14. September 2014

Leistung? Sitzenbleiben?

Umfrage jagt Umfrage.
Das Ifo-Institut befragte wieder einmal 4000 Bundesbürger, die sich ein leistungsbetontes Schulsystem mit Zeugnisnoten, Sitzenbleiben und einheitlichen Abiturprüfungen wünschen.
Recht haben sie.
Unsere Gesellschaft beruht auf Konkurrenz, da beißt die Maus keinen Faden ab.
Bei uns gibt es nach wie vor Zeugnisse, die SchülerInnen können sich vergleichen.
Sitzenbleiben gibt es auch, aber nur, damit die SchülerInnen einen Abschluss schaffen. Und den erfolgreichen Mittelschulabschluss erreichen immerhin 100 %, egal, wie lange es dauert.

1 Kommentar:

  1. Wir sind zwar eine Leistunggsgesellschaft, in der großes Konkurrenzdenken verankert ist,aber unseren Kindern wollen wir das nicht zumuten. Sie sollen es zwar schöner als Mama und Papa haben,sich aber nicht strecken und dehnen müssen. Bloß keine Frustrationserlebnisse! Dagegen kämpfen Mama und Papa. So wurden in der Grundschule anstelle der eindeutigen, gruseligen Noten, Verbalbeurteilungen eingeführt. "Sicher rechnet der Schüler im Zahlenraum 1 bis 20." Das klingt erst gut, regt aber zum Nachdenken an, wenn der Rest der Klasse sich auch noch sicher im Zahlenraum bis 100 oder noch bedenklicher bis 1000 bewegt. Da blicken auch Akademikereltern nicht immer durch. Das schafft Verunsicherung. Immer öfter wird bei normaler Intelligenz des Kindes für Dyskalkulie und Legasthenie Notenaussetzung eingefordert. Es klingt dramatisch und wird von den Betroffenen auch so empfunden. Vor allem wird das Kind in eine Schublade gesteckt. "Ich bin ein Legastheniekind, muss ich das auch machen?" "Mein Kind ist ein ADHS - Kind" Aha, Stempel auf die Stirn? Jeder hat doch seine Stärken und Schwächen, das ist doch normal. Ich beispielsweise, bekomme keinen Nagel gerade in die Wand, habe ich jetzt eine feinmotorische Störung und brauche womöglich einen praktischen Lebenshilfebegleiter? Gibt es überhaupt noch junge Menschen, die sich normal entwickeln oder ist das schon pathologisch oder zumindest unsensibel und verdächtig? Viele Grundschullehrer verklausulieren ihre Verbalbeurteilungen mittlerweile derartig, dass sie für den Nichtpädagogen (damit meine ich ohne pädagogischs Studium oder Lehramtsstudium) nahezu nicht mehr durchschaubar sind. Damit versuchen sie sich vor juristischen Auseinandersetzungen zu schützen. Zudem baut sich natürlich ein unvorstellbarer Druck auf. Den beklagen auch viele Eltern, dabei tragen sie eine Großteil dazu bei.

    AntwortenLöschen