken zur Einkehr.
Die Piazza Erminio Ferretto in Mestre



17. Oktober 2016

Hitler-Geburtshaus abreißen?


Der österreichische Innenminister will das Hitler-Geburtshaus in Braunau abreißen lassen. Aus Angst, es könnte eine Gedenkstätte für Menschen mit rechtem bis nationalsozialistischem Gedankengut werden.
Ausgerechnet die österreichische Regierung macht sich darüber Sorgen, ausgerechnet die.
Hauptschulblues ist in der Nähe von Braunau aufgewachsen und hat seine freie und Partyzeit in Braunau verbracht, oft auch die Mittagspause der Schule.
Nie war das Haus in Gefahr, eine Gedenkstätte zu werden. Sicher waren ab und an Nazis zu Besuch, aber in verschwindend geringer Zahl und selten.
Skiba, ein rühriger und allgemein anerkannter Bürgermeister der Stadt, ließ einen Gedenkstein davor aufstellen, aus Mauthausener Marmor.



(alle Bilder Wikipedia)
Am 2. Mai 1945, kurz vor der Kapitulation der 3. Reichs, versuchten deutsche Soldaten das Haus zu sprengen, was aber von amerikanischen Soldaten verhindert wurde.
Später war das Gebäude Stadtbücherei, Dependance der HTL Braunau, dann war viele Jahre die Lebenshilfe Braunau Mieterin (für 5000.- € monatlich).
Als die Lebenshilfe auszog, wurde heftig über die Nutzung diskutiert. Die Hausbesitzerin wurde enteignet. Jetzt kommt die österreichische Regierung mit der befürchteten Lösung.
Sollen etwa der Münchner Königsplatz und Teile der Arcisstraße auch abgerissen werden?
Es hätte der Republik Österreich gut gestanden, aus dem Haus ein Dokumentationszentrum oder eine Gedenkstätte des Austrofaschismus zu machen.
Aber 76 Jahre nach dem Anschluss Österreichs (über die Braunauer Innbrücke) begreift sich die Republik immer noch als Opfer, trotz 250 000 jubelnder Bürger auf dem Heldenplatz in Wien und beträchtlicher Teile der restlichen Bevölkerung.
Wie lange kann man etwas aufarbeiten?
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Nachtrag 19.10.2016: Mittlerweile gibt es offensichtlich so starken Gegenwind zu den Abrissplänen, dass jetzt von einem "Umbau" gesprochen wird. In diesem Teil der Salzburger Vorstadt, in dem sich das Haus befindet, stehen allerdings nur alte Häuser ...

14. Oktober 2016

Türkei: Ende der Säkularisierung in der Bildung

Seit etwa zwei Jahren versucht die AKP die Schulen unter ihre Kontrolle zu bringen. Nach dem Putschversuch vom Juli wurden zehntausende Lehrkräfte entlassen. Die Schulen sollen nun "islamisiert" werden. Ungefähr 1,6 Millionen Schüler haben zur Zeit keinen Lehrer.
Das heißt, dass minder- und unqualifizierte Kräfte eingestellt werden.
Das Niveau des türkischen Bildungssystems wird, obwohl es ja schon im internationalen Vergleich tief angesiedelt ist, weiter sinken.
In ein paar Jahren wird der türkische Staat das ganz stark spüren.

10. Oktober 2016

Mali Blues

Ein sehr schöner Film.
In Mali leben viele viele Ethnien, natürlich grenzübergreifend zu den anderen Staaten. Und fast jede hat ihre eigene traditionelle Musik.
Dieser Film geht über Fatoumata Diawara, Bassekou Kouyaté, Master Soumy und Ahmed Ag Kaedi (mit seiner Band Amanar), alle Musiker aus Mali mit unterschiedlichen Stilen.
Sie versuchen, gegen die Zersplitterung Malis und die Islamisten im Norden anzusingen.
Sehr anrührend und gleichzeitig amüsant ist die Szene zwischen Fatoumata Diawara und Ahmed Ag Kaedi, als sie ihn fragt, warum Touaregs nicht lächeln.
Höhepunkt ist dann ein Konzert auf einer Bühne im Niger.
Ein sehenswerter Film über ein Land, das die Wiege des Blues und damit auch der westlichen Popmusik ist.

Hier eine unvollständige Liste malischer Musiker:

Mamoutou Camara
Fatoumata Diawara

Bands:

5. Oktober 2016

Wo geht die Sonne auf?


