17. Februar 2018

Freitag, 16.02.2018

Früh zum Bäcker, es war sogar für die 300 Meter zu kalt.
Die Krähen legen ihre Ängstlichkeit nicht ab, wenn sie einen hinter der Scheibe sehen. Dabei sollen sie doch sehr schlau sein und noch nie hat ein Hausbewohner die Hand gegen sie erhoben. Währenddessen spaziert die Elster an ihnen vorbei, schert sich nicht um Kater und Herr und holt sich die Leckereien.
Der Wertstoffhof war wieder einmal angesagt. Dort war nichts los, das Personal auf ein Drittel reduziert (oder versteckt wegen der Temperatur).
Lernen mit Z. am Nachmittag. Wenn sie ihre Arbeiten laut vorliest, merkt sie Fehler viel schneller. Am Donnerstag bekommt sie ihr Halbjahreszeugnis.
Abends ein Anruf von D., einer lieben Freundin. Sehr drüber gefreut, weil zwei Jahre oder mehr nicht mehr gesehen. Frau Hauptschulblues verabredete sich gleich für Ende des Monats.
Das Abendessen war Linsensuppe à la Schwarzmann.

16. Februar 2018

Donnerstag, 15.02.2018

Früh aufgestanden (6 Uhr, viel zu früh - und der Kater hat es nicht verstanden. Um halb 7 Uhr beim Bäcker gewesen und dort hat man sich auch gewundert, weil Hauptschulblues doch seit einigen Jahren sich im Zustand der Rente befindet und nicht mehr auf dem Weg zur Arbeit einkauft.
Ab 8 Uhr in der Wildmooshalle beim Betischen und Bebüchern.
Großartig organisiert.
Nach zweieinhalb Stunden trollt sich Hauptschulblues wieder heim. Es sind ganz viele starke junge Asylbewerber beim Helfen, angeleitet von den Alterfahrenen.

Am Nachmittag in die Stadt, Karten holen für die Lesung von Polt/Well in der Akademie des Künste. Lange Schlange. Um 16 Uhr war Kartenausgabe, nach zwei Minuten war Schluss. Nach zwei Minuten sollen 176 Karten verteilt sein? Ein Rätsel. Dabei berichten die Vorderen, dass höchstens 50 Menschen in den Genuss einer Karte gekommen sind.
Das Schöne war aber eine Unterhaltung in der S-Bahn. Hauptschulblues legte sein englisches Taschenbuch neben sich und putzte seine Brille mit dem Pullover. Die junge Dame gegenüber reichte ihm ein Papiertaschentuch und nachdem H. sich ordentlich bedankt hatte, fragte sie, ob er Englisch spreche. Darauf entspann sich bis zum Karlsplatz ein sehr angeregtes Gespräch. Sie kommt aus Sarajewo, Abschluss Economy, und hatte den ersten Arbeitstag in Karlsfeld, Altenpflege, hinter sich. Wohnhaft in Perlach und eineinviertel Stunden U-Bahn und S-Bahn in die Arbeit. Deutschkurs im Goetheinstitut. H. ermunterte sie, im Kurs Freundschaften zu schließen, um in dieser teuren Stadt nicht allein zu sein. Er erzählte ihr noch, dass er Anfang der 90er Jahre Geld für die sich verteidigenden Bosnier, über Schüler etc. etc. geschickt hatte. Es hätte nicht viel gebraucht, hätten beide Telefonnummern getauscht, aber das anzubieten ist ja nicht unproblematisch in diesen Tagen.

15. Februar 2018

Mittwoch, 14.02.2018

Bei Sonne und Kälte zum Bäcker geradelt.
Das Sudoku war zuerst einfach, dann aber hängen geblieben.
Statt dessen Kuchen gebacken nach Rezept von Frau Schwarzmann: Die fast letzten Äpfel vom Herbst kamen hinein.
Das Haus um 1960. Die Eiche ist noch schmal, der Weg zur Garage geteert.Rechts befand sich eine Baugrube. Um das Haus herum Rasen (schwieriges Unterfangen auf Waldboden). Die Straße ein Kiesweg mit Schlaglöchern und unbeleuchtet. Fast 60 Jahre später sind Ost- und Nordseite mit Efeu und wildem Wein bewachsen, die Südseite ein bißchen. Der Garagenweg wurde entteert. Jetzt blühen hinter dem Auto Blumen. Aus dem Rasen wurde eine Wiese, die ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird. Die Eiche ist mächtig, die 8 anderen Waldbäume auch. An den Rändern und auf manchen Teilen der Wiese bleibt viel Laub liegen als Rückzugsmöglichkeit für Insekten und anderes Getier. Amseln und Meisen graben auch fleißig um.
Am Nachmittag Transporter mit hunderten Bücherkisten beladen: Geht aufs Knie und aufs Kreuz, es hält sich aber alles in altersbedingten Grenzen. Gut organisiert, Fließarbeit. Rundfunk und Fernsehen waren auch schon da bzw. kommen noch.
Am Abend Verabredung mit Freund beim Lieblingsitaliener zum Fischessen. Das Ruffini rief zweimal an und bot zwei Plätze an, für halb sieben oder neun Uhr. Es wurden aber vier benötigt. Ordentlich bedankt für die nette Fürsorge und einen Besuch angekündigt.






