8. April 2014

Höllenjob Lehrer ...

... schreibt die SZ in einem Artikel. In einem Gutachten des Aktionsrates Bildung werden Ergebnisse einer Studie - einer der Autoren ist Manfred Prenzel - vorgestellt. Obwohl Menschen, die im Bildungsbereich arbeiten, ihre Berufe lieben, hat sich die Zahl der Krankheitstage und diagnostizierten psychischen Belastungen in den letzten 14 Jahren verdoppelt.
Die KollegInnen sind allein gelassen mit den wachsenden Belastungen.
Was tun?
Erkrankungen ernst nehmen.
Lehrergesundheit groß schreiben und aktiv unterstützen.
Schulentwicklung betreiben, Schule als gemeinsames Projekt begreifen. Solange es heißt "meine Klasse" oder "dein Fach", solange wird sich nichts ändern.

6. April 2014

Erfahrung mit Vera 8

Korrekturfee schrieb am 3.4.2014 über ihre diesjährige Erfahrung mit dem Vera-Test. Sie spricht mir aus der Seele.
Meine Kritikpunkte gehen über die zusätzliche Belastung noch hinaus. Wir haben diese versucht zu reduzieren, indem im Team korrigiert und eingegeben wurde.
  • In der Mittelschule werden die Begriffe Nomen, Tempus, Kasus, infinites Verb usw. nicht benutzt. Auch wenn deutsche Begriffe in Klammer stehen, verwirrt es unsere Schüler. (Wir inkludieren SchülerInnen mit Lernbehinderung)
  • Der Text über Lichtverhältnisse ist sehr, sehr schwierig für unsere Schüler, zudem vom Inhalt her überhaupt nicht ansprechend. Ein Referendar, wenn der einen solchen  Text für seine Prüfung auswählte ... Und, der Clou, für die Beantwortung der nächsten 5 Fragen war dieser Text nicht einmal zwingend zu lesen. Lediglich Frage 6 nahm vage auf ihn Bezug. (Antwort eines Schülers einer Nachbarschule auf Frage 6: "Was soll denn diese blöde Frage? Bin ich vielleicht Gott?")
  • Im Leseteil gab es dann zwei lange Texte mit verschachteltem Bau, vielen Zahlen (machen beim Lesen großen Spaß) und Ausdrücken fern jeglicher Erfahrungs- und Lebenswelt unserer Kinder.
Rechtzeitig hatten wir unsere Kritik innerhalb der Schulhierarchie kund getan, bis zu höchster Stelle, was aber nicht interessierte. Auf Dienstpflicht war dieser Test zu schreiben.
Fazit:
Wir setzen bei den Stärken unserer SchülerInnen an, bei dem, was sie können und bauen darauf. Wir setzen nicht bei ihren Lücken und ihren Unzulänglichkeiten an.

4. April 2014

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ...

... teilt mit,dass es für Migranten mit ungenügenden Deutschkenntnissen keine Sprachkurse mehr gibt. Die sind aber enorm wichtig, damit Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt bessere Jobs bekommen und Hartz IV verlassen können. Der Grund: Kein Geld mehr da. Es waren im übrigen sowieso EU-Gelder, mit denen die Kurse finanziert wurden.

1. April 2014

Fast zwei Tonnen Ritalin ...

... wurden 2013 verabreicht. Genau genommen 1803 Kilogramm. 36 Kilogramm weniger als 2012.
Mittlerweile ist es ja gang und gäbe, ADHS-Kinder mit Ritalin zu medikamentieren. Das mag schon manchmal richtig sein. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Kleine Lerngruppen zum Beispiel. Oder ein Kind stundenweise vom Unterricht befreien und in eine in der Nähe liegende Einrichtung schicken. Oder eine Lehrkraft betreut das Kind mehrmals in der Woche allein. Oder er/sie verrichten immer wieder praktische Tätigkeiten in der Schule (Hausmeister).
All diese Maßnahme kosten aber auch, vor allem Lehrerstunden. Und schon sind wir wieder bei Ritalin.