19. Juni 2016

Christian Füller: Schulleiter mächtig wie Dirigenten?

Christian Füller, mit dessen Meinungen ich oft nicht übereinstimme (er weist immer auf den Deutschen Schulpreis hin, der zwar medienwirksam ist, vergisst aber den bundesweit größtenWettbewerb, die Starken Schulen, die ihren Preis alle zwei Jahre vergeben), fordert eine Schulleiterakademie, die finanziell unabhängig ist, mit 20 Milliarden Euro ausgestattet ist und vom Staat und der Wirtschaft finanziert werden sollen.
  • Hier ist der erste Denkfehler: Staat und Wirtschaft werden sich hüten, so viel Geld locker zu machen, ohne dass inhaltliche und organisatorische Mitsprachrechte geltend gemacht werden.
  • Zum anderen: Selbst wenn es eine solche Akademie geben sollte - das Beurteilungssystem innerhalb der Schulen muss geändert werden.
Immer noch werden "schlechte", aber ehrgeizige Lehrkräfte hinweggelobt und finden sich dann auf einer Schulleiterstelle wieder. Daran würde auch eine Akademie, mit diesen KandidatInnen beschickt, nichts ändern. Allein in meinem kleinen Mikrokosmos könnte ich viele Beispiele anführen.

17. Juni 2016

Flüchtlingskinder in Flüchtlingsheimen unterrichten?

Dieses Gerücht wurde diese Woche von einem Münchner Schulrat bestätigt.
Dies wäre die schlechteste aller Lösungen.
In Berlin wird das schon praktiziert.
Der Austausch zwischen Regelklassen und Übergangsklassen fände nicht mehr statt.
Flüchtlingskinder, die in manchen Fächern sehr gut sind und stundenweise schon am Regelunterricht teilnehmen, wäre diese Möglichkeit versperrt.
Neue Ghettos werden sich bilden, weil Integration verlangsamt oder verhindert wird.
Den Unterricht werden mit Sicherheit keine staatlichen Lehrkräfte halten.
Eine reine Sparmaßnahme. Man fragt sich nur, wer sich solche Dinge ausdenkt.
Hoffentlich macht hier die Landeshauptstadt als Aufwandsträger nicht mit.
Hoffentlich bleibt das ein Gerücht.

15. Juni 2016

Vertretung oder Unterrichtsausfall?


6 Millionen Stunden sollen an Bayerns Schulen im Schuljahr 2014/15 ausgefallen sein, davon 1/10 an den Real- und Mittelschulen.
Ich kann nur für die HauptMittelschule sprechen.
Die Mobile Reserve ist leergefegt.
Zum Februar wurden noch einmal arbeitslose Realschul- und Gymnasiallehrkräfte eingestellt, insgesamt sollen es an den HauptMittelschulen in Bayern 2150 sein.
Das ist schön und gut, bringt aber auch viele Probleme mit sich.
Die KollegInnen aus den anderen Schularten gehen viel zu schnell vor, arbeiten immer wieder nach dem Motto "VogelKind friß oder stirb". Viele SchülerInnen werden zurück gelassen. Ich merke das, weil ich in der einen Flüchtlingsklasse mit den Mädchen am Nachmittag den Stoff nacharbeiten soll, den der junge Gymnasialkollege, der sicher gut ist, am Vormittag mit den Jungs durchgenommen hat. Ich schaffe aber höchstens ein Drittel des Pensums.
Dann sind die KollegInnen, die befristete Arbeitsverträge bekommen haben, auch mit ihrer Situation sehr unzufrieden. Schließlich haben sie für eine andere Schulart studiert und das Referendariat absolviert.

14. Juni 2016

Ein Beispiel aus einer Flüchtlingsklasse

Spiegel Online berichtet über den Arbeitsalltag von Heidemarie Krusekamp.
Meine Erfahrung in den Flüchtlingsklassen ist ähnlich. Nur: Gewalt spielt hier keine Rolle. Die SchülerInnen mögen und unterstützen sich, egal, aus welchem Land. Auch das schwangere Mädchen wird akzeptiert und gehätschelt.

8. Juni 2016

Deutscher Schulpreis 2016

Er wurde heute vergeben.
Siegerin ist die Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf.
Die Jury nomoinierte 14 Schulen für den Deutschen Schulpreis 2016. Die nominierten Schulen nahmen an der feierlichen Preisverleihung mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 8. Juni in Berlin teil. Der Gewinner des Hauptpreises erhielt 100.000.-€, die weiteren Preisträger zusammen nochmals insgesamt über 100.000.-€ und jede nominierte Schule 2000.-€ (neu!).
Gratulation!
Es gibt aber noch einen deutschen Schulpreis, nämlich den der "Starken Schulen". Hier stehen erreichen der Ausbildungsreife, Abschlüsse und Anschlüsse im Mittelpunkt und nicht ein "Leistungskurs Orchideen" (2010, als unsere Schule für den Deutschen Schulpreis nominiert war). Es bewerben sich jedes Jahr zwischen 600 und 8oo Schulen um die Auszeichnung "Sarke Schule". Insofern ist er der "größte" deutsche Schulpreis. Verliehen wird er vom Bundespräsidenten.
„Starke Schule“ gibt es bereits seit dem Jahr 1999, damals noch unter dem Namen „Hauptschulpreis“. Der Preis wurde zusammen mit der Heidehofstiftung vergeben. Nach einigen Jahren trennte man sich und es entstanden der "Starke-Schule-Preis" und der "Deutsche Schulpreis".