25. Februar 2016

Mike Heron




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Mike Heron, Robin Williamson und Clive Palmer, alle drei schottische Folkmusiker, gründeten 1965 in Glasgow die Incredible String Band.
Sie spielten auch in Woodstock - kamen aber nicht so an. Offensichtlich waren die amerikanischen Hörgewohnheiten anders.

1974 löste sich die Gruppe auf - sie hatte viele hörenswerte Platten veröffentlicht.
Heron tritt seitdem als Solokünstler auf.
Irgendwann Ende der 80er oder Anfang der 90er Jahre besuchte ich ein Konzert von ihm auf dem Fringe des Edinburgh Festivals, in einer Kneipe. Es sang großartig - Melodien, die nicht so einfach für unsere Ohren sind, aber in schottischer Tradition stehen. Wir hatten ein sehr gutes Gespräch hinterher, und er schickte mir die nächsten Jahre Kassetten seiner Produktionen nach Hause. Es war damals höchst kompliziert, englische Pfund in DM zu bezahlen.
Dann hörte ich lange nichts mehr von ihm. Bis ich 2014 meinen Freund in Ludwigshafen besuchte. Mike Heron spielte dort am 7. Juni 2014 mit den Trembling Bells, bei denen auch seine Tochter Mitglied war (noch ist?). Ein Konzert, das ich nicht so schnell vergessen werde. Der alte Mike mit jungen Musikern, die alten (Dis-)Harmonien, einfach schön.
Und hinterher wieder eine Zusammenkunft, Gespräche über die alte Band, die Zukunft mit den Jungen.

16. Februar 2016

Taxiführerschein für angehende Gymnasiallehrkräfte?

Gut 800 zukünftige Gymnasiallehrer beenden in Bayern ihr Referendariat, 125 von ihnen kommen an den Gymnasien und Berufs- und Fachoberschulen unter.
Dem Rest, 672 jungen, (hoffentlich) motivierten Menschen, drohen die Arbeitslosigkeit oder das Unterschlüpfen in fachfremden Berufen.
Die bayerischen HauptMittelschulen dagegen suchen händeringend Personal. Vor Weihnachten wurden pensionierte Lehrkräfte angeschrieben, sich doch wieder für ein paar Stunden bis zum beinahe vollen Lehrauftrag zu melden.
Einfacher und effektiver wäre es, den Referendaren am Gymnasium den Umstieg schmackhaft und gangbar zu gestalten. Statt dessen werden ihnen bürokratische Hürden und ein Zweitstudium aufgenötigt, wenn sie denn in der HauptMittelschule arbeiten wollen. Ein berufsbegleitendes Zusatzstudium wäre denkbar, ein wenig mehr Pädagogik und Psychologie. Fächer haben alle studiert, ein Referendariat haben auch alle schon hinter sich.
Und den Stoff an der HauptMittelschule, den kann sich bei Gott jede/r selbst aneignen.

12. Februar 2016

Gleiche Bezahlung für LehrerInnen


Gleiches Geld für gleiche Arbeit
Bild: VBE, Landesverband NRW

Lehrer an unterschiedlichen Schularten sollen die gleiche Besoldung erhalten. Das fordern Lehrerverbände, u. a. GEW und VBE. Jetzt gibt es ein Gutachten des Rechtsprofessors Ralf Brinktrine, der die ungleiche Bezahlung von Grundschul- und Gymnasiallehrern für verfassungswidrig hält. Ich gehe mal davon aus, dass Haupt- und Realschullehrkräfte hier inkludiert sind.
Grundschul-, Hauptschul- und Realschullehrer starten mit der Stufe A 12, während Gymnasiallehrer von Beginn an nach Stufe A 13 besoldet werden. Förder- und Fachlehrkräfte starten mit A 10 und können nicht in die Schulleitung aufsteigen.
Brinktrine sieht in der Ungleichbehandlung einen Verstoß gegen das Grundgesetz – zumindest in NRW. Denn dort gilt seit 2009 ein neues Lehrerausbildungsgesetz. Danach werden alle Lehrer strukturell gleich ausgebildet. Nach einem Bachelor-Abschluss mit dreijähriger Regelstudienzeit folgt ein zweijähriges Master-Studium und schließlich ein 18-monatiges Referendariat in der Schule. Differenziert wird nur noch bei den Studieninhalten. Brinktrine sieht bei der Ausbildung „keine wesentlichen Unterschiede“ mehr, die eine ungleiche Bezahlung rechtfertigen könnten.
Ein weiterer Punkt wäre die Gleichbehandlung der SchulleiterInnen. Ich musste 15 Stunden unterrichten  und hatte 12 Stunden für Verwaltung und Leitung.

10. Februar 2016

Why they fall behind - und was dagegen getan werden könnte

Eine Studie der OECD, die sich auf Daten der Pisa-Tests bis 2012 bezieht, sagt, dass beinahe jede/r fünfte Fünfzehnjährige bereits bei leichten Aufgaben scheitert. Abgesehen von echten Lernbehinderungen oder Aufmerksamkeitsstörungen sind vor allem mangelnde Sprachkenntnisse der Grund: Im Elternhaus wird die jeweilige Muttersprache gepflegt, der Erwerb der (deutschen) Fremdsprache setzt zu spät ein, oft erst in der ersten Klasse der Grundschule.
Die Gegner der "Herdprämie" meinten immer schon, dass Mittel, in frühkindliche Bildung investiert, sinnvoller angelegt seien als die staatliche "Verhinderungsprämie", die das Verbleiben der Kinder in der Familie fördert.
Children from disadvantaged backgrounds can fall behind their peers in vocabulary by the time they reach primary school.
Children from disadvantaged backgrounds can fall behind their peers in vocabulary by the time they reach primary school. Bild: The Guardian

Schon vor dem Erscheinen der oben genannten Studie waren deren Ergebnisse, die man im Mikrokosmos Schule empirisch antizipieren konnte, allen im Bildungsbereich verantwortungsvoll arbeitenden Menschen klar.