Etwa ein Drittel der befragten Schulkinder (6. bis 9. Klasse) weiß das. Ungefähr ein Fünftel meint, dass sie im Norden aufgehe.
Der "Jugendreport Natur" erscheint seit 1997 regelmäßig und befragt SchülerInnen in Nordrhein-Westfalen, je zur Hälfte Land- und Stadtkinder, zu ihren Naturerfahrungen.
Offensichtlich geht immer mehr Wissen über Natur verloren.
Woher das kommt? Über die Ursachen wird wenig gesagt.
Mit Sicherheit ist die gestiegene Belastung der Eltern ein Grund. Sie haben weniger Zeit und Energie, mit den Kindern in die Natur zu gehen und ihnen Zusammenhänge zu erklären. Oft haben sie selbst zu wenig Wissen.
Hand in Hand damit geht wahrscheinlich die zunehmende Beschäftigung von Kleinkindern mit modernen Medien anstatt Regenwürmer und Ameisen zu beobachten.
Ein Beispiel: Eine entfernt bekannte junge Familie.
Die zwei Söhne, 1 1/2 und 2 1/2 Jahre alt, haben beide schon in ihren Kinderzimmern Fernsehgeräte. Sie spielen mit I-Phones. Der ältere von den beiden rief kürzlich selbstständig seine Oma an und aktivierte die Kamera für das Gespräch.
Da ist es natürlich egal, wieviele Eier ein Huhn am Tag legen kann.

30. September 2016

Vollverschleierung in der Schule?


Eine Schülerin in Niedersachsen besucht seit Jahren vollverschleiert, mit einem Niqab, die 8. Klasse einer Schule.
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                                                                                                          Bild: br
Das geht gar nicht - egal wie die Gerichte entscheiden mögen.
In einer Schule spielt auch nonverbale Kommunikation eine große Rolle. Wie soll die funktionieren bei verhülltem Gesicht?
Zudem ist es ein Grundsatz einer "freien" oder "offenen" Gesellschaft, dass das Gesicht frei gezeigt wird.
Interessant wäre es, etwas über die Eltern der Schülerin zu erfahren. Warum sind sie in Deutschland? Warum wollen sie ihr Kind verhüllen? Warum sind sie nicht bereit, sich an Grundregeln des Zusammenlebens einer westlichen Gesellschaft zu halten?

29. September 2016

Eine Lehrerin fühlt sich nicht mehr sicher - und geht

Lamya Kaddor, eine Islamwissenschaftlerin und Buchautorin, arbeitete als Lehrerin an einer Hauptschule in NRW. Nach der Veröffentlichung ihres letzten Buches (Die Zerreißprobe: Wie die Angst vor dem Fremden unsere Demokratie bedroht. Rowohlt, Berlin 2016) fühlt sie sich, bzw. wird sie von Rechten bedroht.
"... in den vergangenen Tagen hat sich die Lage für mich sehr zugespitzt. Hass und Drohungen, bis hin zu konkreten Morddrohungen und Fantasien zu sexueller Gewalt, haben derart zugenommen, dass ich eine Konsequenz ziehen musste."
Frau Kaddor ließ sich beurlauben, zumindest für dieses Schuljahr, und die Schulaufsicht stimmte ihrem Antrag zu.
Wir gehen schönen Zeiten entgegen.

19. September 2016

Eltern sind zufrieden(er) mit den Ganztagsschulen


Das hat eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung ergeben.
4000 Eltern von Schulkindern wurden befragt. 2/3 der Eltern geben dem Ganztagesangebot gute Bewertungen. Rund 1/3 der Eltern von Halbtagsschülern würden, könnten sie sich nochmal neu entscheiden, ihre Kinder in den Ganztag schicken.
Bild: bllv
Rund 2/3 der Schulen in Deutschland sind ganztägig offen. Spitzenreiter ist Hamburg mit fast 90% , gefolgt von Sachsen mit 80%. Bayern legt abgeschlagen auf dem letzten Platz. Hier bieten nur 15% aller Schulen Ganztagesangebote an. Die bayerische Staatsregierung beruft sich natürlich in der Rechtfertigung auf zwei Argumente: Zum einen sei der Elternwille zu berücksichtigen. Und viele Eltern wollen keine Ganztagesschule. Zum anderen argumentiert sie, dass die 15% gar nicht stimmen, weil es auch offene Ganztagesschulen und Horte gibt, die ebenfalls ganztägig betreuen.
Und warum sind die Eltern so zufrieden mit der Ganztagesbetreuung? Nicht weil die Ausstattung mit Lehrerstunden und Sachaufwand derart hervorragend ist - nein.
Weil die Schulleitungen und Kollegien sich krumm und quer legen, um den Ganztag positiv zu gestalten.

