25. Juli 2016

2. Das Leistungsgefälle ist riesig

Das stimmt.
In meiner Ü5 sind Kinder bzw. Jugendliche, die noch nicht einmal alphabetisiert sind, weil sie nicht zur Schule gehen konnten.
http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/notizbuch/fluechtlinge-schule-bilanz-102~_v-img__16__9__m_-4423061158a17f4152aef84861ed0243214ae6e7.jpg?version=48914Bild: BR
Abdu (Name geändert) lernt mühsamst schreiben und die Grundrechenarten, sitzt meist in der Klasse und versteht nichts. Er kann nur lernen, wenn jemand neben ihm sitzt, so wie ich zwei Stunden in der Woche, was nicht einmal der Tropfen auf den heißen Stein ist. Er freut sich, wenn ich komme und gibt mir jedes Mal die Hand und sagt auf die Frage, wie es ihm gehe "Gut".
Er ist nicht mehr schulpflichtig. Nächstes Jahr wird er in die Berufsschule müssen - hoffentlich gibt es dort Programme für diese Jugendlichen.

1 Kommentar:

  1. Wie so oft in unserem Schulsystem hängt alles von der einzelnen Schule ab, vom einzelnen Lehrer, der sich mit den Kindern beschäftigt, von seiner Einstellung zum Menschen, von seiner pädagogischen Einstellung, von seinem Engangement. Gerade im Lehrerberuf geht man von Berufung aus. Wer ist "man"? Das ist die Politik und die Gesellschaft. Lehrerdasein ist kein Job, darf auch nie einer werden - nur so kann das heute klappen. Außer dem Arztberuf ist eigentlich kein Beruf mit einem derartigen Ethos behaftet. Finanzielle Mittel will man nämlich nicht investieren. Was für ein Glück (für den Staat). Sicherlich findet sich deshalb ein "Gutmensch", dem das Schicksal des Jungen am Herzen liegt und der bereit ist, sich zu engagieren und der sich noch nicht von dubiosen Parolen beeinflussen lässt oder ängstigt. Das wünsche ich dem Jugendliche jedenfalls. Das gesamte Bildungssystem stützt sich mittlerweile zunehmend auf Ehrenamtliche.

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