Montag, 3. Juni 2019

@Read On, My Dear

Nach einigen Tagen äußert sich H. zum Thema.
Er findet die meisten KommentatorInnen bigott (= im Inviertel "heuchlerisch"). Erst jubeln sie das Fräulein hoch, mit tränenreichen Kommentaren, dann wird sie, wenn nicht verdammt, so doch mit tiefem Graben kritisiert.
H. hat immer nüchtern, mit einem oder zwei Sätzen kommentiert, wenn ihm danach war. Den Blog hat er sehr gerne gelesen, weil starke dichterische Fähigkeiten zu spüren waren. Wenn sich das Fräulein im Blog verstiegen hat, so spielt das keine Rolle. Papier war immer schon geduldig, das (anonyme) Internet ist es noch mehr.
Den Preis von 2017 abzuerkennen, das geht überhaupt nicht. Aber dem gegenüber war H. schon immer skeptisch, außer bei Frau Kaltmamsell. (Jetzt ist das nächste Fettnäpfchen offen.)
Das ist die eine Seite.
Die andere, mit den erfundenen Opfern und deren Meldung nach Israel, das durfte nicht sein. Auch nicht die Berichte über die Arbeit mit männlichen Migranten, was H. allerdings nicht veri- oder falsifizieren kann. Und Indien ist sehr, sehr weit weg.
Nur brauchen jetzt zwei Seiten Zuspruch bzw. Unterstützung: Zum einen gibt es in der Bloggerszene einige enge Beziehungen zum Fräulein. Die Betroffenen, sie wissen selbst, wer gemeint ist, gehören getröstet über einen Verlust (muss es denn einer sein?).
Und das Fräulein, die das alles ja aus irgendeinem Grund geschrieben bzw. angestellt hat, darf nicht allein gelassen werden. Es gibt genügend Menschen, die digital oder analog mit ihr Kontakt aufnehmen können.
@eine bestimmte Bloggerszene: Hört bitte auf, an ihrem Blog herum zu kritisieren ("Ich habe es mir schon lange gedacht", "Da fiel mir zum ersten Mal auf, dass ..."). Vielleicht wären weniger enthusiastische Kommentare hilfreicher gewesen.
Einen Menschen plötzlich fallen zu lassen, das verbietet sich.
Wenn H. die Möglichkeit hätte, sie zu unterstützen, würde er es tun. Er hat das Fräulein aber erst vor kurzem kennen gelernt, ohne den Austausch von Kontaktdaten.

3 Kommentare:

  1. Lieber Herr H.
    Ich verstehe die Kritik an allem Heuchlerischen. Auch mich nervt das gerade sehr. Dennoch verstehe ich insbesondere alle, die das Fräulein meinten persönlich zu kennen, und nun allen Grund haben enttäuscht zu sein. In dieser speziellen Angelegenheit kann man Blog, Person und Holocaust-Opfer-Betrug nicht trennen. Zu sehr hat das Fräulein selbst mit den Übergängen gespielt.
    Das in meinem Blog verlinkte Statement zeigt noch einmal deutlich, dass noch nicht einmal eine stringente Rechtfertigung erkennbar ist.

    Keine der geschätzten Bloggerinnen treibt hier Kühe durchs Dorf. Vielmehr äußern alle Entsetzen und Bedauern, aber auch Sorge. Ich persönlich habe als selbst Betroffene mit dem Fräulein über das Thema Essstörung geschrieben. Diese Nachrichten hätte ich gerne zurück. Sie beinhalten persönliche Informationen, die ich niemandem gesendet hätte, wenn ich mir nicht solche Sorgen um den Tierarzt gemacht hätte.

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  2. Ich habe sehr, sehr viele Kommentare und Statements gelesen, sonst hätte ich das oben nicht gesagt.
    Mir geht es hauptsächlich darum, dass sie Hilfe bekommt. Es kann noch schlimmer kommen.

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    1. Ja, vielleicht haben Sie bösartigere Kommentare gelesen als ich. Dass sie Hilfe bekommt, hoffe ich auch sehr!

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