16. September 2016

Zadie Smith - NW

Zur Zeit lese ich den zweiten sehr erfolgreichen Roman der Londoner Autorin Zadie Smith. Oft muss ich mich hindurch kämpfen, weil ich viele Ausdrücke der Nordlondener Working Class nicht kenne - das tut aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

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Wo genau der Roman spielt, weiß ich noch nicht: Caldwell - Willesden - Kilburn? Aber egal, liegt alles nah beieinander.
Die Handlung dreht sich um vier Schulfreunde, zwei Frauen und zwei Männer, die versuchen, aus der Working Class aufzusteigen. Einer Frau gelingt es einigermaßen. Mehr wird nicht verraten - außer dass der Roman sehr experimentell geschrieben ist und die Erzählperspektiven sich rasant ändern.
Ray Davies und Keith Moon sind übrigens in derselben Neighbourhood aufgewachsen, nur ein paar Jahrzehnte früher.
Erschienen ist das Buch bei Penguin, kleinformatig, leider auch mit kleiner Schrift.

12. September 2016

Mehr als 56% der SchülerInnen unter Stress


An der Universität Augsburg läuft eine Untersuchung, die das Stressverhalten von SchülerInnen (fast) europaweit untersucht.
Dabei kam heraus, das in Deutschland 56,1% der Untersuchten unter Stressphänomena, besonders vor Leistungsfeststellungen, leiden.

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Bild: br.de
Spitzenreiter ist Italien mit fast 58%, am Ende der Skala liegt Norwegen mit knapp 30%.
Was schlägt nun die Pädagogik vor und verkauft es als das Allerneueste?
Antistressprogramme im Klassenzimmer mit Musik (Ich ließ meine Legasthenikerschüler in den 70ern und 80ern auch Pink Floyd hören).
Wäre es nicht sinnvoller, Eltern dahin gehehend zu beraten, dass sie ihre Kinder unabhängig von ihren eigenen Elternträumen und -wünschen auf die ihren Kindern angemessene Schulart schicken, anstatt sie in eine Schule zu pressen, in der sie vor Prüfungen Angst haben müssen?
Eine Untersuchung über das Niveau an den Gymnasien und Realschulen in den Jahren 1996 und 2016 wäre auch einmal interessant.

7. September 2016

Handwerk ist nicht beliebt


Das stellte das Marktforschungsinstitut Mafo fest.
Wie überraschend.
An meiner Schule sah ich immer schon (der Verbleib der SchülerInnen nach dem Abschluss wurde dokumentiert), dass Arbeit, bei der man schmutzige Hände bekommt oder bei der man schwitzt, nicht sehr begehrt war. Beliebt waren Berufe, bei denen man helle Kleidung trägt, bei denen man möglichst nicht aus dem eigenen Quartier in die weite Welt hinaus musste.
Maler und Lackierer? Trockenbauer? Eine Zumutung. Bäcker? Blöde Arbeitszeiten.
Laut Mafo wollen die Schüler weder schwere körperliche Arbeit (72,3 Prozent) noch Schmutz und Lärm bei der Arbeit (55,2 Prozent). Außerdem fehlt ihnen bei vielen Berufen die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung (43,7 Prozent).
Nur: Was geschieht mit all den Hochschulabsolventen, die zu erwarten sind?
അടുക്കത്ത് അമ്പലം - തറ.JPG

6. September 2016

Interkulturelle Fortbildung an Schulen


Der SVR-Forschungsbereich und das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache haben eine Untersuchung durchgeführt, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden.
Jedes dritte Schulkind in der BRD hat einen Migrationshintergrund. Lehrerinnen und Lehrer in den meisten Bundesländern werden aber immer noch unzureichend auf den Schulalltag im Jahr 2016 und später vorbereitet, und zwar im Studium, im Referendariat und in der Lehrerfortbildung.Sie können ja selbst den Link "Untersuchung" klicken und das Ergebnis in komprimierter Form nachlesen.
Sehr beruhigend ist, dass sich eine Schule in München auf den Weg gemacht hat und sich für die nächsten 2-3 Jahre der interkulturellen Fortbildung verschrieben hat. Bildergebnis für interkulturelle Arbeit
Dazu hat  sie sich zwei kompetente Partner ins Boot geholt: Den Lehrstuhl für Schulpädagogik der LMU München und die Stelle für Interkulturelle Arbeit des Sozialreferats der Landeshauptstadt München.
Das lässt doch hoffen.