6. Mai 2016

Ganztag: Kooperationspartner steigen aus

Langjährige Kooperationspartner drohen aus dem Ganztag auszusteigen.
Der Kreisjugendring München-Stadt hat sich ja schon vor zwei Jahren aus dem gebundenen Ganztag, nicht aus dem offenen, zurückgezogen.
Mit 6100.-€ ist kein Ganztagesangebot zu finanzieren, es sei denn, man engagiert 1.-€-Jobber, die nur die Aufsicht über eine Klasse übernehmen. Das ist schon an ganz vielen Schulen der Fall.
Dort, wo aber Kooperationspartner und Schule Qualitätskriterien entwickelten, sie hoch halten, wo im Ganztag Projekte durchgeführt werden, die zum Leitbild der Schule passen, reicht das Geld bei weitem nicht. 24.000 .-€  pro Klasse und Schuljahr sind das mindeste, berechnete das Netzwerk Ganztagsbildung in München in seinem Positionspapier.
Dass die Kooperationspartner eigenes Geld zuschießen, nur um im Ganztag zu arbeiten bzw. präsent zu sein, ist nicht mehr einzusehen.
Die bekannte Folge: Die Qualität wird weiter sinken.

1 Kommentar:

  1. Der Ganztag ist eben in Bayern grundsätzlich nicht erwünscht (s. auch letzter Post). Das hat Prinzip. Die Frau gehört eben nicht in den Beruf, natürlich an den Herd! Da kann sie sich dann selbst um den Nachwuchs kümmern, was ja naturgewollt ist und natürlicherweise besser funkioniert. Je unangenehmer eigentlich Selbstverständliches ist, umso mehr steigt die gleichgültige Haltung: von Eltern und von Schulleitungen! Standards gibt es ohnehin nicht und so wird kritiklos Abenteuerliches geboten. Während beispielsweise 15 Ganztagesschüler Hausaufgaben erledigen, wird im gleichen Raum von einem außerschulischen Partner (der praktischerweise auch die Hausaufgaben überwacht) Geigenunterricht für zwei Schüler geboten. Bei dieser Finanzierung das Optimale. Ein wunderbares Beispiel für innere Differenzierung. Sollten wir uns als Lehrkräfte da nicht ein Beispiel nehmen? Es geht doch. So lassen sich alle anderen Aufgaben, für die es bewusst keine klaren Vorgaben und wenig Geld gibt, auch lösen (beispielsweise Inklusion, Flüchtlingskinder...). Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, nur gut verkaufen muss man es.

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