Montag, 3. August 2026

1621 Tage schon Ukrainekrieg, noch 905 Tage (hoffentlich) der Planlose und: Elternführerschein?

Und zwar wegen mangelnder Lesekompetenz bei Kindern?

Ja! Zeit wird`s!

Der Oetinger Verlag bzw. das Medienhaus Oetinger, zu dem viele Kinderbuchverlage gehören, ist ein renommierter Verlag, ursprünglich für viele skandinavische Autoren (Astrid Lindgren beispielsweise).
1946 vom Buchhändler Friedrich Oetinger gegründet, gehören zu den bekanntesten Titeln "Pippi Langstrumpf", "Pettersson und Findus","Das Sams", "Die Olchis" sowie Werke von Autorinnen wie Cornelia Funke und Kirsten Boie. 
 
"Das Bildungsniveau geht seit Jahren katastrophal nach unten", beklagte Julia Bielenberg, die Leiterin des Kinder- und Jugendbuchverlags Oetinger in einem Interiew mit dem Handelsblatt (Bezahlschranke wie überall, außer Guardian und taz). Sie formulierte klare Erwartungen an Eltern.

Frau Bielenberg ist besorgt wegen der abnehmenden Lesekompetenz von Kindern. "Das Bildungsniveau geht seit Jahren katastrophal nach unten – und zwar unabhängig vom sozialen Milieu", sagte die Chefin der Oetinger Verlagsgruppe (zit. aus dem Interview). Immerhin eine neue Aussage, was das Milieu betrifft.  25 % der Kinder, welche die vierte Klasse verlassen, könnten nicht mehr sinnentnehmend lesen. Das sei dramatisch.

Sie kritisierte auch die Politik. "Ich vergleiche das gern mit der Autobahn: Wenn jedes vierte Auto liegen bliebe, würde man sofort Maßnahmen schnüren. Wenn jedes vierte Kind nicht lesen kann, passiert aber nichts." (Aus dem Interview)

Die allgemeine Entwicklung beim Lesen sei auch in Bezug auf Kinderbücher zu spüren. Dennoch gibt sich die Verlegerin optimistisch. "Wir stecken den Kopf aber nicht in den Sand, sondern sagen: Jetzt erst recht, dann machen wir es anders. Wir begreifen uns als Experten fürs Geschichtenerzählen, und Geschichten kann man auch in andere Gefäße gießen. Das muss nicht zwingend das Buch sein."

"Ich habe das Gefühl, wir sind vom Mittelmaß regiert"

Bielenberg forderte eine frühe Sprachförderung, damit Kinder mit Schuleintritt ein ähnliches Niveau haben. "Und es muss eine Art Elternführerschein geben". Es gebe Kinder, die bei der Einschulung "einfachste Aufgaben nicht können – da muss eine Erwartungshaltung an die Eltern formuliert werden".

Zugleich kritisierte sie auch die Politik. "Ich habe das Gefühl, wir sind vom Mittelmaß regiert", sagte Bielenberg. "Es muss sich etwas im Mindset verändern, gesamtgesellschaftlich."

4 Kommentare:

  1. Die Forderung nach einem Elternführerschein wird öfter und schon längere Zeit laut. Die Eltern haben viele Rechte. Wie soll das also gehen?

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  2. Durch eine Gesetzesänderung: Eltern müssen verpflichtet werden, ihr Kind mindestens zwei Jahre in die Kita zu geben und sie sollen einige Schulungseinheiten zur Kindererziehung nachweisen. Der Staat greift jetzt schon viel gravierender in unsere Rechte ein.

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  3. Das sind sinnvolle Forderungen. Aber: Die Kita ist teuer. Günstiger: das Kind hängt am Rockzipfel der Mutter. Was sollte passieren, wenn die Schulungseinheiten für Eltern nicht wahrgenommen weŕden? Viele Eltern schaffen es im Pflichtschulbereìch nicht einmal Hefte zum Schuljahresbeginn zu besorgen. Viele Lehrer kaufen gleich am Schuljahresanfang einen Stapel im Discounter. Wenn die Schule vieles nicht übernimmt, gibt es beispielsweise weder Buntstifte noch Malkasten oder gar Malblock. Generell wird es schwierig, wenn Vorschriften nicht eingehalten werden und es gibt kein Mittel dagegen. Bildungsferne Eltern erreicht man nicht und bewusste bemühen sich sowieso darum. Ich erinnere mich noch an einen Vater, der ein English Workbook für 7,95€ zahlen sollte und an die Schule schrieb: soll der Engländer zahlen!

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