11. Mai 2015

Schulleiterstellen unbesetzt

In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sollen besonders viele Schulleiterstellen unbesetzt sein. Das berichtet zumindest die Süddeutsche Zeitung.
Dann sagt sie auch, dass in Bayern das Problem nicht so gravierend sei, weil die Dillinger Akademie entsprechende Kurse anbiete und die Bezahlung besser sei.
(Bezahlung war mir nie das Problem, obwohl schon anzumerken ist, dass ein Schulleiter einer Mittelschule nie über die Gehaltsstufe eines Oberstudienrates kommen kann. Immerhin ist eine Mittelschule mit einem mittelständischen Betrieb von 30-40 Mitarbeitern zu vergleichen.)
Das viel größere Problem war für mich jedoch, dass ich 15 Stunden unterrichten musste und 12 Stunden für Verwaltung, Elterngespräche, Kooperationspartner, KollegInnen, Ehrenamtliche, Hauspersonal usw. hatte.

Kommentare:

  1. Die geschilderten Belastungen kommen mir sehr bekannt vor.
    Zudem empfinde ich die Bürokratisierung als ziemlich krass. Staatliche Formulare kann man schon an ihrer ausufernden Fülle (im Bestreben sich ja juristisch 100%ig abzusichern, findet mn immer von Jahr zu Jahr mehr Ergänzungen) erkennen und die Bearbeitung verläuft auf geheimnisvollen verschlungenen Pfaden des Dienstweges.
    Zudem ist man als Schulleiter Papi oder Mami, die möglichst alle Entscheidungen abnehmen und Unbill abwehren sollen. Wie bezeichnet man das doch so schön? Schulfamilie! Nicht zu vergessen: Man fungiert selbstversständlich als Beschwerdestelle und sollte für jeden, wirklich jeden, der die Schule betritt (natürlich auch und besonders außerhalb der Sprechstunden) ein offenes Ohr haben. Natürlich darf man nicht auf eine 40 Stundenwoche hoffen, man kann getrost von 60 Stunden ausgehen, das muss jedem klar sein, der sich für diesen Job bewirbt und engagiert dort wirken möchte. Denn sonst schafft man es niemals alle Termine und Einladungen zu Vorträgen, Dienstbesprechungen, Konferenzen, Veranstaltungen... zu bewältigen. Gottlob hat das Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München diese auf die Abendstunden verlegt, so dass weniger Termine sich überschneiden. Man hofft so zu vermeiden, dass das Kerngeschäft, bestehend aus Unterricht (16 Stunden) und Verwaltung (11 Stunden) leidet. Vorbildlich.
    Die Schulleiterkurse in Dillinggen sind tatsächlich sehr hilfreich, auch weil man andere Schulleiter kennen lernt, mit denen man sich vernetzen könnte.
    Jeder, der sich im Lehrfach betätigt, betont zwar immer als Gutmensch, dass ihm die Bezahlung nicht so wichtig ist, aber so lange die Stellen nicht zwangsbesetzt werden können, muss man sich dann halt mit der derzeitigen Situation abfinden.

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