Mittwoch, 12. Mai 2021

Tag 426 und Rose Ausländer

Dichter Landregen fiel den ganzen Tag, was für die Wasserversorgung der Natur sehr gut ist. Noch ein oder zwei Tage, dann könnte auch wieder mal Schluss sein, bis in den Juni.

Die ersten Zitrusbäumchen ins Freie gestellt.

Und  hier eine Zusammenkunft.

Mit dem Elsterformular herumgeschlagen. Verschiedentlich anmelden müssen, neues Passwort überlegen, wobei die Passwörter nur acht Zeichen, und zwar nur aus dem Alphabet, haben dürfen. Dürftig. Der Antrag, die Steuererklärung für einen Förderverein analog abgeben zu dürfen, wurde abgelehnt. H. wird Widerspruch einlegen.

Bilder der Vorfahren mütterlicherseits digitalisiert. Mühsam, aber interessant. Die Cousine hat zwei Fotoalben geschickt, die viele Fragen offen lassen. Aber vielleicht läßt sich manches mit ihr im persönlichen Gespräch (nach Corona, nach ihrer Hüfte) klären.

Hagalil hat eine Unterhaltung mit Oxana Matiychuk über die Dichterin Rose Ausländer veröffentlicht. Sie wurde gestern vor 120 Jahren in Cernowitz geboren.

Gegessen: Coburger Bratwürste mit Sauerkraut, Kartoffel und Bier.

Gehört Gesehen: Livestream einer Lesung mit Friedrich Ani aus dem Münchner Literaturhaus.

Gelesen: "Das Treibhaus" von Wolfgang Koeppen.

12 von 12 im Mai

 Ein Interview zu Rose Ausländer und der Graphic Novel über sie.

Biene an Apfelblüte.

Und hier der das ganze Apfelbaumbäumchen.

Die Wildbiene verdeckelt die neue Brut. Ist sie fertig, stirbt sie bald.


Vor und hinter dem Markt.

Neuer Blick auf die Baustelle und neu angelieferte Verkehrszeichen.

Wildtülpchen, eine schöner wie die andere.

Das Mädesüß verbreitet sich immer mehr im Garten.

 Zum Schluss Anemonen.

Es sind dreizehn Bilder geworden.

Dienstag, 11. Mai 2021

Tag 425

Regnen sollte es, was ja willkommen gewesen wäre, wäre da nicht der Föhnwind. Also legte sich H. gleich nochmal ein Stündchen hin.

Indessen musste der Herr Kater sein Revier gegen zwei Katzen verteidigen. Wie er das macht? Nur er weiß es. Riesen Drohgebärde und zentimenterweises näher Rutschen. Mit Getöse kam er später auf H. zu, der ihn natürlich lobte. Wenn der Herr Kater mal alt (ist er schon: 17) und schwächlich ist, wird H. das wohl übernehmen müssen.

Frau Nessy machte aufmerksam auf dieses Forum: https://gogiveone.org

Früh am Morgen auf dem Weg zu den Zeitungen sah H. ein Beispiel der Arterhaltung: Zwei grüne Schildwanzen.

Kennt jemand übrigens diesen Käfer unter, der auch fliegen kann?
Er hält zur Zeit zahlreiche Treffen ab, mit hoher Beteiligung.

 

 

Der kleine Nachbarjunge wurde heute sieben, deswegen machten sich H.s mit einer Tomatenpflanze auf, um zu gratulieren. Sie kam gut an. Er hatte natürlich nicht viel Zeit, die Freundes-Rasselbande war da. Bedankte sich artig und war weg. Die Eltern waren zufrieden, als hätten sie selbst Geburtstag gehabt.

Abends grummelte weit entfernt ein Gewitter. Ein frischer Wind kam auf, ein paar erste Tröpfchen fielen.


Gegessen: Saiblingsfilet vom Markt, dazu Salat und das Restchen Prosecco.

Gelesen: Gedichte von Wanda Coleman. Leider nur online. Das Buch, das H. haben will, ist nicht mehr erhältlich: "American Sonnets".

Gehört: Neue Volksmusik von Attwenger, Ernst Molden u.a.

Montag, 10. Mai 2021

Tag 424

Es hatte am Morgen schon 20°C. Im Laufe des Tages stieg die Temperatur bis auf fast 30 Grad. Der Herr Kater war ermattet. H. auch.
Statt sich wie üblich den Magen voll zu hauen, wollte Herr Kater alle Stunde ein kleines Häppchen. Konnte er haben. Übrigens geht er zur Zeit überhaupt nicht mehr ins Haus, nicht mal am frühen Morgen zum Anstandsbesuch.

Freundin B. erschien zum Nachmittagskaffee. Sie hat auch die erste Impfung erhalten.


