Mittwoch, 1. Dezember 2021

Tag 619 und Erstaunen in Karlsfeld

Das Fahrrad musste zum Winterkundendienst und Spikereifen aufziehen gebracht werden. Hinter der Allacher Waffenschmiede ist entlang der Bahnlinie München-Ingolstadt ein Zaun angebracht worden. Sehr stabil. In der Bildmitte die Diamalt-Suppenküche von hinten.

Neue Wohnbauten, dahinter der Schornstein des ehemaligen Diamalt-Kesselhauses.
Von H. unbemerkt war in der Gerberau (Karlsfeld, östlich der Bahn, noch zu München gehörig) eine neue Siedlung aus "Big Boxes" entstanden.
Eine berühmte deutsche Geochemikerin an der TU München.
Diese Dame war eine Professorin der TU München, die sich mit Geodäsie (so was wie Vermessung) beschäftigt hat. Offensichtlich inspirierte die Nähe zu MAN und MTU die für die Namensgebung Verantwortlichen.
Bebaut wurde das ganze Gelände von Demos.
Ausblick auf ein kleines Ladenzentrum. Wenigstens das. Kein Café, kein Wirtshaus, kein Bewohnertreff.
Kinderspielplatz. Es liegt kein Schnee, der Boden hat  diese Farbe.
Ja, Big Boxes.

Dienstag, 30. November 2021

Tag 618 und kalter Wochenmarkt

So war der Frühstücksblick aus dem Fenster.


Voll im Blick die beiden (ästhetisch geschmacklosen) Wohnhäuser. Vergangenen Freitag wäre Richtfest gewesen, zu dem die Bauherrin alle Nachbarn eingeladen hatte. Wegen der Seuchensituation wurde dann abgesagt.

Mittags mit dem Express-Bus und der U-Bahn zum Josephsplatz gefahren, seit drei Monaten wieder erstmals zur Osteopathin.

Der Bus war leer, alle Fester geöffnet. Die U-Bahn war erträglich besetzt. Heimwärts genau das Gegenteil. Zwei Busfenster waren allerdings geöffnet, H. stellte sich darunter.

Der Josephsplatz leer, der Markt ziemlich gut besucht mit langen Schlangen vor manchem Standl.

Am Lesen:

Gehört: Jeden Tag 5 Minuten auf Oe1: Die Geschichte des Wiener Judenplatzes.

Montag, 29. November 2021

Tag 617 und Hauptgesprächsthema

"Impfverweigerer wollen sich kein "Gift" spritzen lassen und reden von ihrer Freiheit. Bei einer schweren Erkrankung beanspruchen sie eine IPS-Behandlung mit all dem "Gift" das auf dem Bild zu sehen ist. Die Freiheit zu realem Irr-Sinn einer wohlstandsverwahrlosten Gesellschaft."
Bild
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Am Samstag beim Besuch: Gespräche über Corona.
Gestern beim Adventsglühwein: Gespräch über Corona.
Beim Orthopäden: Gespräch über Corona.
In taz, SZ, Guardian und ZEIT: Tägliche Berichte über das Thema.
Die Radionachrichten: Beginnen immer damit.
 
Im Hause H. wird sich wieder eingeigelt. Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs und der darauf folgenden Hungerjahre hat noch nie ein Ereignis eine  Gesellschaft derart beeinflusst. Das Sackgässchen ist durchgeimpft, teilweise schon dreimal, bis auf die beiden noch nicht Elfjährigen. Die stehen aber auch an.

Die Wissenschaft (die seriöse) warnt, schlägt vor :
  • Mindestens zwei Prozent der Bevölkerung sollen täglich geimpft werden (Wie kriegt man die hin? Und laut einer neuen Studie wirken Geimpfte auf das momentane Geschehen nicht besonders stark ein.)

