Wieder zur Tafel geradelt. Es standen eine Stunde vor Öffnung, in Kälte und Regen, schon etwa 40 Menschen an. Die Münchner Tafel hatte eben eine Riesenlieferung gebracht, auch der Lagerraum war
gut gefüllt. Deswegen wird H. vorerst nicht mehr hinfahren, was auch
seine Kontakte reduzieren wird.Aber mann und frau sehen, wie wichtig solche Einrichtungen sind.
Frau H. hat dem Lieblingsrestaurant bereits zweimal eine größere Spende zukommen lassen. H.s wollen ja, dass sie irgendwann, vielleicht in einem Jahr, wieder hingehen können, wenn sie die Seuche überstehen. Auch wenn jetzt ab Montag wieder geöffnet werden wird, sind die Bedingungen doch anders als vor der Seuche. Und 26 Gesellschafter und einige Aushilfen wollen leben.
Anschließend kaufte H. bei M. ein, weil gerade nichts los war. Da kam ein Mann in den Laden und stellte sich neben ihm. H. bedeutete ihm, dass er sich an den vorgezeichneten Weg und die Absperrungen halten sollte, worauf er einige Minuten lang auf H. ein moserte. "Das gute an Corona ist, dass man Idioten erkennt" war seine letzte Aussage. "Richtig", erwiderte H. und ging. In Vorseuchenzeiten wäre dieser widerliche Mensch nicht so glimpflich davon gekommen.
In der Zwischenzeit rief daheim K. vom Holzkollektiv an und meinte, die nächste Ladung Holzbriketts müsste abgeholt werden. Das tat H. am Nachmittag und brachte zum Kaffee zwei englische Kuchen mit, von denen einer von sieben Menschen auf Riesenabstand verzehrt wurde. momentan fallen sehr viele Späne an, die gepresst werden, weil ja der Alte Peter restauriert wird.
Die Kastanien blühen und können leider nicht von Bienen und anderen Insekten beflogen werden, wo sie doch wunderbare Pollen und süßen Nektar anbieten.

Im Garten verkommen die vielen verschiedenfarbigen Akeleien, auch ohne Besuch. Sie mögen einfach keine Nässe und Kälte. Nicht mal die Hummeln haben große Lust.
Nachbarin M. kam dann zu einem Kaffee in Kälte und Wind vor die Haustüre, war aber trotzdem schön. Sie brachte ein Frankfurter Kränzlein mit.


Am Abend gab es dann Gemüseeintopf mit hohem Erbsenanteil, dazu ein Glas Prosecco.
Gelesen: Artikel über würdiges Sterben von Sven Loerzer aus der SZ (ohne Bezahlhürde). Ausgeschnitten und aufgehoben.
Gehört: Arvo Pärt: "In principio" (Münchner Rundfunkorchester: Ulf Schirmer).
Gebacken: Käsegebäck nach Rezept aus dem Werneckhof in der SZ.
Schmeckt mäßig. Aber glutenfrei, für den, der`s braucht.

Bei der SZ kommt bei vielen Artikeln die Bezahlschranke später - so auch bei dem hier erwähnten. Schade - das Thema ist so wichtig.
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