 

 

 

 

 

 

 

 

Mädesüß und Bärlauchblüte

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 Goldnessel und Hasenglöckchen, prima Bienenfutter

Gehört: Den Tag begonnen mit dem Andante aus dem Klavierkonzert Nr. 2 in F-Dur von Shostakovich. Am Abend dann Ludwig van Beethoven: Klaviertrio Es-Dur, op. 1, Nr. 1; Johannes Brahms: Klaviertrio c-Moll, op. 101.  Ausführende Leonore Piano Trio

Gegessen: Zucchinipflanzerl mit Paprika-Oliven-Peperonisalat und Prosecco. Die Abendessen finden zur Zeit immer draußen statt.

Gelesen: Nochmal die letzten 30 Seiten aus Maja Haderlaps beeindruckendem Buch "Engel des Vergessens". Im Liegestuhl in der Wiese.

Gedacht an:

Sonntag, 9. Mai 2021

Tag 423

Heute morgen das erste Mal richtig in der Sonne gesessen, ohne dass eine unterschwellige Kälte einen umwehte. Sudoku in der ZEIT ging schnell.

Am Nachmittag mit Frau H. in das Obstgärtchen gefahren, um den Kaffee und Kuchen dort einzunehmen. Der Kuchen war ein Ostergebäck, das U. vom Ruffini damals H.s schenkte. Aber weil das Haus voller Osterspeisen war, kam der Osterkuchen in die Gefriere und heute heraus. Voller Rosinen und Mandeln, mit schönem Zuckerguß. So was von wohlschmeckend.

Dort ein paar Gartenarbeiten erledigt und viele Bilder gemacht.





Das sind die über alles geliebten Wilddtulpen. Sie kommen jetzt immer noch und an Stellen, an denen sie nie gepflanzt wurden. Sie haben oft sehr kleine Blüten - siehe oben zum Vergleich eine relativ kleine Löwenzahnblüte.

Die Wildbienen lieben sie jedenfalls, genauso wie den Jacobiapfelbaum. Hier gehen auch die Honigbienen gerne hin.



Das war im Wesentlichen der Tag.

Gegessen: Spinat-Käse-Röllchen mit Salat und Prosecco (wie man weiß, reicht eine Flasche für drei Mahlzeiten - morgen ist der dritte Tag).

Gehört: Spielräume Spezial zum 80. Geburtstag von Eric Burdon, der Rock`n`Roll-Röhre aus Newcastle-upon-Tyne. H.s konnten ihn zweimal erleben, einmal in den späten 80ern in der Theaterfabrik Unterföhring (lebe wohl, lieber Wolfgang Nöth) und einmal in der Philharmonie in den 2000ern.
Die Sendung ist hörenswert, aber nur 7 Tage lang. (Frage: Hört das überhaupt jemand der geschätzten Leser:innengemeinde? Sonst kann er sich die Links sparen.)

Gelesen: Oh mei, nur die taz und die ZEIT.

Samstag, 8. Mai 2021

Tag 422 und ein berechtigter Hinweis von Frau Trulla

H. veröffentlichte den Beitrag der Schulleiterfreundin. Darin war eine Geschichte enthalten, Jahrzehnte alt, die menschenverachtende Inhalte hatte. Da weder Frau Schulleiterfreundin noch H. sich damit identifizieren können, wurde sie herausgestrichen. Es war ein Versehen, der Oberflächlichkeit geschuldet, dass sie trotzdem erschien. Der Beitrag ging x-mal hin und her, um ihn auch sicher zu anonymisieren, da ist diese Stelle wohl durchgerutscht. Danke für das Aufwecken, Frau Trulla.

Mittags zum Ruffini gefahren und Kuchen und Abendessen geholt. Unterwegs Fische gesehen, die in keinen Kochtopf passen und auch nicht anregend aussehen.




 

 

 

 

Da drin schwimmen sie und werden unentwegt gefüttert. Dabei wurden sie eingesetzt, um die Algen aufzufressen. Graskarpfen.

Daheim den Kuchen gleich aufgeteilt: Die Elternnachbarn und der kleine Junge waren gerade da. Der hatte gestern Holzzuschnitte von H.s Freunden bekommen und heute einen Kran gebaut. Stolz führte er ihn vor und wollte fotografiert werden. Bei dieser Gelegenheit Grüße an A.R.!

Und jetzt ist am 3. Mai Lloyd Price gestorben, der begnadete Soulsänger. H. hatte bezüglich "Stagger Lee" auf ihn hingewiesen.

Bob Dylan, der umstrittene, ist auch 80 Jahre alt geworden. Immer noch auf der "Never Ending Tour". Wenn er so weiter macht, wird er sich wohl auf der Bühne oder zwischen zwei Konzertterminen verabschieden.

Heute vor 76 Jahren ging der zweite Weltkrieg offiziell zu Ende, obwohl einzelne Nazinester noch weiter kämpften, Nazirichter weiter verurteilten und Standgerichte hinrichteten. Die Schlauen, u.a. Mengele, Priebke (sein Leben nach 1945 ist besonders aufschlussreich), Stangl, Rauff, Barbie und Eichmann, nur um ein paar zu nennen, hatten sich schon abgesetzt, Tausende teilweise über die Rattenlinie des Vatikans oder über Spanien. Die Rattenlinie lief über  Südtirol nach Rom und von dort auf verschiedenen Wegen weiter. Auch die CIA beschäftigte einige von ihnen. Da gäbe es noch viel aufzuarbeiten.

