16. April 2017

Bellevue di Monaco

Dutzende freiwillige Helfer, Flüchtlinge und Mitglieder der Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco haben mit Hilfe von Handwerkern und zwei Architekten von "Hirner & Riehl Architekten" in nur fünf Monaten aus einem Abrisshaus ein Wohnhaus für 20 bis 25 junge Geflüchtete geschaffen. Jetzt können diese auf fünf Etagen in ihre neuen Wohngemeinschaften ziehen. Zwei Stockwerke sind für junge Frauen reserviert, drei für männliche Flüchtlinge, die sich, betreut von fünf Jugendhilfeträgern, auf ein eigenständiges Leben in München vorbereiten.
Das ist ein wunderbares Projekt von Bellevue di Monaco, einer Genossenschaft, die der Landeshauptstadt München mit Unterstützung vieler Prominenter die drei Häuser abgehandelt haben. Das Kommunalreferat hätte die drei Häuser in der Müllerstraße wahrscheinlich noch jahrelang brach liegen lassen.
Jetzt werden sie mit Leben gefüllt - und jeden Montag gibt es dort Musik.

Schulleiterkongress? Schulleiterkongress!

Es gibt zwei bzw. drei große Schulleitungskongresse in Deutschland.
  • Bamberg: Hier findet alle zwei Jahre das "Bamberger Schulleitungssymposium" statt, heuer am 13. und 14. Oktober wieder.
    Das Bamberger Schulleitungssymposium ist eine Veranstaltung, die bereits 1988 von Prof. Rosenbusch ins Leben gerufen wurde und bis heute bundesweite Anerkennung findet. Im Zweijahresrhythmus treten pädagogische Führungskräfte aus ganz Deutschland mit Vertretern aus Wissenschaft und Bildung in einen intensiven Austausch über wichtige Themen aus den Bereichen Schulmanagement, Schulqualität und Schulentwicklung.
    Kiel: Im Wechsel mit Bamberg veranstaltet das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) das Schulleitungssymposium. Es fand zuletzt 2017 statt. Hervorragend und gleichzeitig amüsant sind die Vorträge von Prof. Annette Scheunpflug (auf beiden Veranstaltungen).
  • Düsseldorf: Der Deutsche Schulleiterkongress ist die größte dieser Veranstaltungen. Der nächste Kongress findet 2018 statt.
 Ich kann den interessierten Lehrkräften und SchulleiterInnen aller Schularten nur empfehlen, von diesen Tagungen Gebrauch zu machen.

10. April 2017

Realschulen überfüllt - Klassenstärken erhöht

Wie in der Tagespresse zu lesen ist, können in München etwa ein Viertel der Anmeldungen an den Realschulen nicht angenommen werden. Eine der Reaktionen, die durchaus übliche, ist die Klassenstärken zu erhöhen. Nach oben gibt es ja keine Grenze.
Es könnten aber auch Eltern dahingehend beraten werden, ihr Kind auf die Mittelschule zu schicken. Aber die Grundschulkollegien haben oft Vorurteile, manchmal sogar Ängste vor der Mittelschule.
Dabei sind die Kinder auf der Mittelschule oft glücklicher und entspannter als an den anderen weiterüfhrenden Schulen, weil ihnen dieser Schultyp angemessen ist. Und eine Sackgasse ist er keineswegs.

2. März 2017

Schlechte Chancen für SchülerInnen mit Migrationshintergrund

Die BertelsmannStiftung hat am 1.3.2017 den neuen Chancenspiegel Schule veröffentlicht.
Es bleibt dabei: Bildungschancen hängen nach wie vor stark vom sozialen Milieu und vom Migrationshintergrund ab. Sprachförderung, Ganztagesschulen und regionale Unterschiede waren heuer die Schwerpunkte der Untersuchung.
Bei der Sprachförderung haben es MigrantInnen, besonders in Ostdeutschland, besonders schwer. Dort soll es ja weniger als im Bundesdurchschnitt geben. Werden sie deshalb weniger wahrgenommen?
Der Anteil der ausländischen Schulabbrecher stieg ein wenig auf nunmehr 12,9%. Was das für deren Zukunft heißt, kann man sich ausmalen.
In Sachsen besuchen bereits ungefähr 80% der SchülerInnen eine Ganztagesschule, in Bayern gerade mal 15%. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Ausstattung mit Geld und Lehrerstunden.

28. Februar 2017

Fehlende Aushilfskräfte - Die große Leere an Münchner Schulen

Das schreibt heute die SZ auf der ersten Seite im Münchner Teil: http://sz.de/1.3397749


Insgesamt ein geschönter Artikel, da die Probleme zum großen Teil hausgemacht sind. Natürlich sitzen, wenn aus drei Klassen zwei gemacht werden, nicht nur 25 Schüler in den Klassen - die Schülerstärken steigen - sondern es geht bis an die Obergrenze von 30-32 Kindern. Letztes Schuljahr war die 8. Klasse einer mir bekannten Mittelschule ca. 6 Monate ohne Lehrer, das macht sich jetzt noch bemerkbar, in den Leistungen und den Sozialstrukturen. Vergessen hat man auch zu schreiben, dass es Lehrern aus anderen Bundesländern sehr schwer gemacht wird einzusteigen. Man könnte gerade denken, dass außerhalb Bayerns die pädagogischen Entwicklungsländer beginnen und alle Lehrer dort nicht richtig ausgebildet sind. Offensichtlich ist aber so viel Geld in den Staatskassen, dass Herr Söder von Steuersenkungen spricht. Populärer vor den Wahlen wäre allerdings, mehr Geld für Bildung zur Verfügung zustellen. Letztes Schuljahr war die Situation ähnlich, da sandte man keine Hilferufe aus dem Ministerium sondern zeigte sich recht hochnäsig. Eine Lehrerin aus einem baden-württembergischen Gymnasium mit einem 1er Schnitt durfte sich nicht einmal nachqualifizieren, weshalb sie sich prompt bis Schuljahresende krank schreiben ließ und dann eine besser bezahlte Arbeitsstelle bei einer Stiftung fand. Bayerischen Realschul- und Gymnasiallehrkräften ohne Anstellung wird die Nachqualifizierung für die Mittelschule mit Stolpersteinen und Vorschriften erschwert. In diesem Februar war die oben erwähnte Schule übrigens drei Wochen ohne Klassenlehrer für eine 6. Ganztagesklasse, weitere drei Lehrer waren auch noch erkrankt, ebenso eine schwangere Kollegin. Alle Inklusionsmaßnahmen, Differenzierungen und Fördermaßnahmen bleiben auf der Strecke, bestehen zwar auf dem Papier, sind in der Realität jedoch bloße Beteuerung. Vielleicht übernimmt ja unser aller Landesvater auch hier das Ruder; Herr Spänle als zuständiger Minister und seine untergeordneten Stellen scheinen ja wirklich überfordert zu sein.