  • Im Arbeitsbereich sollen 3G-Regeln und Homeoffice angewandt werden

  • Keine Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen, am besten gar keine (Köln : Mönchengladbach - 50000 Zuschauer*innen)

  • In Restaurants, Bars, Klubs, Kinos oder Sporthallen soll 2G plus umgesetzt werden, im Freien mindestens 2G. Der Mund-Nasen-Schutz muss außer am Platz immer getragen werden, bei einer hohen Hospitalisierungsrate muss die Personendichte reduziert werden

  • Im Einzelhandel soll die Personendichte je nach Hospitalisierungsrate reduziert werden

  • Schulen benötigen eine durchdachte Teststrategie, möglichst mit Pool-PCR-Test. Zusätzlich muss konsequent gelüftet werden. Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz muss auch im Unterricht getragen werden. Bei hohen Inzidenzen sollen die Gruppengrößen reduziert werden

    (laut Forscher*innengruppe um Viola Priesemann)

Die Politik:
  • Sagt nichts, weder die Ampel noch die amtierenden Geschäftsführer*innen
  • Der Eine sagt hü, die Andere hott
  • Bund und Länder wollen morgen miteinander beraten. Gespannt. Einig werden sie nie werden, dazu konkurrieren sie viel zu stark untereinander: CDU/CSU gegen Ampel-Parteien, die Bundesländer gegen den Bund
  • Ein Generalmajor soll dem Krisenstab vorstehen. Den Job würden Viola Priesemann, Sandra Ciesek oder Christian Drosten wohl besser hinbekommen
 Ja, man hat es satt.

Sonntag, 28. November 2021

Tag 616 und erster Advent

Gestern Abend den Freund eingeladen zu Wildschweinragout. Das Fleisch aus den Bayerischen Staatsforsten wird immer auf radioaktive Belastung getestet. Vorher gab es einen Herbstsalat.

Dazu eine hausgemachte Weinbegleitung zu Salat und Hauptgang. Nachspeise war eine Zabaglione. Wenig gelacht, dafür tiefe Gedanken ausgetauscht.

Im ZEITMagazin schreibt Matthias Stolz, wie er die Herrschaft über seine Küche wieder erlangte: Na danke, Spitzenköche!  Leider mit Anmeldung.

Im Obstgärtchen die Wasserpumpe abgebaut.

 

Der Herr Kater, nachdem er ein halbes Jahr lang ausschließlich draußen lebte, zieht wieder das Haus vor.

Mittags um 12 Uhr sah es draußen im Hausgarten schon so aus. Große nasse Schneeflocken.

Am Nachmittag rief eine der Nachbarfamilien zum Adventsglühwein. Drei junge Familien und H.s saßen an einem Feuer und tranken sehr schwachen schmackhaften Glühwein. Viel Geklöne. Die Jungs holten sich aus H.s Garten lange dürre Äste und hielten sie ins Feuer, um dann auf der Straße Rauchfiguren zu produzieren.

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Die taz veröffentlichte Bilder von Mädchen in Afghanistan, deren Träume und Ziele zerstört wurden. Hier nur drei davon, weil der Austräger eine taz vermasselte.

Die Bildrechte liegen bei Zohra Bensemra.

Samstag, 27. November 2021

Tag 615 und Griff in die Plattenkiste: Paul Butterfield Blues Band

Wie die geneigten Leser:innen ahnen, schreibt H. meist über weniger bekannte Bands, und da vor allem über die aus den 60er und 70er Jahren. Vielleicht kommt er ja irgendwann zu denen aus dem neuen Jahrtausend ...

The Paul Butterfield Bluesband. Die Verbindung hierzu ist Michael Bloomfield, über den vor einigen Tagen geschrieben wurde. Es war der Gitarrist auf den ersten Platten von Butterfield.

Das Album kam 1965 heraus, auf dem damals renommierten Elektra-Label.

 Links sieht man Bloomfield, daneben Butterfield, in der Mitte Sam Lay, Schlagzeug, dann Elvin Bishop, zweite Gitarre, damals noch Student und Jerome Arnold am Bass.

Auf der zweiten Platte kam Mark Naftalin an der Hammondorgel dazu und Billy Davenport spielte an Stelle von Sam Lay Schlagzeug.

Das war es dann eigentlich, obwohl noch eine ganze Reihe Platten mit vielen anderen Musikern eingespielt wurden. Butterfield starb mit 45 Jahren am Alkohol und anderen Drogen.Er gilt immer noch als einer der besten Bluesharpspieler.