Gegessen: Pasta mit Sardellen und Kalbsgulasch, dazu den gewohnten Prosecco.

Gesehen: Wieder einen Film vom DOK.fest: "Je m`appelle humaine" über eine Inuitfrau, die Dichterin Josephine Bacon.

Gelesen: Deswegen nichts.

Die Schulleiterfreundin schreibt wieder

Hallo Hauptschulblues,

die Abstände, in denen ich mich melde, werden kürzer. Aber die Probleme türmen sich auch.
Raus kommen wird nichts mit den Protesten gegen die Abschaffung von Teams. Natürlich habe ich die Kommentare auf deinem Blog gelesen.
Leider können das Lehrkräfte anderer Schularten gar nicht so richtig nachvollziehen, wie schwierig Distanzunterricht bei uns ist. Bei T. O. sitzen tatsächlich Schüler, die noch in der 7. Jahrgangsstufe im Zahlenraum bis 20 rechnen.
Immer häufiger kommen Kinder in die 5. Klasse, denen zwar vom Wechsel an die Regelschule abgeraten wurde, nachzulesen in den erstellten Gutachten, deren Eltern jedoch Stein und Bein schwören, dass man den Wechsel empfohlen habe. Sie haben auch eine gewisse Routine entwickelt wie man das Problem umschiffen kann:

1. Man erscheint nicht zum Gesprächstermin mit Lehrkraft und Beratungslehrkraft und gibt dann an, man habe es leider vergessen.

2. Man könne sich gar nicht vorstellen, wie es sein kann, dass die Leistungen so schlecht seien, da der Test überdurchschnittlich gut sei. (Das stimmt natürlich nicht, man glaubt natürlich, dass wir das aus Datenschutzgründen nicht besser wissen.)

3. Man gibt den Schulwechsel als Grund an und dass das Kind sehr schüchtern sei und eine gewisse Eingewöhnungszeit brauche. Man soll doch die Noten aussetzen.

4. Corona ließ das Kind aussteigen.

5. Da bekannt ist, dass es keine Leihgeräte mehr gibt, behauptet man jetzt, dass man leider keine stabile Internetverbindung habe und es ja auch keine Leihgeräte gebe. Das habe das sensible Kind nicht verkraftet und sei so langsam abgehängt worden.
Bis zum Schuljahresende kommen sicher noch ein paar originelle Begründungen dazu. Wir sollen alles wohlwollend betrachten. Kein Problem: 5. Klasse Notenaussetzung, Versetzung 6. Klasse, Notenaussetzung wegen Corona. So gewünscht und möglich.

Schon jetzt kommen pro 5. Klasse 3-5 Schüler mit Notenaussetzung hinzu. Unseligerweise erhalten sie von den Grundschullehrern immer die Empfehlung "Ganztagesklasse". Angeblich soll dann auch der Wechsel zur Realschule ganz einfach klappen. Ganz wunderbar, vor allem, weil jetzt pro Ganztagesklasse noch 3 Stunden Unterricht gestrichen wurden. Langsam steigt in mir der Verdacht auf, dass es auch gar nicht mehr um anspruchsvolle Unterrichtsversorgung geht, zumindest nicht in der Politik. Es wird also verwahrt.
Das Förderzentrum in der Nachbargemeinde hat die Unterstüzung von einzelnen ihrer ehemaligen Schüler abgeschafft. Das war wenigstens noch eine gewisse Chance. Aber ich verstehe die Förderschule auch. Sie hat getestet und getestet. Sie hat Gutachten über Gutachten geschrieben. Seitenweise. Überstunden geschoben. Wer versteht schon die Fachsprache? Ein Schüler der 4. Klasse, dem im Zahlenraum bis 20 der Zehnerübergang beim Addieren gelingt, wird von vielen dieser Eltern als zukünftiger Gymnasiast oder doch zumindest als Realschüler gesehen. Ein Jahr in der Mittelschule und dann weiter. Die Eltern sagen dann MITTELSCHULE - so absurd das klingt - als Sprungbrett. Der Elternwille gilt und schon haben wir das Kind. Du kannst mir glauben, die Eltern da herunter zu holen, ist schwer. Ehrlichkeit wird als Affront empfunden und kommt selten zur Anwendung. 

T.s Problemschüler werden auch bis zur 9. Klasse nicht viel mehr Mathegrundkenntnisse haben und mich wundert schon wie sie eine Gleichung lösen sollen oder Volumen berechnen... Ich habe bei Dir auch den Kommentar eines Gymnasiallehrers (?) über Teams gelesen. Der kann natürlich gar nicht nachvollziehen, warum Mittelschullehrer sich in ihrer Verzweiflung auf Teams gestürzt haben. Wenn der Wechsel im September eintritt, werden wir halt wieder die Gemeindeverwaltung mit Postgebühren überschwemmen. Es geht auch ohne Technik. Irgendwie.

Gruß

Deine Schulleiterfreundin