Freitag, 1. Mai 2020

Tag 50 und Ausgangslockerung 4: Eigener und fremder Lagebericht

Die Menschen sind sehr unvernünftig. Eine junge Familie mit zwei Kindern, 7 und 5, stürmte am 20. April zusammen mit Dutzenden anderen Menschen, am Tag  der ersten Öffnung, einen Baumarkt. Der Grund: Die Kinder wollten grillen.
Das ist nur ein Beispiel, welches H. bekannt wurde. So wird das nichts. Der nächste Lockdown steht am Horizont, und der wird härter werden.
In Neuaubing gab es im Freien ein Massenschlägerei mit 30 Beteiligten und 5 Verletzten. Geht`s noch?
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Für H.s hat sich wenig geändert: Frau H. hat halt keine menschlichen Kontakte, außer mit den Nachbarskindern und Nachbarinnen M., C., S. und K. im Freien auf Abstand. H. kauft ein, unter verschärften Vorkehrungen, zu Zeiten, wo fast niemand unterwegs ist.
Wegfahrer waren sie nie, ein- bis zweimal im Jahr nach Venedig in die Wohnung von Freundin C., fast eine vertraute zweite Heimat. Insofern sitzen sie jetzt im Haus, im Garten, ab und zu gibt es eine Radlfahrt, außer am Wochenende. Ansonsten frönen sie ihren Leidenschaften: Hören und Lesen. Fernsehen ist kein Medium für sie. Videos schauen sie schon, über Beamer. Aber eher selten.
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Im Allacher-Menzinger Werbespiegel las H. einen Kommentar eines ehemaligen HauptMittelschullehrers Christian L. (Warum nicht mit vollem Namen?) zum Thema "Lernen zu Hause". L. bezieht sich nur auf die Mittelschule.

Er sagt, dass die meisten KollegInnen Homeoffice betreiben, ohne je dafür fortgebildet worden zu sein. Die Schulen seien nicht entsprechend ausgestattet, um ein Arbeiten Vieler zur gleichen Zeit zu ermöglichen. H. kann das bestätigen: Seine ehemalige Schule war sehr schlecht ans Netz angebunden, wahrscheinlich mit einem dünnen Drähtchen, so dass bei aufwändigen Arbeiten der Informatikgruppe im Internet nicht mehr ging.
Außerdem sind Grund-, Förder- und Mittelschüler mehr als ihre gleichaltrige Gruppe an weiterführenden Schule vom persönlichen Bezug zur Lehrkraft abhängig.
Die technische Ausrüstung der Haushalte sei auch nicht geeignet, um entsprechend mit der Schule kommunizieren zu können. Häufig sind keine Computer, oder wenn, dann ohne Drucker, vorhanden. Und die freiwillige Teilnahme an dieser Art Lernen sei nicht bei allen SchülerInnen vorhanden.
Schwierig sei auch der emotionale Umstieg von einem Spaß- und Unterhaltungsmedium zu einem ernsthaften Lehr- und Lernmedium zu bewerkstelligen. Die Unterstützung durch Eltern fällt weg, oft müssen sich mehrere Kinder und die Erwachsenen einen PC teilen.
HauptMittelschule ist auch sehr stark praxisorientiert. Die berufsorientierenden Fächer, immerhin mehrere Wochenstunden, können nicht unterrichtet werden.

Er schließt mit den Worten: "Es sollte den politisch Verantwortlichen aber auch klar geworden sein, dass neben den technischen Voraussetzungen auch pädagogische Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, die ein erfolgreiches und für alle Beteiligten befriedigendes Arbeiten ermöglichen. Nur so lässt sich auf Dauer verhindern, dass sich die Lehrkräfte allzu früh in Elternzeiten retten oder entnervt und desillusioniert in die Dienstunfähigkeit." ...

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