23. April 2016

Sobald die Abschlussklassen nach den Pfingstferien weg sind, gibt es weniger zu tun, oder?



(Dazu fällt mir ein blöder Spruch ein, der sich über Jahrzehnte im Volksmund hält: "Am Vormittag haben die Lehrer recht, am Nachmittag frei".
http://zeltmacher.eu/wp-content/uploads/2014/04/lehrer.jpg
Jetzt haben sie dann 6 Wochen lang nur noch frei?)
Die Frage, die manche Eltern/MitbürgerInnen umtreibt, ist die nach den Stunden, die ab den Prüfungen ausfallen
Dazu folgendes:
Beispiel 1:
Bei einer Lehrerin fallen ab Pfingsten die Stunden in Soziales (früher Hauswirtschaft/Kochen) aus. Sie hat aber die ganze Zeit über zusätzlich zwei Stunden Soziales für die Mädchen einer Flüchtlingsklasse gehalten, die sich freuen, ihre Rezepte aus der Heimat auszuprobieren. Die Kollegin ist mit Überstunden im Plus.
Beispiel 2:
Fast jede Lehrkraft hat ein oder zwei zusätzliche Projekte oder wichtige Fächer an der Schule zu betreuen, seien es der Physik-/Chemiesaal, die Sportgeräte/-anlagen, das EDV-System, die Lehrerbücherei, die Schülerzeitung, der Leseclub, die Fußballmannschaft, der Kontakt zu Berufsschulen, die Betreuung der Ehrenamtlichen, usw. Die Liste ließe sich noch weit fortführen.
(An den Mittelschule gibt es hierfür keine Anrechnung, höchstens ein Pünktchen bei der Beurteilung)
Beispiel 3:
Nach dem Quali (wobei es gleichviel interne wie externe Prüflinge gibt) wird der externe Mittelschulabschluss abgenommen. Das sind etwa 60 Externe von zwei kooperierenden Partnern aus dem nichtstaatlichen Bereich.
Beispiel 4:
Jetzt ist die Zeit, um endlich ohne Zeitdruck mit KollegInnen zu planen, sich Projekte zu überlegen, den Lehrplan zu entrümpeln, an einer anderen Schulform zu hospitieren, usw. Auch diese Liste ließe sich fortführen.
Und an anderen Schularten ist es nicht viel anders.
Oder glaubt jemand wirklich im Ernst, der Staat würde den LehrerInnen bezahlte Freizeit gewähren?
Beispiel 5:
Fortbildungen und Abschlusskonferenze: Die wollen auch untergebracht werden.
Beispiel 6:
Die eventuell frei werdenden Lehrkräfte werden dort eingesetzt, wo auf Grund von Personalmangel und Unterbesetztheit dringend Lücken gefüllt werden müssen, wenigstens in den letzten 6 Wochen des Schuljahres. (siehe auch Kommentar von Herrn hermess)

Kommentare:

  1. Bei uns gibt's gelegentlich auch die Option, dass man nach dem Abi eine neue Klasse bekommt, da aufgrund von personellen Engpässen kein anderer Ersatz zur Verfügung steht :-/

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  2. Vor paar Jahren hatte auch unser Dienstherr (in BaWü) mal Angst, dass wir nach dem Abi zu wenig tun, wir mussten alle unsere zusätzlichen Tätigkeiten auflisten. Die Listen wurden dann letztlich allesamt soooo lang (wohl landesweit), dass sie uns seit damals erspart bleiben:)

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