Heute kam mit der Post das Bändchen mit Erzählungen von Boris Pilnjak, einem sowjetrussischen Schriftsteller, in einer Ausgabe des Leipziger Insel Verlags. Aufmerksam wurde H. durch einen Artikel in der aktuellen Lettre.
Pilnjak war zunächst ein sehr erfolgreicher Autor, der auch im Westen publizierte, was Mißfallen erregte, aber wegen der zu erwartenden Tantiemendevisen geduldet wurde. Nach dem Tod Lenins fiel er langsam in Ungnade und wurde 1938 zum Tode verurteilt wegen angeblicher Spionage für Japan. Noch am Tag des Gerichtsurteils wurde er erschossen.
Beim Lesen der ersten Erzählungen wurde klar, warum er in Ungnade gefallen war. Er heroisierte nicht die Errungenschaften der russischen Revolution, sondern beschrieb menschliches Verhalten und karges Leben, oder einen durchorganisierten Termitenstaat, voller Anspielungen.


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