Wenn man sich auf einen Blues einlassen kann, mit blöder Reklame zu Beginn, und Bildern von schönen Menschen mittendrin, hier der Driftin`Blues vom Monterey Pop Festival 1967. Ganz an Schluss sieht man Bloomfied klatschen, der zu diesem Zeitpunkt die Band schon verlassen hatte.

Freitag, 26. November 2021

Tag 614 und Dies und Das

Erster Schnee. Gefühlsmäßig nicht mehr so kalt, weil kaum Wind.

Ständiger Ärger mit der Zeitungszustellung. Statt SZ und taz kamen SZ und AZ, beide wieder auf der Straße statt im Zeitungskasten.

Corona und Politik: Agieren und Reagieren. Politik kann nicht vorausschauend agieren, das hat H. schon während seiner Zeit an der Universität in gewissen Arbeitskreisen gelernt. Sie kann nur reagieren, und auch das lediglich halbherzig. Ein Schielen nach rechts und links, nach vorne und hinten. Die Wissenschaft verzweifelt. Es braucht keine Beispiele, die Zeit der Seuche hat es gut vorgeführt.

Frau Kaltmamsell weist auf einen Tänzer hin, der mit Mittelschülern probt und eine Aufführung zustande bringt.
Dazu fällt H. ein, dass er viele Jahre so etwas an seiner Schule hatte, nur nicht für eine Klasse, sondern für alle Fünften. Es kamen Tänzer*innen, Choreograf*innen und Musiker*innen, die von Montag bis Donnerstag mit 60 - 70 Schüler*innen ein Musical einübten. Am Freitagabend war dann für die ganze Schule und die Eltern der Fünftklässler eine Aufführung. Finanziert und initiiert hatte das Projekt die Stahlberg-Stiftung aus Schleswig-Holstein.

"Rhythm Is It!" war 2003 das erste H. bekannte Schulprojekt dieser Art: 250 Kinder und Jugendliche aus 25 Nationen tanzten Igor Strawinskys "Le Sacre du Printemps". Simon Rattle dirigierte zur Aufführung die Berliner Philharmoniker. Royston Maldoom war der Tanzpädagoge. Ein sehenswerter Film.

Simon Rattle dirigiert heute Abend auch das RSO des BR mit Mahlers Symphonie Nr. 9. Ein Benefizkonzert für den Adventskalender der SZ. Beim Adventskalender geht jeder Cent an Unterstützungsbedürftige; die Verwaltung der Spendengelder erledigt die Zeitung.

Donnerstag, 25. November 2021

Tag 613 und Spaziergang am Promenadeplatz und Umgebung

Heute ging es vom Promenadeplatz zum Marienhof und zurück. Es war kalt und unwirtlich und die Stadt voller Menschen. Zu den Bars und Cafés, die am Weg lagen, nur 2G-Zugang.

Kugeln aus Silberdraht hängen zwischen den Bäumen, mal beleuchtet, mal nicht.
Michael Jackson scheint eine Unmenge Fans zu haben. Nur weil er ein paar Mal im Bayerischen Hof nächtigte, dekorieren sie das Orlando-di-Lasso-Denkmal auf allen vier Seiten. Wenigsten ist es nicht so versifft wie das Jim-Morrison-Grab auf dem Fiedhof Père Lachaise.
Wer ist dieser Herr?
Um die Ecke wurde Kurt Eisner erschossen. Von Anton Graf von Arco auf Valley, dem letztendlich nichts passierte: Todesurteil - Festungshaft - Freigang - Freilassung. Gestorben 1945 kurz nach Kriegsende bei einem Autounfall.
Die jämmerlichen Überreste des Spatzenschwarms  am Marienhof. Drei bis vier Vögel fraßen von den Meisenknödeln. Vor dem Bau der Stammstrecke war es eine Gemeinschaft von mindestens 50.
Das Wurstgeschäft im Rathaus mit den besten Wurstsemmeln Münchens.
Und - seit es Emmy Vogt am Kurfürstenplatz nicht mehr gibt - das beste Pralinengeschäft. Emmy Vogt war unvergleichlich gut. Da waren die Schokoladewaren auch noch handgemacht.
Weihnachtsdeko in den 5 Höfen, leider noch ein bisschen zu hell.