14. Februar 2018

Dienstag, 13.02.2018

Der Kater wollte schon am Morgen in den Wintergarten, um Frau und Herrn H. von draußen zu beobachten. Da saß und blieb er eine ganze Weile.






 
Vielleicht schaute er aber auch Hauptschulblues zu, wie er die Scheibe des Ofens vor dem morgendlichen Einheizen putzte. Sie ließ kaum noch Licht durch, aber mit ein wenig feuchtem Küchentuch und Asche dauerte es nur kurz, das Ergebnis ließ sich sehen.
Beim Lieblingsbäcker waren die Verkaufsdamen einschließlich der Seniorbäckerin wie jedes Jahr leicht faschinglich geschmückt, mit Federn, Blümchen und ähnlichem im Haar, dazu dezente Schminke im Gesicht. Nächstes Jahr wird um ein Foto gebeten!
Frau H. dann das Haupthaar gehennat. Seit über xx Jahren fragt sie: "Hast du das auch so gemacht, dass das Henna auch überall hinkommt?" Herr H., voller Contenance: "Du wirst es wie immer am Ergebnis sehen."
("Contenance [lat. continentia ‚ Bescheidenheit / Zurückhaltung, Enthaltsamkeit, Selbstdisziplin / Selbstbeherrschung] bedeutet so viel wie Haltung, Fassung oder Gemütsruhe sowie die Gelassenheit und Besonnenheit in schwierigen Situationen der Interaktion und Kommunikation.
Die Wahrung von Contenance kann in manchen Situationen taktische Überlegenheit schaffen und eine Eskalation verhindern." Aus der dt. Wikipedia)
Am Nachmittag war ein Besuch der Nachbarin angesagt, zu Kaffee und Krapfen. Neuigkeiten augetauscht, geratscht, Fragen blieben offen. Was im Sommer und Herbst draußen, über den Zaun stattfindet, muss im Winter und Frühling nach drinnen verlagert werden.
Abendessen: Lasagne mit Wustbrät vom Duroc-Schwein, Karotte, Stangensellerie, Zwiebel und Knoblauch, Mozarella und Tomatenstückchen. Petersilie und Pecorino oben drauf.
Schmeckte sehr gut mit Rotwein, Roccaperciata aus Sizilien, vom Holzkollektiv geschenkt.

13. Februar 2018

Montag, 12.02.2018

Am Morgen sehr verkatert aufgestanden, weil Megaföhn. Sogar die Wacholderdrosseln hielten sich zurück und kamen nur einzeln, um Efeubeeren zu naschen.
Der Kater bekam heute seine Lieblingsspeise: rohen Fisch. Er kaute bedächtig und lange und verlangte mehrmals mehr. So ist, wenn es Leckereien nur einmal im Monat gibt.
In der Bücherei Feldman "Überbitten" abgeholt.
Gegen 13 Uhr fuhren Frau und Herr H. ins Lenbachhaus zur Münterausstellung. Dort mit Z. getroffen, die sehr an Kunst interessiert ist, selber malt und Künstlerin werden will. H: "Wir müssen uns aber trotzdem einen Brotberuf überlegen."
Die Münterausstellung war großartig. Ganz wenig Leute, nur die, die wissen, dass das Lenbachhaus am Rosenmontag geöffnet hat. Vermittelte ein umfassendes Bild von Münters künstlerischem Wirken, angefangen mit Fotografien.
Hauptschulbluesens warteten seit Jahrzehnten auf eine große Ausstellung dieser so sehr unterschätzten Künstlerin. Auch ihre Auffassung von Kunst und Malen ist neu und pragmatisch. Interessant die Bilder aus Murnau und Umgebung zum Bau der Olympiastraße nach Garmisch 1936. Eine Prozession in Murnau 1934, der Ort deutlich erkennbar mit Hakenkreuzfahnen geschmückt, Münter jedoch malte keine Hakenkreuze.
Frau und Herr Hauptschulblues werden jedenfalls teilweise das Symposium zu Gabriele Münter besuchen.
Hinterher Kaffee- bzw. Teetrinken im Ella, dem Lenbachhaus-Café/Restaurant. Apfelkuchen und zweimal Schokoladekuchen, dazu grüner Tee, Haferl schwarzen Kaffee und Milchkaffee. Wer raten will, who got what, kann Einsendungen schicken. Zu gewinnen gibt es ein Lob.
Abendessen? Abendbrot! Radicchiosalat, gekochtes Ei fein aufgeschnitten, marinierter Fisch, alles mit ein wenig Marinade übergossen, dazu eine Scheibe getoastetes Pfisterbrot.