18. August 2016

Hausaufgaben für Bayern

Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln veröffentlichte den Bildungsmonitor 2016. Dieser misst und bewertet seit 2004 den bildungspolitischen Fortschritt in Deutschland.
Bayern schlägt sich insgesamt wacker und belegt hinter Sachsen und Thüringen Platz drei unter den Bundesländern.
Gelobt wird Bayern für die Integration von Flüchtlingen, was kein Wunder ist, wenn man sich anschaut, wie diese vor einem Jahr am Münchner Hauptbahnhof empfangen und weiterhin betreut wurden, von den Kommunen, der Arbeitsagentur und tausenden Ehrenamtlichen.
Minuspunkte gibt es hauptsächlich in drei Bereichen:
  1. Betreuung von Kindern in Kitas
  2. Ausbau des gebundenen Ganztags
  3. Abschlüsse von ausländischen Schülern (noch vor dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle)
Punkt 1 wundert nicht. Der bayerische Staat investiert in den nächsten Jahren ja lieber 1,1 Mrd. € in Betreuungsgelder, statt dafür zu sorgen, dass die Kinder öffentliche Kindergärten besuchen.
Zu Punkt 2 habe ich schon oft geschrieben. Wen wundert es, dass der Ausbau stagniert, wenn der Staat nur 6000.- € pro Klasse und Schuljahr berappen will. Viermal so viel und wesentlich mehr Lehrerstunden wären nötig, um Ganztag auf einem vertretbaren Niveau einrichten zu können.
Punkt 3 wundert mich, denn an meiner alten Schule, die einen Migrationshintergrund von mehr als 80% hat, waren heuer die Abschlüsse so gut wie noch nie in den letzten 15 Jahren.
Den einfachen Mittelschulabschluss erreichten alle, den Qualifizierenden Mittelschulabschluss so viele, dass man es sich kaum zu sagen traut, weil dann die Neider wieder anfangen würden zu bohren und zu unterstellen.

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