11. Juli 2012

Das Quartier

Neuaubing rückt allmählich in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Nachdem 40 Jahre weggeschaut wurde, interessieren sich jetzt viele für Neuaubing: Mandatsträger, Verwaltungsleute, selbsternannte Fürsprecher der Bevölkerung.
Und sie machen Vorschläge, was man besser machen könnte. Für Institutionen oder Wohnungsbaugesellschaften, die Jahrzehnte lang im Viertel Positives geschaffen haben. Und die Verwaltung der Gemeinde hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht: Raumnot in den Schulen, dahin vegetierende öffentliche Plätze, kein Quartierszentrum, verkommendes Ladenzentrum, kaum Einkaufsmöglichkeiten für alte Menschen.
Der Grund für das neu erwachte Interesse? Nebenan wird ein neuer Stadtteil gebaut. Freiham.

Kommentare:

  1. In Freiham werden genau die gleichen Fehler passieren wie überall und zu allen Zeiten. Es geht ums liebe Geld. Großzügige Grünflächen und Schulanlagen kosten einfach zu viel. Stattdessen werden kleine Grundstückchen verbaut, Blocks laden zur Völkerverständigung ein, denn man kann sich beinahe über den Balkon die Hände reichen...Vier massive große Kästen in einer Grünanlage bilden einen Schulcampus für 2500 Schüler. Dort hinein sollen eine Förderschule, eine Grundschule, eine Berufsschule und ein Gymnasium. Oder auch nicht. Das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen. Also eine Realschule, eine Mittelschule... Das hängt ganz davon ab, welche Schulart gerade abgesägt wird. Wer weiß, welches Schulsystem dann gelten wird? Das Prinzip heißt: viel bauen, viel verkaufen, viel Geld. Viele wollen mitreden, mitträumen, Politiker aller Couleur und interessierte Bürger. Vor allem wollen sie eine Öffnung der Schulen, jeder soll hinein können, die Schüler sollen sich vermischen. Wurde da schon einmal ein/e Grundschullehrer/in dazu befragt? Weiß man denn nicht, dass Grundschulen oft einer Festung gleichen, weil man sich einsperrt? Na ja, ehrlich gesagt, bei 2500 Schülern tobt das Leben. Bei 250 Schülern kennt man jedes Gesicht, jetzt lernt man jeden Tag ein neues Gesicht kennen und vergessen. Das lässt jugendliche Verhaltensweisen aufkommen, die man mit pädagogischer Begeisterung nicht lösen kann. Wer weiß, vielleicht herrscht eine derartige Begeisterung im Campus, Lernfreiheit ohne Noten und ohne Druck, jeder kann seine Kinder durch großzügige Glasscheiben im Gruppenraum beim selbstorganisierten Lernen oder im Plenum bei einem Vortrag sitzen sehen, alle werden studieren...Mir fällt noch viel dazu ein, aber ich hau mich jetzt zum Weiterträumen ins Bett.

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